Klage vor dem Arbeitsgericht eingereicht – Frau soll Aufnahme von Tönnies-Kantine in sozialen Netzwerken verbreitet haben
Kantinen-Video: Mitarbeiterin eines Caterers erhält fristlose Kündigung

Rheda-Wiedenbrück/Bielefeld (WB). Eine Mitarbeiterin eines Caterers klagt vor der 1. Kammer des Arbeitsgerichts Bielefeld, weil ihr fristlos gekündigt worden ist. Ihr wird vorgeworfen, in sozialen Netzwerken ein Video aus der Kantine der Firma Tönnies gepostet zu haben.

Dienstag, 30.06.2020, 09:27 Uhr aktualisiert: 30.06.2020, 20:52 Uhr
Dieses Bild stammt aus dem Video, das in der Kantine der Firma Tönnies aufgenommen worden ist. Foto:
Dieses Bild stammt aus dem Video, das in der Kantine der Firma Tönnies aufgenommen worden ist.

Bei der Firma erhielt die Mitarbeiterin bereits Hausverbot, teilt das Arbeitsgericht Bielefeld mit. In einem Gütetermin habe die Klägerin am 9. Juni nicht bestritten, das Video gepostet zu haben. 

Das Kantinen-Video hatte im Internet für viel Wirbel gesorgt – insbesondere weil zunächst nicht klar war, wann die Sequenz aufgenommen worden war. Letztlich versicherte das Unternehmen Tönnies, es könne beweisen, dass das Video „mindestens am 28. März“ entstanden sei.

Das Video zeigt die Mitarbeiter in einem Kantinenraum. Sie sitzen an Tischen nebeneinander und essen. Das Unternehmen erklärte dazu in der Stellungnahme, dass es in dieser Phase der Pandemie keine vermehrten Positivfälle gegeben habe.

Kommentare

Hermann  schrieb: 30.06.2020 20:45
Aus Arbeitnehmersicht vollkommen richtig, die massive (vorsätzliche) Gefährdung der ArbeitnehmerInnen zu filmen und dieses Material zu veröffentlichen.

Arbeitsrecht verpflichtet beide Seiten, ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen.

Und um weiter bei Krauses Willy zu bleiben: Wenn man seine MitarbeiterInnen vorsätzlich schädigt, muss man mit einer arbeitsrechtlichen Klage rechnen. Das ist richtig so, weil es ja was Gutes war, Solidarität (leider selten geworden) zu üben!
Krauses Willy  schrieb: 30.06.2020 14:45
Richtig
Aus Arbeitgebersicht vollkommen richtig. Auch wenn die meisten das wieder nicht einsehen wollen weil es ja was Gutes war. Aber wenn man seinen Arbeitgeber oder Auftragnehmer vorsätzlich schädigt, ist eine sofortiger Rausschmiss gerechtfertigt.
2 Kommentare
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