Ein Kommentar zum Drogen-Hotspot Kesselbrink
Sagen, was ist

Bielefeld (WB). Sagen, was ist. Das war das Motto von „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein. Sagen, was ist. Das hat auch Bielefelds Polizeipräsidentin Katharina Giere am Donnerstag im Hauptausschuss des Rates getan.

Samstag, 13.06.2020, 10:04 Uhr aktualisiert: 13.06.2020, 10:08 Uhr
Am Sonntag nach dem Polizeieinsatz vom 6. Juni wurde auf dem Kesselbrink gegen Rassismus demonstriert. Foto: Jens Heinze
Am Sonntag nach dem Polizeieinsatz vom 6. Juni wurde auf dem Kesselbrink gegen Rassismus demonstriert. Foto: Jens Heinze

Schnörkellos hat sie die Situation auf dem Kesselbrink geschildert. Wie mit der Zuwanderung ab 2015 dort auch die Kriminalität gestiegen ist. Wie Afrikaner und Albaner um die Vormacht im Drogenhandel ringen. Dass sie dabei aggressiver und raumgreifender würden, Anwohner und Geschäftsleute nicht selten offen bedrohten.

Da blieb wenig Raum für Relativierungen und Beschönigungen. Der Kesselbrink ist neben der Tüte, dem Stadtbahnzugang am Hauptbahnhof, der Drogen-Hotspot in Bielefeld. Auch diese Seite muss betrachtet werden, wenn nach einer Polizeikontrolle auf dem Platz, bei der am vergangenen Samstag ein Afrikaner festgenommen wurde, der Rassismus-Vorwurf im Raum steht.

Giere hat ebenfalls betont, dass die Polizei die Szene nicht komplett vom Kesselbrink vertreiben will und kann, weil dies bedeuten würde, dass sie dann in die umliegenden Wohnquartiere oder in den Ravensberger Park auswiche. Und Giere hat Verwaltung und Politik in die Pflicht genommen. Allein könne die Polizei das Problem nicht lösen. Da müssen also Ordnungsamt und Sozialarbeiter ran. Denn, so die Polizeipräsidentin, der Kesselbrink müsse ein Ort für alle Bielefelder bleiben.

Sagen, was ist. Das war die Botschaft vom Donnerstag. Bloß nicht länger verschwurbelt drumrumreden. Die Bielefelder vertragen Ehrlichkeit besser als Schönfärberei.

Kommentare

Axel  schrieb: 14.06.2020 12:27
Eltern verbieten Kindern dort zu spielen!
Racial profiling... klingt immer einfach, um von den Fakten abzulenken.
Ich empfehle einen Spaziergang am frühen Abend um zu beobachten was da los ist.
Ich werde jetzt sicherlich falsch verstanden, wenn ich sage, dass da kaum deutsche sind sondern viele Zuwanderer Von denen einige offensichtlich mit Drogen handeln.
Warum wird das immer verniedlicht? Müssen wir Mitleid mit den Dealern haben?

Bielefeld verliert gerade diesen wunderschöne Platz mit Skaterpark und Spielplatz. Wir haben unserem Sohn verboten sich auf dem Kesselbrink aufzuhalten. Er fuhr leidenschaftlich Scooter aber nicht auf einem Marktplatz für Drogen, andere Eltern haben es ihren Kindern mittlerweile ebenfalls verboten.

Wenn die Politik und die Polizei nicht durchgreift verkommt der Platz erneut! ...und das wäre wirklich schade.

Ich bin für strenge Kontrollen, Videoüberwachung und entsprechendes Durchgreifen, damit unsere Kinder diesen Platz friedlich und sicher nutzen können.
Hubert  schrieb: 13.06.2020 12:16
"Sagen, was ist" klingt gut. Für die Polizei wäre da ein guter Schritt, die unpassende Opferrolle hintenanzustellen und endlich das einzuräumen, was ohnehin jeder weiß: dass sie gerade bezüglich der Drogenkriminalität dauerhaft racial profiling ausübt. Dass dabei naturgemäß immer wieder Unschuldige, nur aufgrund ihrer Hautfarbe, in ihr Visier geraten. Wenn dieser erste Schritt getan ist, dann kann die Polizei sich problemlos bei denjenigen entschuldigen, ja sogar schon vorsorglich um Verständnis bitten. Ich könnte mir vorstellen, dass das die Wogen ein wenig glätten würde, denn Ehrlichkeit kommt immer gut an. Also, liebe Polizei: Sagen, was ist.
2 Kommentare
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