Aktuell 60 Fälle – 312 Menschen genesen – Unterricht wird ausgeweitet
Corona in Bielefeld: „Enorm gute Zahlen“

Bielefeld (WB). Die Zahlen für die Stadt Bielefeld seien „enorm gut“, hat Dezernent Ingo Nürnberger bei der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz konstatiert. Stand Donnerstagmittag gab es 60 bestätigte mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Seit dem Vortag war kein Fall hinzugekommen.

Donnerstag, 30.04.2020, 19:13 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 19:20 Uhr
Friedhelm Feldmann, Ingo Nürnberger und Dr. Peter Schmid (von links) nennen die Lage „beruhigend“. Angesichts dessen, so Nürnberger, könne man Lockerungen etwa des Grill- und Picknick-Verbotes vielleicht bald den Kommunen überlassen. Foto: Bernhard Pierel
Friedhelm Feldmann, Ingo Nürnberger und Dr. Peter Schmid (von links) nennen die Lage „beruhigend“. Angesichts dessen, so Nürnberger, könne man Lockerungen etwa des Grill- und Picknick-Verbotes vielleicht bald den Kommunen überlassen. Foto: Bernhard Pierel

312 Bielefelder sind bereits genesen, drei Menschen sind an Covid-19 gestorben, zwölf befinden sich im Krankenhaus. „Davon müssen fünf Patienten auf einer Intensivstation beatmet werden“, sagte Dr. Peter Schmid, Leiter des Gesundheitsamtes. 672 Bielefelder sind aktuell in Quarantäne.

Die Lage sei beruhigend, urteilte Nürnberger als Leiter des Krisenstabes. „Offensichtlich wirken die Maßnahmen.“ Auch die zu Wochenanfang verordnete „Maskenpflicht“ werde gut eingehalten. Mobiel meldete täglich 70 bis 100 Fahrgäste, die „ohne“ unterwegs waren, auf Ansprache aber reagierten und Masken anlegten.

Voller würden allmählich auch Kitas und Schulen, so Nürnberger. Aktuell sind zehn Prozent der Kinder in Kitas (1277 Kinder) und Tagespflege (114). Von den Abschlussjahrgängen, die wieder die Schulen besuchen, sind drei Viertel der Schüler tatsächlich erschienen, die anderen lernen Zuhause. „Die Raumsituation ist noch ausreichend. Aber mit einer Unterrichtsausweitung wird eine räumliche Trennung schwieriger.“

Abstand und Hygiene

Wichtig sei, dass jeder Schüler einen festen Platz habe und nach vorne, hinten und zu den Seiten 1,5 Meter Abstand gewahrt würden, betont Schmid. Normaler Schulbetrieb geht so nicht. Gemäß den RKI-Richtlinien sollen Böden alle zwei Tage feucht gereinigt werden, Kontaktflächen wie Tische und Handläufe sowie Sanitärräume täglich.

„Wichtig ist die Händehygiene, in den Sanitärräumen muss es Flüssigseife, Einmalhandtücher und fließendes Wasser – kalt reicht – geben.“ Eine Maskenpflicht, so Schmid, gebe es nicht, dennoch seien 40.000 Mund-Nasen-Schutzmasken an weiterführende Schulen ausgegeben worden, an Grundschulen werden bei Bedarf Stoffmasken an Kinder ausgegeben.

In der kommenden Woche, am 7. Mai, sollen Viertklässler wieder zum Unterricht erscheinen. Die Pläne, die Grundschulen ab dem 11. Mai tageweise in einem „rollierenden“ System für die Kinder aller Jahrgangsstufen zu öffnen, wurden am Abend von NRW Ministerpräsident Armin Laschet schon wieder relativiert. Eine entsprechende Mail an die Schulen werde „korrigiert“, sagte Laschet in Düsseldorf. Am 6. Mai werde alles weitere mit Bund und Ländern besprochen. Bei den anderen Schulformen führt das Ministerium ebenfalls noch Gespräche.

Kritik übt Nürnberger an der Informationspolitik des Landes. Erst am späten Donnerstagnachmittag gab es Fakten, wie es in den Grundschulen weitergehen soll. Eine Situation, die für den Schulträger – die Kommune –, für Lehrer und Eltern unbefriedigend und „wenig vertrauensbildend“ sei. Nun gelte es abzuwarten, wie sich die ersten Lockerungen auswirken. „Wenn es so bleibt, kann ich mir für Bielefeld mehr vorstellen“, sagte Nürnberger. Das könnte zum Beispiel für Spiel- und Sportplätze gelten, wenn kontrolliert die Abstände gewahrt blieben. „Ich hoffe, dass die Situation von Kindern und Jugendlichen ebenso berücksichtigt wird wie die wirtschaftlichen Interessen.“

Ordnungsamt kontrolliert

Auch wenn über weitere Lockerungen diskutiert werde, betonen Nürnberger und Friedhelm Feldmann als Leiter des Ordnungsamtes, werde auf die Einhaltung der Coronaschutzverordnung geachtet. „Auch an diesem langen Wochenende werden wir von vormittags bis in die Nacht unterwegs sein“, kündigt Feldmann an. Coronapartys sind zwar kein Thema mehr, wo sich aber drei, vier oder gar mehr Menschen, die nicht als Familie zusammenleben, treffen, werde man einschreiten.

Bislang hat das Ordnungsamt 25 Bußgeldverfahren gegen Gewerbetreibende eingeleitet. Der Großteil der Einzelhändler, so Feldmann, hat sich an die Regeln gehalten und auf Abstand, Mundschutz und Hygiene geachtet.

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