Bielefelder will Familie besuchen und wird leblos verscharrt in einem Grab entdeckt
Bluttat bleibt rätselhaft

Bielefeld/Hannover (WB/hz). Der Fall des getötet auf einem Hannoveraner Friedhof gefundenen Bielefelders Kadir A. (28) bleibt vorerst ungeklärt. Die Leiche des Deutsch-Türken war, wie berichtet, am Mittwoch vergangener Woche von zwei Friedhofsgärtnern im Stadtteil Kirchrode gefunden worden. Acht Tage zuvor war der Supermarktangestellte aus Bielefeld von seiner Familie als vermisst gemeldet worden.

Donnerstag, 23.04.2020, 17:43 Uhr aktualisiert: 23.04.2020, 17:46 Uhr
Kadir A. wurde getötet. Foto: Polizei Hannover
Kadir A. wurde getötet. Foto: Polizei Hannover

Kadir A., ein gebürtiger Hannoveraner, wollte seine Familie in der niedersächsischen Landeshauptstadt besuchen, kam dort aber nie an. Das letzte Lebenszeichen soll der 28-Jährige am Sonntag, 5. April, aus einem Zug kurz vor der Ankunft in Hannover gesendet haben. Da soll der gesundheitlich angeschlagene Mann mit einem Freund telefoniert haben. Kadir A. blieb zunächst spurlos verschwunden. Am 7. April meldete ihn seine Familie als vermisst und ließ Fahndungsaufrufe in türkischen Medien veröffentlichen.

Die Leiche lag halb verscharrt in einem offenen Grab

Als die Leiche des Bielefelders von den Friedhofsgärtnern gefunden wurde, soll der Deutsch-Türke Informationen dieser Zeitung zufolge halb verscharrt in einem offenen Grab gelegen haben. Offenbar wollten der oder die Täter den Toten im Erdreich vergraben, wurden dabei aber wohl gestört. Kadir A. soll erstochen worden sein, heißt es aus dem Umfeld der Hannoveraner Mordkommission. Experten der Spurensicherung stellten unter anderem Gartenwerkzeug auf dem Friedhof sicher, das beim Beseitigen des Leichnams benutzt worden sein könnte. Beim Einsatz eines Leichenspürhundes wurden Blut- und Schleifspuren in der Nähe des Friedhofes entdeckt. Das spricht dafür, dass der Leichenfundort nicht der Tatort gewesen ist, sondern der tote Bielefelder zum offenen Grab geschleppt wurde.

Zu Details der Ermittlungen wie der Todesursache und der Identifizierung des Tatortes wollte Erste Staatsanwältin Kathrin Söfker, Sprecherin der ermittelnden Staatsanwaltschaft Hannover, aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen. Das sei Täterwissen.

Opfer der Bluttat hat ein auffälliges Tattoo

Nach zwei Fahndungsaufrufen der Polizei Hannover „sind einige Zeugenhinweise eingegangen“, sagte die Sprecherin. Denen würden die Kripofahnder der Mordkommission jetzt nachgehen. Ob es bereits eine heiße Spur gebe, sagte die Staatsanwältin nicht.

Bei Zeugenhinweisen zur Aufklärung des Gewaltverbrechens setzen die Ermittler der Hannoveraner Mordkommission auf ein auffälliges Merkmal des Getöteten. Kadir A. hatte sich einen Stier mit einer Bombe samt Zündschnur tätowieren lassen. Entsprechend heißt die Mordkommission „Zündschnur“. Wer den Bielefelder mit dem auffälligen Tattoo Anfang April gesehen hat oder Angaben zur Bluttat machen kann, der soll sich bei der Mordkommission „Zündschnur“ unter der Telefonnummer 0511/1095555 melden.

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