Ungewöhnliche Hilfsaktion von Seidensticker aus Bielefeld für jesidische Frauen
Blusen für Opfer des IS

Bielefeld (WB/in). Das Bielefelder Textilunternehmen Seidensticker hat mitten in der Corona-Krise eine Hilfsaktion gestartet, die nichts mit der Pandemie zu tun hat – dafür aber sehr viel mit Frauen, die unter dem Terrorregime der Organisation Islamischer Staat (IS) gelitten haben. „Was ihnen widerfahren ist, ist unvorstellbar“, sagt Silvia Bentzinger, die Chefin von Seidensticker.

Samstag, 11.07.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 12.07.2020, 09:41 Uhr
600 Seidensticker-Blusen sind auf dem Weg nach Tekkal um dort Frauen zu helfen. Foto: Oliver Schwabe
600 Seidensticker-Blusen sind auf dem Weg nach Tekkal um dort Frauen zu helfen. Foto: Oliver Schwabe

Im Sommer 2014, so berichtet Düzen Tekkal von der Hilfsorganisation Hawar, wurden im Irak tausende jesidische Frauen und Kinder vom IS versklavt, viele getötet. Nicht wenige seien auch jetzt noch in der Hand der Terroristen. Den Befreiten und Überlebenden will Hawar nicht nur materiell helfen; sie sollen zudem in die Lage versetzt werden, ihr Trauma zu überwinden und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Das war der Hintergrund für das Zusammentreffen Bentzingers und Tekkals zu Jahresbeginn 2020 und eine auf den ersten Blick vielleicht grotesk erscheinende Idee. Die Gründerin von Hawag erklärte, dass die Frauen, die nur wenig mehr als ihr Leben retten konnten, zuerst ihre Würde und Stolz zurückgewinnen müssten. Dazu gehöre das äußere Erscheinungsbild. So kam es zur Idee, moderne Blusen in den Irak zu schicken, damit sich die Opfern kostenlos einkleiden und ein Stück der geraubten Normalität und Selbstbestimmung zurückgewinnen können. 600 Seidensticker-Blusen seien, so Bentzinger, inzwischen auf dem Weg zu Tekkal und von dort zu den Frauen.

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