Appell an die Bielefelder
Clausens neue Videobotschaft

Bielefeld (WB/abe). Oberbürgermeister Pit Clausen hat sich erneut an die Bielefelderinnen und Bielefelder gewandt. In einer Videobotschaft appellierte Clausen an die Menschen, sich weiter an die Regeln zu halten.

Mittwoch, 22.04.2020, 18:46 Uhr aktualisiert: 22.04.2020, 18:48 Uhr
Oberbürgermeister Pit Clausen. Foto: Thomas F. Starke
Oberbürgermeister Pit Clausen. Foto: Thomas F. Starke

Hier die Rede im Wortlaut: Die Lockerungen der Kontaktsperre greifen jetzt auch in Bielefeld. Die Betriebe nehmen wieder ihre Arbeit auf, die Schulen starten. Auch die Bussen und Bahnen werden wieder voller. Das Leben kehrt in unsereStadt zurück. Viele von uns freut das. Aberwir wissen auch: Das Coronavirus ist noch nicht weg, es ist noch da. Und er bedroht gerade die unter uns besonders, die vorerkrankt sind oder schon älter sind. Denen kann ein schlimmer Krankheitsverlauf drohen, schlimmstenfalls sogar der Tod.

Weiter gilt: Hände waschen!

Darum gilt jetzt erst recht: Wenn wir die Kontaktsperre lockern, dann müssen wir die Schutzvorkehrungen, die Bedingungen, auf die wir uns verständigt haben, ganz besonders ernst nehmen. Das ist die Bedingung dafür, dass wir zu Lockerungen kommen. Also jetzt erst recht-1,5 MeterAbstand wahren, in die Armbeuge niesen oder husten und, wenn Sie Bus oder Bahn benutzen, dann nutzen Sie bitte auch eine solche Schutzmaske oder etwas Ähnliches, um Mund und Nase zu bedecken – und ganz, ganz wichtig: Waschen Sie sich weiter oft und gründlich die Hände, das ist vielleicht das Wichtigste!

Die Beachtung der Schutzregeln ist im Grunde die Bedingung dafür, dass wir die Lockerungsstrategie bei der Kontaktsperre so fortsetzen können. Wenn wir bei der einen scheitern, werden wir bei der anderen auch keinen Erfolg haben.Ich weiß, dass die Empfehlung von Schutzregeln nicht genügt. Denn wir Menschen gehen mit Empfehlungen eben sehr menschlich um: wenn das Empfohlene uns lästig ist, dann lassen wir es lieber sein. Und darum bin sehr dankbar dafür, dass die Landesregierung heute angekündigt hat, verbindliche Regelungen für ganz Nordrhein-Westfalen zu schaffen, um Bus und Bahn zu nutzen bzw. in Geschäften einkaufen zu gehen. Dort soll dann nämlich in Zukunft gelten, dass man eine „Mund-Nase-Abdeckung“ in Form einer Maske oder in Form eines Halstuchs oder in Form eines Schals oder was immer Sie haben nutzen muss. Da muss niemand was kaufen, das hat jeder zu Hause parat.

Masken sind wichtig

Darum kann da jeder mitmachen. Und darum gilt ab Montag auch keine Ausrede mehr: Jede und jeder hat das zu beachten. Und das ist wichtig. Ich glaube, dass es auch wichtig ist, dass wir diese Masken zeigen, wenn sie sichtbar in unserem Alltag sind. Sie erinnern uns alle ständig daran, dass wir nicht in einer Zeit ohne Corona leben. Auch nicht in einer Zeit, wie es war vor Corona, sondern dass Corona noch dabei ist, dass wir uns darum kümmern müssen, dass wir aufeinander acht geben müssen. In den letzten Tagen sind mir auch immer wieder Fragen gestellt worden, auf die ich keine schlüssigen Antworten habe. Da fragt mich eine alleinstehende Mutter, die mit einer Lungenvorerkrankung vorgeschädigt ist, ob sie ihr Kind wieder zur Kita schicken soll. Das ist nicht so leicht zu beantworten. Denn wenn das Kind in die Kita geht, dann geht damit ein Infektionsrisiko einher – für das Kind und damit auch für die Mutter. Aber wenn die Mutter sich nun dafür entscheidet, das Kind nicht mehr in die Kita zu schicken, dann verliert das Kind wichtige Bildungsangebote, wird ausgegrenzt von der Teilhabe mit anderen Kindern, auch von Spaß, Spiel und Freude. Das ist ein echtes Dilemma. Ein Dilemma, auf das ich auch keine fertige Antwort habe. Aber wir müssen alles tun, was wir können. Deshalb: Wir müssen das Gesundheitssystem in seinen Kapazitäten so auszubauen, dass jede und jeder dort auch behandelt werden kann.

Alle sind gefordert

Wir müssen auch alles dafür tun, dass die Sicherheit und die Schutzvorkehrungen in den Kindertageseinrichtungen und im öffentlichen Leben auch beachtet werden. Und darum sind wir alle gefordert. Wir sind alle gefordert, uns in unserem Alltagsverhalten nach den Regeln zu verhalten. Damit helfen wir der Mutter in ihrer schwierigen Lebenssituation – jeder von uns kann da helfen und ist dazu aufgefordert. Lassen Sie uns unsere gemeinsame Verantwortungin diesen schwierigen Zeitenernst nehmen. Jede und Jeder von. Lassen Sie uns das als gelebte Solidarität oder auchgelebte Nächstenliebebegreifen. Lassen Sie uns es einfach beachten. Ich danke Ihnen allen für diegelebteDisziplin in den letzten Wochen! Und ich bitte Sie herzlich: bleiben Sie gesund.

 

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