Der Singer-Songwriter Moe eröffnet den Bielefelder Burgsommer
Die Schönheit der Traurigkeit

Bielefeld (WB). „Ja, da ist man irgendwie wieder“, sagt Moe, als er die Bühne unterhalb der Sparrenburg betritt. Der Singer-Songwriter spielt zum Auftakt des Bielefelder Burgsommers ein Konzert, das sich auch anfühlt wie der Auftakt zu einer neuen Form von Veranstaltungsnormalität.

Sonntag, 28.06.2020, 16:05 Uhr aktualisiert: 28.06.2020, 16:08 Uhr
Der Bielefelder Songwriter Moe spielte vor 150 Besuchern zum Auftakt des Burgsommers ein Konzert an der Sparrenburg. Foto: Kerstin Panhorst
Der Bielefelder Songwriter Moe spielte vor 150 Besuchern zum Auftakt des Burgsommers ein Konzert an der Sparrenburg. Foto: Kerstin Panhorst

„Da ist man irgendwie wieder“, sagt Moe alias Moritz Herrmann und meint damit sowohl sich selbst als Livemusiker, der nach Lockdown und Corona-bedingter Konzertpause wieder auf der Bühne steht, als auch die Besucher. Die sitzen im gebotenen Abstand zueinander und bewegen sich nur mit Mundschutz über die Wiese.

„Beim Im-Zimmer-Spielen hab ich den Zwischenapplaus vermisst“, gesteht der Bielefelder nach dem ersten Lied des Abends. Klatschen ist erlaubt, ob Mitsingen allerdings den Hygieneregeln nach verboten ist oder nicht, weiß Moe nicht so genau. Also verordnet er ein „Safety First“ bei seinem wohl bekanntesten Stück „One of these days“, einige der 150 Besucher können dann aber doch nicht an sich halten und singen leise ein kleines „Ahahah“ im Refrain mit.

Seine Setlist hat er gleich viermal umgestellt vor dem Konzert vor lauter Nervosität, denn der Auftritt ist nicht nur der Auftakt des Burgsommers, sondern zugleich auch Releasetermin für seine neue EP „Melancholy’s Lovely“. Auf der erzählt der Musiker von der Schwierigkeit, Erwachsen sein zu müssen, obwohl man sich selbst noch nicht so fühlt. Es geht um schwierige Beziehungen („Castles“) und Ängste („Like a child“), aber auch um die Schönheit der Traurigkeit („Catch 22“).

Auch einen ganz neuen, noch nicht veröffentlichten Song hat er mit „The Ocean“ dabei, ebenso viele ältere Stücke. Zu denen hat Moe auch die ein oder andere Geschichte zur Freude seiner Zuhörer parat. Im Lied „Tiny yellow lights“ besingt er eigentlich Autobahnlichter, hat aber auch in einer Zeile eine private Begebenheit verpackt. „Two shoes hanging over a streetlight“ heißt es da, und diese zwei Schuhe hingen tatsächlich einmal an einer Straßenlampe, keinen Kilometer entfernt von der Sparrenburg. „Ich bin der ‘Lord of the shoe’“, gesteht Moe, der die Fußbekleidungen einst mit seinen WG-Mitbewohnern dort hinauf warf.

Neben privaten Einblicken bietet Moe aber vor allem eines: wunderschöne zarte Popballaden und folklastige Hymnen, die im Schatten der Sparrenburg noch britisch-irischer wirken als ohnehin schon.

Am Donnerstag, den 2. Juli geht es um 19:30 Uhr weiter mit dem musikalischen Part des Burgsommers und dem Bielefelder Sänger, Gitarristen und Songwriter J.P. Fair, außerdem stehen noch Ian Tray (11.7.) und White Coffee (24.7.) auf dem Programm. Tickets für die Veranstaltungen gibt ausschließlich online im Vorverkauf.

www.bielefeld.jetzt/

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