Polizei durchsucht Wohnungen von zwei Bielefeldern (19/20) und beschlagnahmt Material
Linksextreme sollen Brandanschlag verübt haben

Bielefeld (WB). Eine Woche nach dem Brandanschlag auf drei Streifenfahrzeuge des Ordnungsamtes haben Kripofahnder zwei Tatverdächtige ermittelt und an diesem Freitag deren Wohnungen durchsucht. Die 19 und 20 Jahre alten Bielefelder, Polizeiangaben zufolge Aktivisten der linksradikalen Szene, sollen in den Anschlag am Freitag vor einer Woche verwickelt sein.

Samstag, 25.04.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 25.04.2020, 14:26 Uhr
Eines der zerstörten Fahrzeuge. Foto: Christian Müller
Eines der zerstörten Fahrzeuge. Foto: Christian Müller

Suche nach weiteren Tätern

Die Ermittlungen unter anderem bei der Suche nach weiteren Tätern würden fortgesetzt, hieß es von der Sonderkommission „Phönix“.

Drei Streifenfahrzeuge des Ordnungsamtes wurden bei der Brandstiftung am 17. April gegen 2.40 Uhr im Ravensberger Park vor der Amtszentrale zerstört.

Informationen dieser Zeitung zufolge haben uniformierte Schutzpolizisten, die nach der Brandstiftung am Freitag der Vorwoche zuerst vor dem Ordnungsamt eintrafen, von den Brandstiftern zurück gelassenes Material gefunden. Diese sichergestellten Beweisstücke sollen auf die Spur der beiden jetzt verdächtigten jungen Männer geführt haben, heißt es. Offenbar flüchteten die Täter überstürzt vor den eintreffenden Polizisten und Feuerwehrleuten. Zeugen hatten nachts die aus den Autos schlagenden Flammen gesehen und Alarm geschlagen.

„Im Rahmen der laufenden Ermittlungen konnten Erkenntnisse gewonnen werden, die zu den beiden 19 und 20 Jahre alten männlichen Tatverdächtigen führten. Die zwei jungen Männer sind der örtlichen linksextremen Szene zuzuordnen“, sagte Polizeisprecher Michael Kötter. Die Wohnungsinhaber stünden im Verdacht, an der Brandstiftung an den Fahrzeugen des Ordnungsamtes im Ravensberger Park in der vergangenen Woche beteiligt gewesen zu sein. Die Beamten hätten bei den Wohnungsdurchsuchungen Beweismittel sicher gestellt, deren Auswertung noch andauere.

Drohungen und Beleidigungen

WESTFALEN-BLATT-Informationen zufolge ließen die flüchtenden Brandstifter unter anderem mit Beleidigungen und Drohungen gespicktes Propagandamaterial gegen Ordnungskräfte zurück. „Es liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass die Tat gegen Maßnahmen des Ordnungsamtes zur Einhaltung der Corona-Schutzverordnung gerichtet war und im Zusammenhang mit einer Plakatierungsaktion in der Innenstadt zum gleichen Thema steht“, sagte Polizeisprecher Michael Kötter.

In den vergangenen Wochen waren – offenbar von Mitgliedern der linksradikalen Szene – an verschiedenen Stellen in Bielefeld Plakate und Flugblätter gegen die Coronavirus-Schutzkontrollen der Ordnungskräfte angebracht worden. Polizisten und Ordnungsamts-Mitarbeiter wurden nicht nur öffentlich beleidigt, weil sie das Kontaktverbot gegen die weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus durchsetzen. Auf einem Flugblatt wird sogar wegen dieser Einsätze explizit zu persönlicher Gewalt gegen jeden Polizisten und Ordnungsamtsmitarbeiter aufgerufen.

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