Die Leidenschaft von Marie-Luise und Hans-Jochen Asemissen vor den Toren Bielefelds
Gartenparadies für Rosen, Stauden und viele Insekten

Bielefeld (WB). Das wichtigste Handwerkszeug von Marie-Luise Asemissen ist die Schere. Damit geht sie beherzt zu Werke. „Besser mehr als weniger“, sagt die passionierte Hobby-Gärtnerin. Nicht nur ihre gut 100 Rosen danken es ihr durch üppiges Wachstum und Blühen. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie vor den Toren Bielefelds ein Paradies geschaffen.

Samstag, 13.06.2020, 06:00 Uhr
Die Schere ist das wichtigste Werkzeug von Marie-Luise Asemissen. Sie ist eine wahre Kennerin von Rosen und Stauden, kennt ihre Besonderheiten und weiß, welchen Standort sie lieben. Und natürlich kennt sie die Namen ihrer 100 Rosen. Die setzt sie im Übrigen gerne in Gruppen von vier Pflanzen: Ihre Wirkung ist um so schöner. Foto: Bernhard Pierel
Die Schere ist das wichtigste Werkzeug von Marie-Luise Asemissen. Sie ist eine wahre Kennerin von Rosen und Stauden, kennt ihre Besonderheiten und weiß, welchen Standort sie lieben. Und natürlich kennt sie die Namen ihrer 100 Rosen. Die setzt sie im Übrigen gerne in Gruppen von vier Pflanzen: Ihre Wirkung ist um so schöner. Foto: Bernhard Pierel

Vor 15 Jahren haben Marie-Luise und Hans-Jochen Asemissen der Stadt den Rücken gekehrt und sind auf den Bolhof direkt hinter der „Grenze“ ins Lippische gezogen. Der Hof ist schon im Mittelalter urkundlich belegt und seit Generationen im Besitz der Familie. „Wir haben schon direkt nach unserer Heirat kurze Zeit hier gelebt“, erzählt Marie-Luise Asemissen. Dann aber ging es in die Stadt, wo die vier Kinder groß wurden. Als die flügge waren, stellte sich nach einem Brand auf dem vermieteten Hof und der anschließenden Renovierung allerdings die Frage, ob man nicht vielleicht doch wieder zurück „aufs Land“ ziehen sollte.

Gartenparadies für Rosen, Stauden und Insekten

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  • Foto: Bernhard Pierel
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Nach einem Sommer, in dem das Ehepaar „zur Probe“ im Grünen wohnte, war dann der Entschluss gefasst. Seitdem ist das etwa drei Hektar große Areal des Bolhofes gründlich umgestaltet worden. Entstanden sind verschiedene Gartenräume, die mal „gepflegter“ und mal ein wenig wilder sind und – ganz nach englischem Vorbild – langsam in die Landschaft übergehen.

Wo heute inmitten eines von einer Buxhecke umgebenen Rechtecks Rosen um die Wette blühen, zu ihren Füßen und um sie herum Akelei, spanische Artischocken, Pfingstrose, Fingerhut, Klatschmohn oder Eisenhut gedeihen, war früher die Güllekuhle direkt neben dem Kuhstall.

Wiese darf wachsen

Direkt nebenan ist eine Wiese mit Obstbäumen und ebenfalls vielen Rosen in Sorten. „Hier war eine alte Rumpelwiese mit Geräten“, sagt Marie-Luise Asemissen. Düngen müsse sie hier bis heute nicht, weil der Boden wirklich gut sei und hier bis vor etwa 40 Jahren Kühe auf der Weide standen. . .

Die Wiese rund um die Obstbäume darf einfach wachsen, das Gras wogt üppig und wird nur zweimal im Jahr gemäht. Immerhin aber schneidet Hans-Jochen Asemissen mit dem Aufsitzmäher breite Wege hinein, so dass man hier lustwandeln kann und auch zu einer Laube gelangt: Umgeben von einer Buchenhecke, mit Blick in den Himmel, sitzt man hier geborgen und vor Wind geschützt.

Relativ akkurat geht es auf der anderen Seite des Hauses zu, dort, wo einst die Schweinewiese war. Auf einer gepflegten Rasenfläche wachsen Birken, Robinie und Leberhülsenbaum, zu deren Füßen es auf der Baumscheibe blüht. Begrenzt wird der Rasen von einer „mixed border“ aus Rosen, Zierdistel, Phlox, Jungfer im Grünen, Storchschnabel, Brandkraut und vielem mehr.

Viele der Stauden und Ein- bis Zweijährigen hat Marie-Luise Asemissen aus Früchten und Samen gezogen. Das macht ihr mehr Spaß, als die Pflanzen „fertig“ im Topf zu kaufen. Wo auch immer es geht, sammelt sie Samen ein oder kauft die entsprechenden Tütchen. Mittlerweile ist sie selbst Produzentin von Sämereien. Die werden am Küchentisch oder vor dem Fernseher mit einem kleinen Salzlöffelchen in Tüten verpackt und normalerweise am Tag des offenen Gartentores für den guten Zweck verkauft. Auch dieser Tag aber ist in diesem Jahr Corona-bedingt ausgefallen. Die Tütchen gehen nun an den Förderverein der Grundschule Asemissen.

Gegen Läuse helfen Marienkäfer

Wichtig ist Marie-Luise Asemissen und ihrem Ehemann, dass der Garten naturnah ist (und nicht mit Trinkwasser gegossen wird). Läuse in der Artischocke? Dagegen helfen Marienkäfer. Ebenso gibt es zwar gefüllte englische Rosen, aber eben als „Bienenweiden“ viele Wildformen und Rosen mit geöffneter Blüte. „Diese Rosen bilden im Herbst Hagebutten aus und haben teils buntes Laub.“ Entsprechend summt und brummt es, freuen sich Hummeln, Bienen und sogar Azurlibellen an dem üppigen Garten. Die Libellen fühlen sich nicht von ungefähr wohl: Ein großer Gartenteich gegenüber dem Haupthaus ist ihr Revier und das unzähliger Frösche.

Zurück in die Stadt? Das kann sich Marie-Luise Asemissen nicht vorstellen. Selbst den einst sehr gerne betriebenen Golfsport haben sie und ihr Mann aufgegeben: „Der Garten bedeutet uns viel mehr.“ Mit dieser Leidenschaft haben sie schon eine Enkelin angesteckt: Die nämlich hat aus einem Apfelkern ein Pflänzchen gezüchtet, das von der Großmutter erst in ihrer„Nursery“ für kleine, mickrige oder kränkelnde Pflänzchen aufgepäppelt wurde und nun schon ein gut einen Meter hohes Bäumchen auf der Obstwiese ist. Eigentlich, sagt die Gärtnerin, könne jeder, der zumindest einen kleinen Balkon hat, mit wenig Aufwand etwas für die Natur machen – „nur nicht mit Kies und Schotter!“. Sogar aus ihrem Schnittabfall ist am Gartenrand eine „Benjeshecke“ entstanden. Darin hausen Fuchs und Hase, „und oben drauf sitzt der Fasan.“

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