In Corona-Zeiten boomt der Deutschlandurlaub auf dem Campingplatz
Run auf Wohnmobil, Caravan und Camping

Bielefeld (WB). Coronavirus, Ansteckungsgefahr, Hygieneregeln, Maskenpflicht – was ist 2020 mit den schönsten Wochen des Jahres? „Der Deutschlandtourismus boomt dieses Jahr”, sagt Michael Schreiber, Büroleiter des Reisebüros Westfalen-Urlaubsreisen am Jahnplatz. Und das Boomen findet auf eine ganz besondere Weise statt. Die Nachfrage nach Wohnmobil, Caravan und Camping ist immens.

Donnerstag, 11.06.2020, 11:47 Uhr aktualisiert: 11.06.2020, 21:50 Uhr
Der Trend zum Urlaub im eigenen Land macht sich auch auf dem Campingplatz in Quelle deutlich bemerkbar, sagt Geschäftsführer Rolf Meyer zu Bentrup. Foto: Thomas F. Starke
Der Trend zum Urlaub im eigenen Land macht sich auch auf dem Campingplatz in Quelle deutlich bemerkbar, sagt Geschäftsführer Rolf Meyer zu Bentrup.

„Pfingsten wären wir beinahe um das Dreifache überbucht gewesen”, sagt Rolf Meyer zu Bentrup, Geschäftsführer des Campingplatzes in Quelle. Auch kurz vor Christi Himmelfahrt verzeichnet er eine „verstärkte Nachfrage” nach Campingurlaub. „Die Dauerstellplätze sind jetzt alle belegt”, sagt Meyer zu Bentrup. 15 neue Dauerstellplätze hat der Geschäftsführer geschaffen. Bis auf zwei waren alle schnell vergeben.

Selbst Queller machen Campingurlaub in Quelle, sagt Meyer zu Bentrup. „Die Menschen wollen einfach mal wieder ins Freie, gemütlich eine Kanne Bier trinken und etwas grillen.”

Duschen, Biergarten, Adventure-Golf- und Trampolin-Anlage – auf dem Platz ist alles geöffnet. Allerdings unter strikter Einhaltung der Hygieneregeln, die es für jeden Neuankömmling gleich am Em­pfang gibt. In den Sanitäranlagen herrscht Desinfektions- und Maskenpflicht, nur jede zweite Dusche und jedes zweite Waschbecken sind wegen des Mindestabstandes geöffnet. Im täglich geöffneten Biergarten stehen Tische und Stühle weiter auseinander. Allerdings beobachtet Meyer zu Bentrup ein verändertes Verhalten der Gäste: „Da wird nicht mehr bis in die Puppen gesessen. Um 21 Uhr ist in der Regel Schluss.”

„Wir haben Personal aufgestockt“

Wer Campingurlaub macht, der fährt in der Regel im Wohnmobil oder mit dem Caravan vor. „Die Nachfrage ist riesig. Wir bekommen deutlich mehr Anfragen”, berichten Jörg Henninger und Markus Krause von 50 Prozent mehr Interessenten und einem um ein Drittel gestiegenen Verkauf. Henninger und Krause sind Geschäftsführer des Bielefelder Reisemobil-Zentrums Palmowski, eigenen Angaben zufolge größter Anbieter der Branche in Deutschland. „Wir haben absolut viele Neukunden. Das ist eine Situation, die wir so noch nicht erlebt haben”, sagen beide.

Es würden deutlich mehr Reisemobile als Wohnwagen nachgefragt, meint Henninger, zuständig für den Vertrieb. „Wir haben Personal aufgestockt. Die Büros der Verkäufer sind voll”, fügt Krause hinzu. Bei den Herstellern sei die Produktion in den nächsten Monaten ausverkauft. „Wir haben im Vorfeld richtig optimistisch geordert”, berichten die Geschäftsführer von einem aktuellen Lagerbestand von bis zu 300 Reisemobilen und Caravans.

Und was ist so reizvoll an Wohnmobil und -wagen? „Der Kunde hat sein eigenes kleines Hotel dabei und ist autark. Das ist gerade in Coronazeiten sehr sinnvoll”, sagen Henninger und Krause. Entsprechend breit sei der (Neu-)Kundenkreis: „Das Publikum reicht von der jungen Familie bis zum Rentner.”

„Mallorca ist buchbar”

Aber was ist nun mit den schönsten Wochen des Jahres an den Stränden des Mittelmeeres? „Mallorca ist buchbar”, sagt Reiseexperte Michael Schreiber von Westfalen-Urlaubsreisen. Das restliche Spanien und Zypern wollen in Kürze ebenfalls wieder öffnen. Italien, Griechenland und Kroatien rüsten auch für die Sommerferien.

Was genau mit der Türkei ist, sei aktuell noch in der Schwebe, sagt Schreiber. Nordafrikanische Urlaubsländer seien noch nicht buchbar, Fernreisen ebenso wenig.

Fest steht: Der Strandurlaub 2020 ist völlig anders. Abstand halten ist die Regel. Im spanischen Barcelona sollen die Strände per Video überwacht werden. Mit Hilfe einer App soll vor Überfüllung an der Liegestuhl- und Sonnenschirm-Front gewarnt werden. Auch ist die Rede von Kontrollpunkten für Strandzugänge, von Absperrungen und Korridoren.

Also doch lieber Urlaub in Deutschland? Wenn ja, an die See oder lieber in die Berge? „Wenn der Kunde flexibel ist, geht in Deutschland immer was”, macht Schreiber allen Kurzentschlossenen Mut, die drei Wochen vor den NRW-Sommerferien noch ein Ziel für die schönsten Wochen des Jahres suchen.

Kommentare

Block1  schrieb: 11.06.2020 19:28
Unser Rolf...
...mal abseits von Arminia.Ich freue mich für Rolf MzB und seine fleißigen Mitarbeiter.Sie schaffen im Süden unserer schönen Stadt ein Kleinod. Dieser Campingpark ist ein Schmuckstück und verdient den Badesee .Wir sind hier Dauercamper und sehr glücklich darüber...
1 Kommentare
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