Möbelhaus wieder geöffnet – Abstände bedenklich – In der Innenstadt keine Kritik am Verhalten der meisten Menschen
Lange Warteschlangen vor Ikea

Bielefeld (WB). In Zeiten des neuartigen Coronavirus ist ein Stück Alltagsnormalität zurück. Seit Montag sind Einzelhandelsgeschäfte bis 800 Quadratmetern Größe wieder geöffnet. Möbelhäuser dürfen unabhängig von ihrer Fläche Ware verkaufen. Die Fußgängerzonen in Bielefeld füllen sich wieder mit Menschen.

Donnerstag, 23.04.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 23.04.2020, 12:38 Uhr
Schrittweise ins Möbelhaus: Dieses Bild bot sich am Mittwochvormittag vor Ikea am Südring in Brackwede. Hunderte Kunden warteten darauf, ins große Geschäft eingelassen zu werden. Laut Ordnungsamt gab es zumindest in der Innenstadt nichts zu bemängeln. Foto: Thomas F. Starke
Schrittweise ins Möbelhaus: Dieses Bild bot sich am Mittwochvormittag vor Ikea am Südring in Brackwede. Hunderte Kunden warteten darauf, ins große Geschäft eingelassen zu werden. Laut Ordnungsamt gab es zumindest in der Innenstadt nichts zu bemängeln. Foto: Thomas F. Starke

Wie läuft es denn, wenn Kontaktsperre und Einkaufsbummel auf einmal aufeinander treffen? „Die meisten Menschen halten sich schon an die Regeln“, zieht stellvertretende Ordnungsamtschefin Christiane Krumbholz drei Tage nach der Wiedereröffnung eine erste Bilanz. Weder die Zahl noch die Art der Verstöße würde in die Höhe schnellen.

Vorschriften werden im wesentlichen eingehalten

„Im Großen und Ganzen funktioniert das“, lobt Krumbholz die Umsetzung der Hygienevorschriften in den Geschäften. Unkontrollierte Zustände wie im Einkaufscenter Loom, wo am Montag an der Stresemannstraße ein- und ausgehende Besucher quer durcheinander liefen, während ein Sicherheitsmann dem Geschehen seinen Rücken zu kehrte, und erste Besucher es sich mit Getränken in den Händen auf den Stühlen vor einem Café verbotenerweise wieder gemütlich machten, sind aus Sicht des Ordnungsamtes die große Ausnahme. Eine Streife, die seit Montag gezielt in den großen Möbelhäusern der Stadt kontrolliert, habe ebenfalls keine Auffälligkeiten festgestellt.

Ausdrückliches Lob gibt es von der stellvertretenden Ordnungsamtschefin für die Hygienekonzepte der großen Handelsketten. „Es ist alles professionell und sehr geordnet abgelaufen“, kommentiert Christiane Krumbholz die gestrige Wiederöffnung des Ikea-Möbelhauses in Brackwede. Obwohl bereits hunderte Kunden vor der Türöffnung um 10 Uhr Schlange standen, wurden von den meisten die Sicherheitsabstände eingehalten. Personal achtete extra darauf.

Die Hygieneschutz-Regeln bei Ikea

Das Hygienekonzept von Ikea ist ein Beispiel, wie es die großen deutschen Handelsketten, aber auch viele inhabergeführte Geschäfte in Bielefeld handhaben. Bei Ikea Bielefeld ist der Zutritt für Besucher so gesteuert, dass sich maximal eine Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche im Einrichtungshaus aufhält. „Auf diese Weise lässt sich ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern in allen Bereichen gewährleisten“, heißt es vom Möbelhaus. Kunden würden mit Hausdurchsagen und eine durchgehende Kommunikation vor, am und im Einrichtungshaus auf die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln aufmerksam gemacht.

Um Warteschlangen zu vermeiden und den Kundenstrom zu entzerren, gelten bei Ikea in Brackwede die bisherigen, regulären Öffnungszeiten werktags von 10 bis 20 Uhr. Das hat nicht immer ganz wie gewünscht funktioniert. Zeitweise bildeten sich zum Teil lange Warteschlangen – fraglich, ob die Abstände trotz Hinweisen des Ikea-Personals immer korrekt eingehalten wurden. Wie bei Zurbrüggen und Porta bleiben alle gastronomischen Einrichtungen und Kinderspielplätze bis auf Weiteres geschlossen. Kunden werden gebeten, alleine oder mit maximal einer Begleitperson zum Einrichtungshaus zu kommen. Empfohlen wird dabei mit Blick auf die Sicherheit anderer Besucher sowie der Mitarbeitenden das Tragen eines Mundschutzes.

Passantenzahlen in der Bielefelder Fußgängerzone

Dass die Geschäfte wieder geöffnet haben und es in den Fußgängerzonen wieder voller wird, das belegen die Passantenzahlen der Bahnhofstraße. Am Montag, dem Tag der Wiedereröffnung mit den vielen Schaulustigen, wurden im Bereich Stresemannstraße vor dem Eingang zum großen Einkaufscenter Loom in der Spitze zwischen 16 und 17 Uhr 1935 Menschen gezählt. In den Zeiten vor dem neuartigen Coronavirus waren es im Durchschnitt an diesem Tag und zu dieser Zeit knapp 2340 Passanten.

Am Dienstag ließ das Interesse wieder nach. Da waren die meisten Menschen, nämlich 1663, zwischen 15 und 16 Uhr vorm Loom auf der Stresemannstraße unterwegs. Normalerweise sind es im Durchschnitt 1822 Passanten. Am Mittwoch waren die Zahlen nochmals rückläufig. Zwischen 15 und 16 Uhr tummelten sich 1437 Passanten vor dem Einkaufscenter.

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