Corona und die Folgen: künftig mehr Tests in Bielefeld
„Fallzahlen werden durch Öffnung wieder steigen“

Bielefeld (WB). Das Leben normalisiert sich langsam. Doch für Ingo Nürnberger, Chef des städtischen Krisenstabs im Rathaus, ist damit auch klar: „Die Corona-Fallzahlen werden durch die Öffnung wieder steigen.“ Von einer Normalisierung sei man weit entfernt.

Samstag, 16.05.2020, 06:40 Uhr
Inzwischen schon ein wöchentliches Ritual: Dr. Peter Schmid, Leiter des Gesundheitsamtes, und Ingo Nürnberger, Chef des städtischen Krisenstabs, informieren am Freitag über die aktuelle Corona-Lage in Bielefeld. Foto: Bernhard Pierel
Inzwischen schon ein wöchentliches Ritual: Dr. Peter Schmid, Leiter des Gesundheitsamtes, und Ingo Nürnberger, Chef des städtischen Krisenstabs, informieren am Freitag über die aktuelle Corona-Lage in Bielefeld. Foto: Bernhard Pierel

Arminia

Dennoch: Arminia spielt wieder an diesem Sonntag, auch wenn es ein Geisterspiel wird. Mit Blick auf den aktuellen Tabellenplatz eins ist Nürnberger sicher: „Kein Verein hat mehr Interesse an der Fortsetzung der Saison und wird deshalb auch alle Regeln einhalten.“ Die Zusammenarbeit mit dem DSC sei hervorragend gelaufen. Trotzdem werde das Ordnungsamt am Sonntag vor und im Stadion präsent sein. Auch Gaststätten, die das Spiel im TV zeigen, müssen mit Besuch vom Amt rechnen. Schließlich gelten auch beim Rudelgucken die Abstandsregeln.

Mehr Tests

Künftig soll auch in Bielefeld mehr auf Corona getestet werden. Vor allem mit den Kinderärzten habe es Probleme gegeben, die bei verschnupften Kindern nicht testen wollten, so Nürnberger. Das habe möglicherweise auch mit deren beschränkten Budgets zu tun. Offen sind auch noch die Rechnungen für 150 weitere Tests, die als Vorsichtsmaßnahme in verschiedenen Altenheimen vorgenommen worden seien. Eine Änderung des Epidemiegesetzes macht nun mehr (bezahlte) Tests möglich. Auch werde voraussichtlich ab Juni nachvollziehbar sein, wie viele Tests in Bielefeld gemacht wurden, wie viele positiv und negativ  ausfielen. Bisher hätten die Labore keine regionalisierten Zahlen geliefert.

CDU-Tests zahlt die Stadt

Die Stadt übernimmt die Kosten für die Corona-Tests der CDU-Fraktionsmitglieder, nachdem sich eine Mitarbeiterin der Fraktion angesteckt hat. Hier sei es darum gegangen, die Politik und die Verwaltung arbeitsfähig zu halten, so der Krisenstab-Chef. Teilnehmer der CDU-Fraktionssitzung hätten auch an anderen Gremiensitzungen teilgenommen. Weitere Infektionen hätten weitreichende Folgen für die Verwaltung gehabt.

Mehr in Kita und Schule

„Der Leidensdruck der Eltern wächst“, sagt Nürnberger mit Blick auf die noch eingeschränkte Öffnung von Kitas und Schulen. Aktuell sind wieder 2230 Kinder in der Kita. Das sind 18 Prozent aller 12.368 Kita-Kinder. 8341 Schülerinnen und Schüler besuchen aktuell wieder den Unterricht in den Grund- und weiterführenden Schulen der Stadt. Es gebe nur geringe Abwesenheitsquoten. Bei Grundschulkindern fehlten nur 81 der 2856 Viertklässler, die aktuell unterrichtet würden.

Zusätzliches Personal

„Gigantisch“ sei aktuell die Arbeitsbelastung im Gesundheitsamt, so Nürnberger. Gleichzeitig werde auch der Betrieb in den anderen Einrichtungen der Stadt wieder hochgefahren, abgeordnete Mitarbeiter würden wieder abgezogen. Die Verwaltungsspitze werde deshalb über Neueinstellungen beraten. Elf Corona-Teams mit zusammen 60 Mitarbeitern gebe es derzeit im Gesundheitsamt, berichtet Leiter Dr. Peter Schmid. Dieser Stand solle gehalten werden, weil sich die „entspannte Lage nicht fortsetzen“ werde. Auch das Ordnungsamt will seinen Stand von 90 mobilen Einsatzkräften halten. Erreicht werden soll dies durch Umschichtungen bei vorhandenem Personal, aber auch dort durch Neueinstellungen.

Obergrenze

Obwohl die Stadt wieder von steigenden Infektionszahlen ausgeht: Die Obergrenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner wird in Bielefeld bei weitem nicht erreicht. In den vergangenen sieben Tagen lag dieser Wert bei 5,6.

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