Initiative regt Ausweitung der Fußgängerzonen im Hufeisen an
Altstadt mit mehr Aufenthaltsqualität

Bielefeld (WB). Ausweitung der Fußgängerzonen in der Altstadt, eine Verlagerung der Parkplätze und eine Umgestaltung des so frei gewordenen Raumes – das sind Vorschläge der Initiative „gesund unterwegs“, ein Zusammenschluss verschiedener Gruppen und Institutionen. Die Initiative regt an, dies schon möglichst bald in einem Verkehrsversuch auszuprobieren.

Montag, 13.07.2020, 06:31 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 09:44 Uhr
Auch der Bereich Mauer-/Güsen-/Ritterstraße soll Fußgängerzone werden, schlägt die Initiative „gesund unterwegs“ vor. Foto: Bernhard Pierel
Auch der Bereich Mauer-/Güsen-/Ritterstraße soll Fußgängerzone werden, schlägt die Initiative „gesund unterwegs“ vor. Foto: Bernhard Pierel

Die Initiative, der unter anderen Haus- und Kinderärzte, Kranken- und Unfallversicherungen, der Stadtelternrat oder die Universität angeschlossen sind, sieht es als erforderlich an, die Fußgängerfreundlichkeit in der Altstadt zu verbessern. Aus diesem Grunde habe man sich über einen längeren Zeitraum aus gesundheitspolitischen, umwelt-, klima- und verkehrspolitischen Gründen mit der Ist-Situation im Hufeisen und möglichen Verbesserungen befasst. Dabei ist ein Zehn-Punkte-Plan entstanden, der von der Kommunalen Gesundheitskonferenz verabschiedet wurde.

Die bestehende Fußgängerzone in der Altstadt soll nach Vorschlag der Initiative ausgeweitet werden.

Die bestehende Fußgängerzone in der Altstadt soll nach Vorschlag der Initiative ausgeweitet werden. Foto: Initiative „gesund unterwegs“

Zentrale Punkte dieses Plans sind die Ausweitung der Fußgängerzone und die Verlagerung von Parkplätzen. Danach sollen beispielsweise Ritterstraße, Mauerstraße, Welle, Güsen- oder Klasingstraße für den Autoverkehr gesperrt und zu Fußgängerzonen, Radverkehrs- oder Mischverkehrszonen mit Vorrecht für den jeweils schwächsten Verkehrsteilnehmer werden. Die Zufahrten zu den Parkhäusern sollen jedoch erhalten bleiben. Dadurch würden nach Berechnung der Initiative etwa 200 öffentliche Parkplätze und einige Bewohnerparkplätze wegfallen, diese sollen in die Parkhäuser verlegt werden. Einige der Parkplätze sollen für Behinderte, Handwerker und Lieferanten erhalten bleiben.

Die restliche frei werdende Fläche könne nach Vorstellung von „gesund unterwegs“ umgestaltet werden, mit Parkbänken als Aufenthaltszonen oder aber als Abstellfläche für Zweiräder.

Die Initiative rechnet vor, dass trotz des Wegfalls der Parkplätze in der Altstadt genügend Parkfläche in unmittelbarer Nähe zur Verfügung steht. Im Umkreis von fünf Gehminuten gäbe es in den vorhandenen Parkhäusern und Tiefgaragen etwa 3850 Parkplätze, in der Altstadt selbst mehr als 1200 Plätze in den vorhandenen Parkhäusern.

Die Initiative regt an, möglichst bald mit einem Verkehrsversuch zu beginnen, um eine mögliche Umsetzung zu testen. Der Rat der Stadt solle sich mit der Verkehrslenkung in der Altstadt befassen und einen Prüfauftrag erteilen. So könnte mit allen Beteiligten getestet werden, wie ein neues Konzept umgesetzt werden kann. „In einem größeren Areal von sicheren, verkehrsberuhigten und attraktiven Innenstadträumen werden die vielfältigen Plätze mit ihren Eigenarten erschlossen und verbunden, neben Konsum und Kommerz entwickeln sich Kultur und Kunst“, schreibt die Initiative. So entstünde eine „Altstadt mit hoher Aufenthaltsqualität und Erholungswert, in der man gesund unterwegs sein kann.“

Der Vorschlag zu einer Ausweitung des Fußverkehrs zunächst in der Altstadt geht zum einen auf die Klage von Bielefelder Kinder-, Jugend- und Hausärzten zurück, die im Frühjahr in einer Erklärung einen „Bewegungsmangel epidemischen Ausmaßes“ beklagt hatten, zum anderen auf eine Entscheidung des Umweltausschusses, von der Stadtverwaltung eine „Fußverkehrsstrategie“ erarbeiten zu lassen. Im Sinne des Klimaschutzes müsse man auch über Fußgänger sprechen, hatte Umweltamtsleiter Martin Wörmann für das Strategiekonzept geworben. Es wurden Geld zur Verfügung gestellt, um Gutachter ins Boot zu holen oder Planungsspaziergänge und „Fußverkehrschecks“ zu unternehmen.

Die Initiative Bielefelder Hausärzte hatte schon vor Wochen auf den zunehmenden Bewegungsmangel hingewiesen, der mitverantwortlich für Krankheiten wie Adipositas, Diabetes oder auch Krebserkrankungen sei. Wegen der hohen gesundheitsökonomischen Kosten durch Bewegungsmangel sei die Förderung des Fuß- und Radverkehrs besonders effizient.

Das sieht auch die Initiative „gesund unterwegs“ so, die gerade die Altstadt als geeignet für eine Förderung des Fußverkehrs sieht.

Kommentare

Thomas Sauer  schrieb: 13.07.2020 19:33
Stoßzeiten
Das Problem mit den Parkplätzen sind die Haupteinkaufszeiten. Da hilft auch nicht der Hinweis auf den ÖPNV, wenn ich eine Bettdecke und Schuhe und ggf. ein Essservice einkaufe.
Es reicht schon, wenn jeweils die Hälfte der Schüler alle 14 Tage samstags Unterricht hat. Lehrer, Schüler und Eltern sorgen dann nicht für lange Wartezeiten vor den Parkhäusern.
Alternativ kann man den Einkauf im Netz ausweiten, wenn in die Stadt fahren nur Ärger und Stress bedeutet. Von den Parkkosten ganz zu schweigen und die Umwelt wird weniger belastet. Der Paketdienst kann die Produkte in die 20 Haushalte einer Straße in Hillegossen dann vernünftig ausgelastet bis zur Haustür ausliefern.
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