Immobilieneigentümer von Rückzug überrascht – Mietvertrag läuft noch bis 2026
Karstadt: auch Abriss denkbar

Bielefeld (WB). Auch für die Besitzerin der Karstadt-Immobilie in der Innenstadt, der Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft, kam die Ankündigung der Warenhauskette, sich aus Bielefeld zurückzuziehen, überraschend. Damit habe man nicht gerechnet, teilt die Aachener Grund auf Anfrage mit. Man wolle alles dafür tun, Karstadt am Standort Bielefeld zu halten.

Mittwoch, 24.06.2020, 06:28 Uhr aktualisiert: 24.06.2020, 07:44 Uhr
Was wird aus der Karstadt-Immobilie nach dem Rückzug des Warenhauskonzerns? Auch ein Abriss ist denkbar. Foto: Bernhard Pierel
Was wird aus der Karstadt-Immobilie nach dem Rückzug des Warenhauskonzerns? Auch ein Abriss ist denkbar. Foto: Bernhard Pierel

„Ob wir eine Chance haben, vermögen wir nach der Ankündigung zur Schließung am Freitag, die auch für uns sehr überraschend kam, nicht sagen. Aber wir geben nicht auf. Sollte dies nicht gelingen, werden wir uns schnellstmöglich um eine Alternativnutzung bemühen,“ erklärt Sonja Nees, Leiterin Kommunikation/PR bei der Aachener Grund.

Karstadt hat das Gebäude in der Bielefelder Innenstadt mit einer Fläche von 30.920 Quadratmetern bis Ende Juni 2026 gemietet. Durch das Schutzschirmverfahren hat der Warenhauskonzern jedoch ein vorzeitiges Kündigungsrecht. Eine solche Kündigung ist bislang bei der Aachener Grund noch nicht eingegangen. Man habe Karstadt/Kaufhof neue langfristige Mietverträge zu einer reduzierten Miete angeboten, „zu einer reduzierten Miete, die die jeweilige Niederlassung am Standort solide erwirtschaften kann.“

Bei der Aachener Grund geht man davon aus, dass das Mietverhältnis in Bielefeld bis zum Ende der regulären Laufzeit bis Ende Juni 2026 bestehen bleibt. Daher lägen auch noch keine Pläne für eine anderweitige Nutzung der Immobilie vor. „Sollte es zu einer vorzeitigen Kündigung des Mietvertrages seitens Karstadt kommen, bemühen wir uns professionell um eine schnellstmögliche alternative Nachnutzung,“ so Sonja Nees. Damit einher gehe oft ein Umbau der Immobilie. Je nach baulichem Zustand und der Genehmigungslage käme auch ein Abriss mit nachfolgendem Neubau in Frage.

Als einer der Gründe der Schließung des Bielefelder Hauses war von Insidern auch der bauliche Zustand der Immobilie genannt worden. Für diesen sei, so die Aachener Grund, der Warenhauskonzern selbst verantwortlich. Aufgrund der damaligen wirtschaftlichen Bedingungen sei im Jahr 2012 mit Karstadt/Kaufhof ein so genannter „Triple-Net-Mietvertrag“ geschlossen worden, der unter anderem bedeute, dass der Mieter für sämtliche Wartungs- und Renovierungsfälle in und an der Immobilie selbst aufkommen muss und diese zu verantworten hat. Das sei bei Warenhäusern so üblich, so die Aachener Grund.

Wie mehrfach berichtet will sich der Karstadt/Galeria/Kaufhof-Konzern nach 64 Jahren aus Bielefeld zurückziehen. Ein genaues Datum der Schließung des letzten Kaufhauses in Bielefeld steht noch nicht fest. Von der Schließung sind etwa 200 Mitarbeiter betroffen. Oberbürgermeister Pit Clausen und der Einzelhandelsverband hatten die angekündigte Schließung als schweren Verlust für den Bielefelder Einzelhandel bezeichnet.

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