Vorsitzender Pit Clausen hofft, Teil der Filialschließungen verhindern zu können
Karstadt: NRW-Städtetag will mehr Engagement des Landes

Bielefeld/Gütersloh (dpa). Der nordrhein-westfälische Städtetag hat an die Landesregierung appelliert, sich für den Erhalt möglichst vieler Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof einzusetzen. „Es geht darum, einen Teil der Filialschließungen vielleicht doch noch zu verhindern“, sagte der neugewählte Städtetagvorsitzende, der Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD), am Mittwoch nach einer virtuellen Mitgliederversammlung des kommunalen Spitzenverbandes.

Mittwoch, 24.06.2020, 13:21 Uhr aktualisiert: 24.06.2020, 13:24 Uhr
In OWL sind die Bielefelder Karstadtfiliale (Foto) sowie die Filiale in Gütersloh von den Schließungsvorhaben betroffen. Foto: Bernhard Pierel
In OWL sind die Bielefelder Karstadtfiliale (Foto) sowie die Filiale in Gütersloh von den Schließungsvorhaben betroffen. Foto: Bernhard Pierel

Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hatte in der vergangenen Woche angekündigt, 62 seiner 172 Filialen schließen zu wollen. Allein in Nordrhein-Westfalen sollen 18 Häuser dicht machen. In Ostwestfalen-Lippe sind die Städte Bielefeld und Gütersloh betroffen.

„Dass viele traditionsreiche Filialen von Karstadt Kaufhof schließen sollen, trifft die Städte hart. Denn mit diesen Kaufhäusern droht ein wichtiger Ort verloren zu gehen, wo sich Menschen versorgen und einander begegnen können“, sagte Clausen. Der Städtetag sei deshalb mit dem Unternehmen, Gewerkschaften, dem Einzelhandel und anderen Akteuren in Kontakt, um zu retten, was zu retten ist.

Auch die Aachener Grund, Besitzerin der Karstadt-Immobilie in der Bielefelder Innenstadt, will um den Erhalt des Standortes kämpfen.

Eine Ursache für die geplanten Schließungen seien offenbar hohe Mietzahlungen. Gerade der Einzelhandel und die Gastronomie litten besonders in der Corona-Pandemie darunter, dass große Immobilieneigentümer und Shopping-Center Mieten nicht reduzierten, klagte der Städtetagvorsitzende.

Clausen drängte: „Das Land sollte gemeinsam mit den betroffenen Städten zeitnah Gespräche aufnehmen. Denn da, wo am Ende Filialen wirklich schließen müssen, brauchen wir sehr bald tragfähige Konzepte für mögliche Neunutzungen der großen Handelsimmobilien.“ Das Land solle wenn nötig, auch den Ankauf von Grundstücken finanziell unterstützen, um längerfristige Leerstände zu vermeiden, regte er an.

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