Medizinische Forschung: Uni hat sechs Kooperationsprojekte bewilligt
Von Eye-Tracking bis Schlafförderung

Bielefeld (WB/sas). Das Verfolgen von Augenbewegungen (Eye-Tracking) für die Diagnose von Schlaganfällen, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Nachsorge von Hörprothesen oder die Schlafförderung von Patienten mit chronischen Schmerzen – das sind drei von sechs Projekten, die Wissenschaftler der Universität Bielefeld gemeinsam mit Medizinern des Universitätsklinikums Ostwestfalen-Lippe und Arztpraxen der Region verfolgen.

Sonntag, 19.07.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 19.07.2020, 10:56 Uhr
Haben die Kooperationsprojekte mit ausgewählt: Prof. Dr. Claudia Hornberg und Prof. Dr. Martin Egelhaaf. Foto: Uni Bielefeld/Müller
Haben die Kooperationsprojekte mit ausgewählt: Prof. Dr. Claudia Hornberg und Prof. Dr. Martin Egelhaaf. Foto: Uni Bielefeld/Müller

Für eine befristete Zeit von drei Jahren hat die Universität Bielefeld einen „Anschubfonds Medizinische Forschung“ mit einem Gesamtfördervolumen von 1,5 Millionen Euro eingerichtet. Die ersten sechs Kooperationsprojekte sind jetzt bewilligt worden. 24 Projekte waren eingereicht, eine Auswahlkommission hat sie gesichtet und das Rektorat schließlich über die Anträge entschieden.

Vorbereitung von Drittmittelanträgen

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass die ausgewählten Projekte dazu beitragen, ein konkurrenz- und zukunftsfähiges Profil zu entwickeln“, sagt Prof. Dr. Martin Egelhaaf, Prorektor für Forschung und Forschungstransfer der Universität. Die eingereichten Themen seien spannend und zukunftsträchtig gewesen.

Der Anschubfonds, ergänzt Prof. Dr. Claudia Hornberg als Gründungsdekanin der Medizinfakultät, solle den beteiligten Forschern von Universität, Kliniken und Praxen vor allem die Möglichkeit bieten, gemeinsame Drittmittelanträge vorzubereiten. Dadurch könnten neue Kooperationen angeregt und das geplante Forschungsprofil „Medizin für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen“ geschärft werden.

Medizin für Menschen mit Behinderung

Forschungsschwerpunkte der jungen Fakultät sollen „Gehirn – Beeinträchtigung – Teilhabe“, „Intelligente Systeme – Assistenz – Interprofessionelle Vernetzung“ sowie „Mikrobielle Diversität im Lebensraum Mensch“ und „Data Science für die medizinische Versorgung“ sein.

Ziel des Anschubfonds ist, das Forschungsprofil der neu gegründeten Medizinischen Fakultät OWL weiterzuentwickeln und eine trägerübergreifende Forschung zu stärken. Eine zweite Runde ist für den Herbst 2020 vorgesehen.

Zunächst 60 Studierende sollen zum Wintersemester 2021/22 an der Universität Bielefeld das Studium der Humanmedizin aufnehmen. Aktuell laufen eine Vielzahl an Berufungsverfahren für die neu zu besetzenden Professuren, die Entwicklung des Curriculums und der Aufbau der Netzwerke für Lehr- und Forschungspraxen. Zudem wird ein Qualifizierungsprogramm für den wissenschaftlichen Nachwuchs erarbeitet.

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