Drei regionale Künstler gründen Internet-Plattform „Clorona-Art“
Blatt für Blatt vom Feinsten

Bielefeld (WB). Keine Frage, die allgemeine Lage ist ernst. Doch sollte man im Angesicht der Corona-Krise gänzlich auf Humor verzichten? Lachen trägt schließlich auch zur Gesundheit bei.

Donnerstag, 23.04.2020, 15:28 Uhr aktualisiert: 23.04.2020, 15:32 Uhr
Beispiele der Klopapierkunst von Isabel Wienold (links) und Ulrich Rüsenberg.Foto: Clorona-Art
Beispiele der Klopapierkunst von Isabel Wienold (links) und Ulrich Rüsenberg. Foto: Clorona-Art

Drei Kunstschaffende rund um die Bielefelderin Marie-Pascale Gräbener haben eine Plattform gegründet, die es Künstlerinnen und Künstlern erlaubt, sich kreativ mit dem Phänomen von Klopapier-Hamsterkäufen auseinander zu setzen. Neben Ideengeberin Gräbener zeichnen die BBK-Vorsitzende Gaby Wieging aus Halle und der Paderborner Elmar Brinkmöller für die Internet-Plattform „Clorona-Art“ verantwortlich.

Sie rufen in ungewöhnlichen Zeiten dazu auf, einzelne Blättchen von Toilettenpapier künstlerisch zu bearbeiten. Motto: Dein Blättchen vom Feinsten. Ausdrücklich sollen keine kompletten Rollen verwendet werden, sondern nur einzelne Blätter. „Schließlich ist Klopapier in Deutschland zur Mangelware geworden“, sagt Marie-Pascale Gräbener. Die Idee, erzählt sie, sei ihr über Nacht gekommen. Bis zur Umsetzung vergingen gerade einmal acht Tage, was in Zeiten, in denen persönliche Kontakte auf ein Minimum zu beschränken sind, rekordverdächtig schnell erscheint. Die Schirmherrschaft über das Projekt übernahm die Bielefelder Kulturamtsleiterin Brigitte Brand.

Große künstlerische Bandbreite

Bereits nach kurzer Zeit ist auf der Homepage eine einzigartige Galerie mit Werken im Format von 13 x 9 Zentimetern – ein in Deutschland genormtes Maß für ein Blatt Toilettenpapier – entstanden. Da wurde Klopapier mit Blattgold versehen oder mit Stacheldrahtmotiven bemalt. Künstler schufen fantasievolle Puppen und Figuren, Holzschnitte und Skulpturen. Die künstlerische Bandbreite und die oftmals humorvolle Umsetzung lassen bass erstaunen.

Künstlerinnen und Künstler, die ein Foto ihres Kunstwerks in die digitale Kunstaktion einbringen, müssen zugleich erklären, dass sie mit der Veröffentlichung einverstanden sind.

„Die Resonanz war von Anfang an groß. Wir Frauen haben das Projekt auf Facebook und Instagram beworben, Elmar Brinkmöller betreut den Internet-Auftritt. So haben wir nicht nur Einsendungen regionaler Künstler erhalten, sondern auch aus Polen, England, Spanien, Frankreich und Korea“, erzählt Marie-Pascale Gräbener.

Vom digitalen in den realen Raum

Da sich der Zeitaufwand für die drei Plattform-Betreiber als groß erweist – Gräbener: „Wir arbeiten jeden Tag bis zu vier Stunden daran“ –, soll das Projekt spätestens nach Abschluss der Corona-Krise wieder eingestellt werden. Danach soll es vom digitalen in den analogen Raum wandern. „Wir suchen derzeit nach einem geeigneten Raum, in dem wir die Werke real ausstellen können“, sagt Gräbener. Auch versuche man, Fördergelder für einen Katalog und für Ausstellungsplakate zu akquirieren.

Einige der Kunstwerke, die derzeit im Internet ausgestellt sind, können auch käuflich erworben werden. Dazu können sich die Besucher der Homepage direkt mit den Künstlern in Verbindung setzen. „Wir haben damit aber nichts zu tun und verdienen auch nichts daran“, betont Marie-Pascale Gräbener.

Weitere Infos unter:

www.clorona-art.de

...

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7381708?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
RKI warnt vor Ungeduld und zu frühen Öffnungen
Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) , warnt weiter vor dem Corona-Virus.
Nachrichten-Ticker