Großbaustelle Jahnplatz ist für bekannten Imbiss eine Herausforderung
Bratwurstbude inmitten von Zäunen und Schranken

Bielefeld (WB).Baustelle soweit das Auge reicht. Nur zwei Gassen. Und mittendrin: Die runde Bratwurstbude. Jeder kennt ihn, den Bratwurst-Pavillon am Jahnplatz. Doch seit Anfang der Woche ist der Weg zur Wurst ein Hindernislauf.

Montag, 27.07.2020, 06:00 Uhr
Hier ist der Zugang zum Bratwurst-Pavillon! Auf den ersten und selbst auf den zweiten Blick ist er allerdings kaum auszumachen, Bauzäune und rot-weiße Schranken sorgen für Irritationen und auch so manchen Umweg. Foto: Bernhard Pierel
Hier ist der Zugang zum Bratwurst-Pavillon! Auf den ersten und selbst auf den zweiten Blick ist er allerdings kaum auszumachen, Bauzäune und rot-weiße Schranken sorgen für Irritationen und auch so manchen Umweg. Foto: Bernhard Pierel

Erst Lockdown, dann Baustelle

Erst sorgte der Lockdown für Schwierigkeiten, nun die Umbauarbeiten am Jahnplatz. Diese gehen nun in die zweite Phase, die Großbaustelle soll zehn Monate dauern. Besonders betroffen ist davon der Bratwurst-Pavillon. Umringt von Bauzäunen ist dieser nicht nur weniger gut sichtbar: Auch der Zugang ist durch die Metallgitter teils versperrt.

Zwei Wege gibt es – einen aus Richtung der Bushaltestelle am Jahnplatz, ein zweiter führt von Sportscheck zum Imbiss. Kurzzeitig gab es am Mittwochvormittag sogar nur einen Zugang. Für die erneute Öffnung des zweiten hat sich Christian Damisch, einer der drei Geschäftsführer des Imbiss’, persönlich eingesetzt. „Ich habe einen Riesen-Terror gemacht“, sagt der Fleischermeister, der in seiner Bratwurstbude steht und erzählt. Um 12 Uhr sei am Stand Hochbetrieb, da müsse die Absperrung des zweiten Weges ratz-fatz wieder weg, habe er sich Mittwochvormittag beim Bauleiter beschwert.

Gewaltiger Umsatzrückgang

Seit 35 Jahren verkauft er zusammen mit seinen Geschwistern Gisela und Martin Damisch Pommes frites, Bratwurst und Co. Täglich von 10 bis 19 Uhr. Seit dem Aufstellen der Bauzäune Anfang vergangener Woche beklagt der Geschäftsführer einen Umsatzrückgang von bis zu 40 Prozent. Warum überall gleichzeitig angefangen werde zu bauen, sei ihm ein Rätsel, sagt Christian Damisch. Um seinen Kunden dabei zu helfen, den Weg zu finden, hat er daher eingangs einer der „Gassen“ durch das Labyrinth von Schranken und Absperrgittern ein großes Hinweisschild befestigt.

Auch Brigitte Budewig sind die Bauzäune nicht geheuer. Die 73-Jährige ist mit ihrer Tochter Ilka Schephörster (49) und ihrer Enkelin unterwegs zum Bratwurst-Pavillon. An der Jahnplatz-Uhr angekommen, gibt es Zweifel. „Ich habe mich gefragt: Kommt man da überhaupt noch hin? Können wir überhaupt ein Würstchen essen?“, erzählt Brigitte Budewig. Ihre Tochter bestätigt: „Man muss erst einmal genau hinschauen, das Ganze ist schon gewöhnungsbedürftig“.

Fahrverbot wird ignoriert

Christian Damisch ärgert zudem die Verkehrslage neben seinem Stand: „Ab 16 Uhr rasen die dicken Wagen hier lang. Das macht älteren Menschen Angst, die kommen dann nicht mehr hier ‘rüber.” Ab spätem Nachmittag sei auch die Polizei weniger vor Ort – dann halte sich kaum jemand an das Fahrverbot für Nicht-Anlieger. Darunter leide nicht nur seine Kundschaft: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier ein Unfall passiert“, sorgt sich der Geschäftsführer.

Trotz sinkender Verkaufszahlen bleibt Christian Damisch optimistisch. Der Standort sei ideal, die Bielefelder verständnisvoll und die Öffnungszeiten wieder im Normalbetrieb.

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