Fr., 22.05.2020

Brand in einer Wohnung am Bielefelder Forellenweg Nachbar rettet 93-Jährigen

30 Einsatzkräfte der Berufswehr und der Löschabteilung Großdornberg waren zum Forellenweg geeilt.

30 Einsatzkräfte der Berufswehr und der Löschabteilung Großdornberg waren zum Forellenweg geeilt. Foto: Christian Müller

Bielefeld (WB/cm). Yannick Jacobi brachte gerade den Hausmüll nach draußen, als ihm Flammenschein in der Wohnung seines Nachbarn auffiel. Der 21-Jährige reagierte blitzschnell und holte seinen Nachbarn (93) aus der verrauchten Wohnung. Ernsthaft verletzt wurde niemand.

Am Freitagmittag ereignete sich der Feuerwehreinsatz am Forellenweg in Dornberg. Gegen 13.15 Uhr fing es in der Küche einer Wohnung im Erdgeschoss an zu brennen. Yannick Jacobi, der selbst gelernter Rettungssanitäter ist, wusste sofort was zu tun ist.

„Ich rief zu meiner Freundin, dass sie die Feuerwehr rufen soll und alarmierte alle Bewohner im Haus. Da ich wusste, dass mein Nachbar schlecht laufen kann, habe ich die Tür geöffnet. Er ist in der letzten Zeit häufig gefallen, deshalb hatte ich einen Schlüssel zu seiner Wohnung“, berichtete der 21-Jährige, nachdem der Feuerwehreinsatz beendet war. Der 93-Jährige habe desorientiert gewirkt und sei sich der Gefahr nicht bewusst gewesen. Yannick Jacobi: „Mit der Hilfe einer Nachbarin konnten wir ihn aus der verrauchten Wohnung befreien.“

Angehörige und Feuerwehr loben den Retter

Jacobis schnelles Eingreifen machte ihn am Freitag wohl zum Lebensretter. Viel Lob gab es für ihn von Angehörigen des 93-Jährigen ebenso wie vom Feuerwehr-Einsatzleiter Marvin Haase. Bei Eintreffen der ersten Brandbekämpfern hatte Jacobi die Feuerwehrleute direkt eingewiesen und ihnen mitgeteilt, dass alle Bewohner aus dem Haus sind, nur die Bewohner einer Wohnung im Obergeschoss nicht öffneten.

Feuerwehrkräfte gaben Entwarnung, die Wohnung war leer. Den ausgedehnten Küchenbrand hatte ein Trupp unter Atemschutz mit einem Strahlrohr rasch abgelöscht, die Wohnung wurde durch den Rauch unbewohnbar. Der Bewohner der Brandwohnung, die Helferin und Yannick Jacobi wurden vom Rettungsdienst und einer Notärztin untersucht. Sie kamen mit einer leichten Rauchgasvergiftung davon, die nicht im Krankenhaus behandelt werden musste.

30.000 Euro Sachschaden

Warum das Feuer in der Küche ausbrach, ist unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Laut Feuerwehr entstand ein Sachschaden in Höhe von 30.000 Euro.

Die sechs weiteren Bewohner konnten nach Belüftung des Hauses zurück in die übrigen drei Wohnungen. Der 93-Jährige Bewohner kam bei Angehörigen unter. Für die etwa 30 Brandbekämpfer der Wache West der Berufswehr und der Löschabteilung Großdornberg der Freiwilligen Feuerwehr sowie den Rettungsdienst und die Polizei war der Einsatz nach etwa eineinhalb Stunden beendet.

Yannick Jacobi berichtete, dass er vor Kurzem eine Ausbildung zum Rettungssanitäter abgeschlossen habe. Eine Stelle habe er aber noch nicht gefunden, da durch die Corona-Pandemie keine Vorstellungsgespräche mehr stattgefunden hätten.

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