30-Jähriger plant Tempo-Weltrekord im Radfahren – Training in Bielefeld +++ mit Video
„Ich weiß, dass ich es kann“

Hamm/Bielefeld (WB). Wer schon einmal mit dem Fahrrad einen steilen Hang hinab gerast ist, der weiß, dass das ab Tempo 60 oder 70 eine ganz schön mulmige Angelegenheit wird. Marius Prünte aus Hamm dagegen geht mit Geschwindigkeit unerschrocken um. Und nicht nur das: Der Berufsfeuerwehrmann und Radprofi will schnellster Mann aller Zeiten auf dem Fahrrad werden. Angepeilt ist mindestens Tempo 300 im Sommer 2021 auf einem Salzsee in Utah/USA. Einige Trainingseinheiten will der 30-Jährige bis dahin in Bielefeld auf der Radrennbahn absolvieren.

Donnerstag, 23.07.2020, 13:47 Uhr aktualisiert: 23.07.2020, 14:26 Uhr
Radprofi Marius Prünte mit seinem Schrittmacher, dem Bielefelder André Dippel, auf der Radrennbahn. Foto: Thomas F. Starke
Radprofi Marius Prünte mit seinem Schrittmacher, dem Bielefelder André Dippel, auf der Radrennbahn. Foto: Thomas F. Starke

Weltrekord bei 296 k­m/h

Wie berichtet, liegt der aktuelle Weltrekord der Amerikanerin Denise Mueller-Korenek bei 296 k­m/h, aufgestellt 2018, ebenfalls in Utah. Was stimmt den ehrgeizigen Westfalen optimistisch, dass er es schaffen kann, in diese Sphären vorzudringen? „Ich komme aus einer Radsportfamilie und wollte schon als kleiner Junge Radprofi werden“, sagt Marius Prünte. Als 15-Jähriger habe er erstmals daran gedacht, schnellster Radfahrer der Welt zu werden. Damals lag der Rekord noch bei 267 km/h, aufgestellt 1995 vom Niederländer Fred Rompelberg.

Inzwischen sammelte Prünte neben Erfahrungen allerlei vordere Plätze bei den unterschiedlichsten Radrennveranstaltungen – auch im deutschen Nationalteam. Als größten Erfolg wertet er seinen Doppelsieg, Disziplinen Mountainbike und Zeitfahren, bei den Olympischen Spielen der Feuerwehren 2018 in Südkorea. „Jetzt greifst Du nach etwas Höherem“, beschloss er schließlich in einer Verletzungspause.

„Ich bin ein Sprintertyp. Ich kann nur kurz, aber richtig fahren. Und es reizt mich, alles aus meinem Körper herauszuholen. Manchmal trainiere ich so hart, dass mir die Lichter ausgehen“, betont Prünte. „Vor der Geschwindigkeit habe ich keine Angst, denn ich weiß, dass ich das kann. Aber ich habe Respekt vor der Aufgabe.“ Aus Familie und Freundeskreis sei sehr positive Resonanz auf diese Idee gekommen: „Viele Leute haben mir gesagt: ‚Wenn einer das schafft, dann Du.‘“

Oberschenkel mit gut 60 Zentimetern Umfang

Wer dem 1,77 großen, 82 Kilogramm schweren Sportler auf die rote Sprinterhose blickt, der erkennt sofort, wo seine Kraftreserven stecken: Oberschenkel mit gut 60 Zentimetern Umfang sprechen für sich. Eine gesunde Ernährung mit viel Vollkorn- und Eiweißprodukten ist Pflicht. Prünte: „Was mein Körper braucht, das gebe ich ihm. Was er nicht braucht, das kriegt er nicht.“

In seinem neuen Teamfahrzeug, einem ausrangierten Linienbus, will Marius Prünte in den kommenden Monaten durch die Lande touren, sein Weltrekordprojekt vorstellen, Schautrainings abhalten und Sponsoren finden. Am liebsten würde er dabei einen großen Autohersteller finden, der Gefallen an seinem Weltrekordversuch findet, aber auch kleinere Geldgeber seien willkommen.

Mit der Radfahrerfamilie Dippel befreundet

Seine Promotiontour startete der Hammer in Bielefeld, wo er seit Jahren mit der Radfahrerfamilie Dippel befreundet ist und wo bis zum Sommer 2021 immer wieder Trainingseinheiten geplant sind. Auf Flugplätzen und Pkw-Teststrecken will er sich bald der 150-km/h-, später der 200-km/h-Grenze annähern.

Den Weltrekord zu knacken, soll mit einem Hochgeschwindigkeitsfahrzeug gelingen. Der so genannte Dragster zieht einen Schild, in dessen Windschatten Marius Prünte mit einem noch nicht gebauten Spezialrad für einige Meter auf mindestens 300 km/h beschleunigen will.

 

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