Stadt Bielefeld nimmt nach Beschwerdeflut die Zulassungsstelle in den Blick
Schneller zum Kfz-Schild

Bielefeld (WB). Eine Fülle von Beschwerden über die Arbeit der Kfz-Zulassungsstelle, gesteht Dezernent Dr. Udo Witthaus zu, sei bei der Stadt eingegangen. Und auch beim WESTFALEN-BLATT haben sich Leser und Autohändler beschwert (wir berichteten): Zu langfristig und zu unzuverlässig sei die Terminvergabe. Das soll nun besser werden.

Mittwoch, 08.07.2020, 10:00 Uhr
Dr. Udo Witthaus (links) und Friedhelm Feldmann sehen Handlungsbedarf. Foto: Bernhard Pierel
Dr. Udo Witthaus (links) und Friedhelm Feldmann sehen Handlungsbedarf. Foto: Bernhard Pierel

Die Stadt hat eine interne Organisationsberatung eingesetzt, die die Zulassungsstelle in den Blick nimmt. „Sie schaut Prozesse an, die Personalausstattung und Personalsteuerung sowie den Stand und Einsatz der Technik“, sagt Witthaus, der in der Sache die zuständige Dezernentin Anja Ritschel vertritt. Bis Ende August sollen der Bericht vorliegen und Vorschläge zu den möglichen Maßnahmen vorliegen.

Drei Änderungen

Kurzfristig, so Witthaus und Ordnungsamtsleiter Friedhelm Feldmann, sei Dreierlei verfügt: Die Möglichkeit, die Zulassung per EC-Karte zu bezahlen (bislang nicht möglich), eine Terminvergabe über 13 Tage (bisher) hinaus mit vier Wochen Vorlauf und schließlich eine bessere telefonische Erreichbarkeit und zuverlässigere Beantwortung von Emails. „Es mangelt an Kommunikation und Rückmeldung.“

Außerdem soll eine ehemalige Mitarbeiterin der Kfz-Zulassungsstelle, die ins Bürgeramt gewechselt war, an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren. Dort sind aktuell sieben Mitarbeiter damit beschäftigt, VW, Peugeot, BMW oder Fiat zuzulassen. Vier von ihnen bedienen Händler und Zulassungsdienste, zwei sind im Termingeschäft tätig, einer für den Sonderschalter, an dem etwa Tageszulassungen abgewickelt werden. Im Schnitt werden pro Zulassung 20 Minuten einkalkuliert.

Mehr Personal helfe nicht

Ad hoc weitere Mitarbeiter abzustellen, sei nicht möglich, so Feldmann: Sie benötigten eine Einarbeitungszeit von gut zwei Monaten, auch wenn manches standardisiert sei. „Außerdem hilft mehr Personal auch nicht, wenn Prozesse nicht funktionieren“, sagt Witthaus. Ebenso soll im Vorfeld bei der Terminvergabe deutlicher werden, welche Unterlagen benötigt werden.

Dass es in den Kommunen ringsum besser klappt, hat sich herumgesprochen, Autohändler haben da so ihre Erfahrungen. Deshalb will die Stadt den Blick auch dorthin lenken und Rücksprache mit Zulassungsstellen in der Region halten. „Außerdem wollen wir schauen, welche Dinge das Rathaus selbst in die Prozesse eingepflegt hat“, sagt Witthaus. Will sagen: Es gibt zwar Verwaltungsvorschriften, die die Stadt im Alleingang nicht ändern kann, aber eben auch selbst gemachte Bürokratie, die nicht sein müsste. Vielleicht, als Beispiel, reicht ja die Kopie eines Personalausweises (den die Stadt Bielefeld womöglich selbst ausgestellt hat), um ein Auto zuzulassen.

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