Filialen der Modekette bleiben geöffnet – Abbau von Arbeitsplätzen verhindern
Sinn flüchtet unter Rettungsschirm

Bielefeld/Hagen (dpa/WB). Die Modehandelskette Sinn sucht angesichts der Umsatzeinbrüche durch die Corona-Pandemie Rettung in einem Schutzschirmverfahren. Das Amtsgericht Hagen habe für das Unternehmen mit einer Filiale in Bielefeld ein entsprechendes Insolvenzverfahren eröffnet.

Dienstag, 28.04.2020, 14:03 Uhr aktualisiert: 28.04.2020, 15:34 Uhr
Die Sinn-Filialen bleiben trotz des Rettungsverfahrens geöffnet, so auch die in Bielefeld. Foto: Bernhard Pierel
Die Sinn-Filialen bleiben trotz des Rettungsverfahrens geöffnet, so auch die in Bielefeld. Foto: Bernhard Pierel

Sinn hat bundesweit 23 Filialen, 13 davon in Nordrhein-Westfalen. Die einzige Filiale in Ostwestfalen-Lippe ist an der Bielefelder Bahnhofstraße, die gerade renoviert wurde . Bundesweit hat Sinn 1400 Mitarbeiter.

Ein Wirtschaftsprüfer habe bestätigt, dass Sinn zahlungsfähig sei. Das sei Voraussetzung für ein Schutzschirmverfahren, sagte Firmenchef Friedrich Wilhelm Göbel am Dienstag.

Dem Fachmagazin „Textilwirtschaft“ sagte Göbel, private Banken hätten nicht in die Sicherung eines Teils der angestrebten staatlichen KfW-Kredite einsteigen wollen. Sinn hatte unter dem früheren Namen SinnLeffers in den Jahren 2016/17 schon ein Insolvenzverfahren durchlaufen .

33 Millionen Umsatz verloren

Ziel des Schutzschirmverfahrens sei es, grundsätzlich alle Modehäuser weiter zu betreiben und keine Arbeitsplätze abzubauen, sagte Göbel weiter. Ein Großteil der Filialen hat mit der maximalen Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern wieder geöffnet. Große Umsätze erwartet Göbel nicht, da die Häuser regulär zwischen 2000 und 9000 Quadratmeter Verkaufsfläche hätten. Seit Schließung der Modehäuser im März bis jetzt hat Sinn etwa 33 Millionen Euro Umsatz verloren.

Das deutsche Insolvenzrecht sieht diese besondere Form der Eigenverwaltung für Betriebe vor, denen zwar das Geld auszugehen droht, die aber noch nicht zahlungsunfähig sind. Mit dem 2012 eingeführten Schutzschirmverfahren sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Sanierung notleidender Unternehmen verbessert werden. Wesentlicher Unterschied zum regulären Insolvenzverfahren oder zur normalen Eigenverwaltung ist, dass der Sachwalter im Schutzschirmverfahren vom Unternehmen weitgehend frei gewählt wird.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7387826?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Entscheidung zwischen Laschet und Söder - Frist läuft ab
Markus Söder (r), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, und Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, kommen zu einer Pressekonferenz.
Nachrichten-Ticker