14 Verweise bei Mobiel – Stadt verzichtet zunächst auf Bußgelder
In Bielefeld gilt jetzt das VermummungsGEBOT

Bielefeld (WB). „Sie müssen Mund und Nase bedecken“, sagt die freundliche Verkäuferin im Kaffeegeschäft an der Bahnhofstraße. Der ältere Herr, der gerade das Geschäft betreten will, holt den Mundschutz aus der Tasche und entschuldigt sich: „Hab’ gerade nicht dran gedacht.“

Dienstag, 28.04.2020, 06:31 Uhr aktualisiert: 28.04.2020, 06:40 Uhr
Bielefeld trägt Maske: Die meisten haben sich am Montag an die neuen Regeln gehalten. Foto: Bernhard Pierel
Bielefeld trägt Maske: Die meisten haben sich am Montag an die neuen Regeln gehalten. Foto: Bernhard Pierel

Da ist er einer der wenigen.  Die meisten Bielefelder, die am Montag in der Stadt unterwegs sind, als Kunden in den Geschäften oder als Fahrgäste bei den Verkehrsbetrieben Mobiel, halten sich an die neuen Regeln.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Bielefelder so problembewusst sind wie bisher“, sagt Ingo Nürnberger, Chef des städtischen Krisentabs. Deshalb sollen vorerst auch keine Bußgelder verhängt werden. Die müssten ohnehin die Geschäftsinhaber zahlen. Denn die sind dafür verantwortlich, dass die neuen Bestimmungen des Landes eingehalten werden. Das Ordnungsamt rücke aber zu Kontrollgängen aus, betont Nürnberger.

In Bus und Bahn halten sich ebenfalls die meisten Fahrgäste an die neuen Regeln. Die 30 Servicekräfte von Mobiel und einem Sicherheitsunternehmen, die ab Betriebsbeginn gegen 4.30 Uhr auf allen Linien unterwegs sind, hören vielfältige Gründe, wenn sie auf Personen ohne Mund-Nasen-Schutz treffen. Meistens heißt es, die Regel sei nicht bekannt. Doch wer ohne Mundschutz unterwegs ist, muss aussteigen.

„Wir sind verpflichtet, die Maskenpflicht durchzusetzen“

Thomas Preuth, Leiter des Bereichs „Kundendienst vor Ort“: „Wir haben gar keine Wahl. Wir sind verpflichtet, die Maskenpflicht bei unseren Fahrgästen durchzusetzen. Kulanz kann es hier nicht geben.“ Bis zum Nachmittag registriert Mobiel 160 Fahrgäste ohne Schutz. Von diesen müssen 14 aus dem Fahrzeug gewiesen werden. Alle anderen bedecken nach der Ermahnung Mund und Nase.

Montag ist auch der Tag, an dem der großflächige Einzelhandel, also etwa Karstadt, Peek & Cloppenburg oder Saturn in der Bahnhofstraße, wieder öffnen dürfen. Ihre Verkaufsfläche muss aber auf 800 Quadratmeter begrenzt sein. Bei Karstadt etwa wird nur auf einem Teil der Fläche im Erdgeschoss verkauft. Der Rest ist mit rotem Flatterband abgesperrt. Angeboten wird viel Aktionsware. Am Zugang Bahnhofstraße wird klar getrennt zwischen Eingang und Ausgang. Bei Saturn gibt es eine Einkaufskorbpflicht. Vor vielen Geschäften ist Sicherheitspersonal postiert, liegen Desinfektionstücher bereit.

Modekaufhaus Primark ist noch geschlossen

Im Shoppingcenter Loom haben inzwischen wieder die meisten Geschäfte geöffnet. Dort gilt jetzt auch auf den Gängen die Maskenpflicht. Der Loom-Platzhirsch, das Modekaufhaus Primark, ist allerdings noch geschlossen.

„Wir übernehmen Verantwortung“, ist unterdessen das Motto bei der Kaufmannschaft Altstadt. Die Hufeisen-Kaufleute haben 500 gelbe „A-Team“-Schutzmasken fertigen lassen. Ganz in Anlehnung an die Action-TV-Serie aus den 80er Jahren. Die Masken sind fürs Verkaufspersonal gedacht. „Es handelt sich um ein regional produziertes Mehrweg-Produkt“, betont Kaufmannschaft-Vorsitzender Henner Zimmat. Die Bedeckung sei kochfest, schnelltrocknend, mehrfach verwendbar und soll auch Teil einer Fotoaktion auf Facebook und Instagram werden.

Ja, die meisten Bielefelder halten sich an die Maskenpflicht, die auch beim Besuch in Arztpraxen gilt. Doch viele sind auch froh, wenn sie den Mundschutz zwischendurch absetzen können. Auf den Bänken am Altstädter Kirchplatz genießen viele die wärmende Mittagssonne. Eine Maske trägt dort so gut wie niemand.

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