Der erste Tag unter Corona-Bedingungen im Wiesenbad in Bielefeld
Besucher genießen das kühle Nass

Bielefeld (WB). Endlich eintauchen ins kühle Nass und schwimmen, schwimmen, schwimmen. Das ist seit Montag im Wiesenbad wieder möglich – unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. Das Schauspielerehepaar Karla Tippel und Thomas Wolff gehörte zu den ersten Gästen, die die Gelegenheit nutzten, endlich mal wieder ausgiebig Bahnen zu schwimmen.

Dienstag, 26.05.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 26.05.2020, 07:12 Uhr
Alles im Blick hat Schwimmmeistergehilfin Barbara Stüssel von ihrer erhöhten Position aus. Am Eröffnungstag hielt sich die Zahl der Besucher im Wiesenbad in Grenzen. Sicherheitsabstände im Becken wurden eingehalten. Foto: Bernhard Pierel
Alles im Blick hat Schwimmmeistergehilfin Barbara Stüssel von ihrer erhöhten Position aus. Am Eröffnungstag hielt sich die Zahl der Besucher im Wiesenbad in Grenzen. Sicherheitsabstände im Becken wurden eingehalten. Foto: Bernhard Pierel

„40 Bahnen müssen es mindestens sein“, erzählt der Bielefelder Schauspieler, der einen probenfreien Tag nutzte, um einem geliebten Hobby nachzugehen. „Schwimmen hält mich nicht nur fit, es hat für mich auch was von Meditation. Manchmal memoriere ich dabei auch Texte“, erzählt Wolff beim Verlassen des Freibades. „Wir sind froh, dass es endlich wieder möglich ist. Das mit den Abstandsregeln fühlt sich zwar komisch an. Jedoch haben wir uns hier sicher gefühlt“, ergänzt Ehefrau Karla Tippel. Schöner fänden es beide indes, wenn Schwimmrichtung und Bahnen vorgegeben wären und nicht jeder kreuz und quer schwimmen dürfte.

Wiesenbad wieder geöffnet

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  • Christine Krug nutzte gleich den ersten Tag, um im Becken des Wiesenbades ihre wassergymnastischen Übungen mit einem Terraband zu absolvieren.

    Foto: Bernhard Pierel
  • Karla Tippel und Thomas Wolff haben ein Online-Ticket mit QR-Code erworben.

    Foto: Bernhard Pierel
  • Wer ins Wiesenbad möchte, erhält mit dem Online-Ticket einen QR-Code, der im Eingangsbereich und beim Verlassen des Bades gescannt wird. Sonja Lütgert-Dohrt hilft bei Problemen.

    Foto: Bernhard Pierel
  • Alles im Blick hat Schwimmmeistergehilfin Barbara Stüssel von ihrer erhöhten Position aus. Am Eröffnungstag hielt sich die Zahl der Besucher im Wiesenbad in Grenzen. Sicherheitsabstände im Becken wurden eingehalten.

    Foto: Bernhard Pierel

Erfahrungen sammeln

„Wir sammeln jetzt erst einmal Erfahrungen. Es kann sein, dass wir künftig Bahnen und Schwimmrichtung vorgeben werden“, erklärt Barbara Stüssel, die Montagnachmittag die Aufsicht führt und darauf achtet, dass die Schwimmerinnen und Schwimmer im Becken den Mindestabstand einhalten. „Bislang habe ich keine Verstöße feststellen können. Aber es sind ja auch keine 100 Leute im Becken, da ist es kein Problem, die Abstände einzuhalten, sagt die Schwimmmeistergehilfin, die seit 40 Jahren im Wiesenbad arbeitet.

Wie der Betrieb an heißen Sommertagen laufen wird, wird sich zeigen. Mehr als 380 Personen dürfen sich jedoch nie gleichzeitig im Wasser aufhalten. Und die Besucherzahl ist pro Tag auf 1350 limitiert. „Die maximale Besucherzahl ergibt sich aus der Größe der Liegewiese. Die ist im Wiesenbad 13.500 Quadratmeter groß. Da für jeden Besucher ein Platz von zehn Quadratmetern zur Verfügung stehen muss, kommen wir im Wiesenbad auf 1350 Gäste“, erläutert Stadtwerke-Sprecherin Yvonne Liebold.

Karten gibt es nur im Internet

Besuchern wird der Einlass nur gewährt, wenn sie zuvor im Internet ein Online-Ticket gekauft haben. Es wird für einen bestimmten Tag und personengebunden angeboten. „Es ermöglicht uns, den Überblick über die Zahl der Besucher zu behalten und deren Namen zu erfassen“, verdeutlicht Yvonne Liebold. Die Karten sind unter www.bbf-online.de erhältlich. Das Online-Ticket wird beim Betreten und Verlassen des Bades elektronisch erfasst. Jahres- oder Saisonkarten-Inhaber und Abo-Kunden erwerben ein Ticket für null Euro und zeigen ihre Dauerkarte beim Eintritt vor. Saisonkarten gibt es weiterhin an der Kasse des Wiesenbades. „Familienkarten können aktuell noch nicht online gekauft werden. Daher haben alle Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr in Begleitung eines Erwachsenen in den nächsten Tagen freien Eintritt. Für die Kinder muss dann nur ein Ticket für null Euro gekauft werden“, sagt Liebold.

Die meisten Besucher sind gut vorbereitet, so dass sich die kurze Schlange vor dem Eingang zügig abbaut. Zudem gibt es ein erhöhtes Kontingent an Ordnern, die den Besucherstrom gezielt leiten. „Das ist für uns alle eine neue und ungewohnte Situation“, sagt Barbara Stüssel.

Im Juni öffnen die anderen Freibäder

Im Wiesenbad sollen in den nächsten Tagen und Wochen Erfahrungen gesammelt werden, wie unter Corona-Bedingungen ein Freibad-Betrieb aufrecht zu erhalten ist. „ Erst danach öffnen die anderen Freibäder in den Stadtteilen . Wir rechnen im Juni damit, erklärt Yvonne Liebold.

Eine Übertragung des Corona-Virus durch das Wasser gilt als sehr unwahrscheinlich. „Ich würde nicht hier her kommen, wenn ich diesbezüglich Bedenken hätte“, sagt Christine Krug. Die Besucherin achtet im Becken auf Abstand und absolviert in aller Ruhe ihre Gymnastikübungen mittels eines Terrabandes. Sie gehe normalerweise regelmäßig schwimmen und sei froh, dass es jetzt im Wiesenbad wieder möglich sei.

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