Initiative Radentscheid weist mit Aktion auf die neuen Regeln hin
Mit ausreichend Abstand sicher überholen

Bielefeld (WB). Wie viel Platz muss ein Auto- oder Lasterfahrer einem Radfahrer lassen, wenn er ihn überholt? Vielen Verkehrsteilnehmern dürfte die Antwort schwer fallen, zumal diese Frage vor wenigen Tagen erst in der Straßenverkehrsordnung neu geregelt wurde. Die Initiative Radentscheid hat daher mit einer Aktion auf der Heeper Straße am Freitag auf Vorschriften und Knackpunkte aufmerksam gemacht.

Samstag, 16.05.2020, 12:17 Uhr aktualisiert: 16.05.2020, 12:50 Uhr
Positives Beispiel: Das Auto überholt mit ausreichend Abstand. Im engen Abschnitt der Heeper Straße geht das aber nur, wenn kein Gegenverkehr kommt. Foto: Bernhard Pierel
Positives Beispiel: Das Auto überholt mit ausreichend Abstand. Im engen Abschnitt der Heeper Straße geht das aber nur, wenn kein Gegenverkehr kommt. Foto: Bernhard Pierel

„Mindestens 1,5 Meter, außerorts zwei Meter Abstand sind seit dem 28. April vorgeschrieben“, sagt Claudia Böhm vom Radentscheid Bielefeld. Und ihr Mitstreiter Michael Schemm stellt klar: „Dieser Abstand gilt vom äußeren Ende des Lenkers“, nicht etwa von der Bordsteinkante.

Auf der von der Polizei abgesperrten Heeper Straße in Höhe des Rochdale-Parks stellte die Initiative verschiedene Überholszenarien nach. Die Straße ist hier eng, ein durch eine gestrichelte Linie abgetrennter Fahrradschutzstreifen soll Radler schützen. Teilweise dürfen Autos rechts neben der Fahrradspur parken. Gleich mehrere Gefahrenpunkte kommen Claudia Böhm zufolge an dieser Stelle zusammen.

Fahrradschutzstreifen ist zu klein

So müssten Radler immer auf der Hut sein, nicht gegen die sich plötzlich öffnende Tür eines parkenden Autos zu prallen. Weil die Straße eng ist, würde dann auch ein Ausweichen neben dem rollenden Verkehr schnell zum Problem. Wenn Autos hier überholen, geraten sie aufgrund der Enge auf die Gegenfahrbahn. „Viele quetschen sich dann zwischen Gegenverkehr und Radfahrer durch“, beklagt Böhm. Vielen Auto- und Lkw-Fahrern sei nicht klar, dass sie warten müssen, wenn der Platz nicht ausreicht.

Auch der Fahrradschutzstreifen sei ein Problem. Denn der ist deutlich weniger als 1,5 Meter breit und suggeriere dem Autofahrer, dass der Streifen als Platz für den Radfahrer beim Überholvorgang genüge. Baulich gehe da einiges besser, sagen die Rad-Aktivisten. Sie fordern zwei bis 2,5 Meter breite Radwege – insbesondere dort, wo Straßen ohnehin neu überplant würden.

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