Polizeipräsidentin: rote Linie überschritten – GdP: kein Rassismus
Bielefelder Polizisten an den Pranger gestellt

Bielefeld (WB). Unbekannte haben am Freitag in Bielefeld mehrere Dutzend Plakate mit Fotos von Polizisten aufgehängt. Die Bilder zeigen Bielefelder Beamte, wie sie am 6. Juni einen Schwarzafrikaner zu bändigen versuchen, der sich nach Polizeiangaben der Überprüfung seiner Personalien widersetzt haben soll.

Samstag, 13.06.2020, 03:44 Uhr aktualisiert: 13.06.2020, 05:01 Uhr
Katharina Giere, Bielefelds Polizeipräsidentin. Foto:
Katharina Giere, Bielefelds Polizeipräsidentin.

„Rassistische Polizeigewalt hat Gesichter”, lautet der deutsche und englische Text auf den Plakaten, die Beamten auf den Fotos sind eindeutig zu erkennen. „Man muss sich mal vorstellen, wie belastend das für die Kollegen ist”, sagt Patrick Schlüter aus Gütersloh, Vize-Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Ostwestfalen-Lippe und Mitglied des Landesvorstands.

Bei 40.000 Polizisten in NRW könnten in Einzelfällen rassistische Einstellungen vorkommen, und diese Fälle seien ja auch bekannt. Aber die Festnahme in Bielefeld sei nicht geeignet, als Beispiel herzuhalten. „Man kann ja wohl nicht verlangen, dass Polizisten ihre Maßnahmen nicht durchsetzen, weil der vermeintliche Täter einen Migrationshintergrund hat.”

Polizisten wollten am 6. Juni gegen 23 Uhr auf dem für Drogengeschäfte bekannten Kesselbrink sechs Personen kon­trollieren, von denen ihnen nach eigenen Angaben zwei durch Drogendelikte bekannt waren. Ein Asylbewerber (23) aus Burkina-Faso soll aggressiv reagiert und den Beamten Rassismus vorgeworfen haben. Von Umstehenden aufgenommene Videos zeigen, wie Polizisten den Mann, der sich wehrt, zu bändigen versuchen, während sich Menschen verbal gegen die Polizisten positionieren und eine Flasche fliegt.

Bielefelds Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere sagt, mit der Plakat-Aktion sei eine rote Linie überschritten worden. Sie nennt es „persönliche Gewalt gegen einzelne Bielefelder Polizisten”. Die bisherige Überprüfung des Einsatzes vom 6. Juni habe ergeben, dass die Maßnahmen gerechtfertigt und die Gewaltanwendung verhältnismäßig gewesen sei.

Die Ermittlungen gegen die Urheber der Aktion hat der Staatsschutz übernommen. Die Polizei hat etwa 30 Plakate rund um den Kesselbrink sichergestellt und ermittelt wegen Verleumdung, übler Nachrede und Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz, weil die Fotos der Polizisten ohne deren Erlaubnis veröffentlicht worden waren.

Patrick Schlüter von der GdP sagt, es gebe in NRW keinen strukturellen Rassismus bei der Polizei. „Unsere Polizeiausbildung ist mit der US-amerikanischen nicht gleichzusetzen.“ Das beginne schon mit dem Auswahlverfahren. Danach absolvierten Polizisten in NRW ein dreijähriges Studium. Sie würden geschult in Deeskalation. „Zwangsmaßnahmen sind für uns erst das letzte Mittel.”

In den USA soll die Polizeiausbildung laut Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ im Schnitt nur 19 Wochen dauern.

Kommentare

kommentator07  schrieb: 15.06.2020 10:36
Wortwahl
"Schwarzafrikaner zu bändigen", was ist das denn für Vokabular?! Das könnte man deutlich humaner formulieren.
Monika  schrieb: 14.06.2020 14:54
Wehret den Anfängen
Wehret den Anfängen mit aller Härte des Gesetzes! Es darf nicht sein dass ein gewaltbereiter entfesselter linker Mob meint, Angst und Schrecken verbreiten zu können. Hoffentlich werden die Anstifter und Akteure gefasst. ich erwarte auch von linken Politikern eine eindeutige Stellungnahme für unseren Rechtsstaat. Die SPD-Vorderen haben sich ja bis jetzt nicht mit Ruhm bekleckert. Öffentliche Unterstützung für eine kriminelle Bande wie die Antifa ist wirklich das Allerletzte. Ich hoffe die Wähler vergessen das nicht.
Chris  schrieb: 14.06.2020 12:51
Respekt - FÜR die Polizei
Bielefeld (/Deutschland) sollte mal Gesicht zeigen und FÜR seine Polizisten auf die Straße gehen, während Drogendealer und andere Kriminelle stark gemacht werden mit unsäglichen Protestaktionen.
Kirsten Lößel  schrieb: 14.06.2020 09:06
Plakat Aktion gegen Polizisten
Somit zeigt es sich das die Straftäter sich den Fall G.Floyd zu nutze machen. Es ist unfassbar das man den Beamten droht in dem Plakate veröffentlicht werden um diese als Rassisten da stehen zu lassen. Wenn es ein bekannter Drogen Ort ist (schon schlimm genug das es diesen überall gibt) und die Beamten ihren Dienst tun im den sie Personalien feststellen wollen, und dann ein Mann sich weigert (was hat er zu verbergen?) sollen die Beamten dann bitte bitte sagen? NEIN! Lasst unsere Beamten ihre Arbeit machen, wenn nötig mit Zwangsmaßnahmen! Ich möchte keine Welt mit Drogenhändlern! Peace and Love
Judith  schrieb: 14.06.2020 02:51
Judith shehada
Ich finde es korrekt wie unsere Polizei da vorgegangen ist den was soll sich unsere Polizei noch gefallen lassen von Kriminellen. Unserer Polizei werden eh schon die Hände gebunden und unsre kriminelle Lachen und greifen sie an ohne jeglichen Respekt vor dem Gesetz traurig schaut euch doch nur am kesselbrink um als normaler Mensch muss man Angst haben was da abgeht also bitte was sollen unsere Polizisten sich noch gefallen lassen.......
5 Kommentare
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