Stundenlanger Großeinsatz der Feuerwehr – keine Verletzten
Papierpresse unter dem Loom fängt Feuer

Bielefeld (WB/cm/du). Die Bielefelder Feuerwehr wurde am Mittwochabend mit zahlreichen Kräften zu einem Brand im Bielefelder Shoppingcenter Loom gerufen. Im Untergeschoss des Gebäudes hatte eine Papierpresse Feuer gefangen. Menschen wurden nicht verletzt.

Mittwoch, 12.08.2020, 21:13 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 14:52 Uhr
Die Feuerwehr im Einsatz am Bielefelder Loom. Foto: Christian Müller
Die Feuerwehr im Einsatz am Bielefelder Loom. Foto: Christian Müller

Der Alarm ertönte am Mittwochabend um 19.45 Uhr: Eine Papierpresse im Untergeschoss des Shoppingcenters Loom in der Bielefelder Innenstadt hatte Feuer gefangen. Zwei Mitarbeiter der Haustechnik mussten vom Notarzt untersucht werden. Erst nach Mitternacht war der kräftezehrende Einsatz für die Brandbekämpfer beendet.

80 Feuerwehrleute waren über vier Stunden im Großeinsatz, erklärte Einsatzleiter Jan Hendrik Pieper. »Wir wurden zu einer brennenden Papierpressmulde im Anlieferungsbereich alarmiert. Bei unserem Eintreffen wurden wir von zwei Mitarbeitern der Haustechnik empfangen, die bei ersten Löschversuchen Rauchgase eingeatmet hatten. Der Notarzt konnte nach medizinischer Untersucht Entwarnung geben, sodass niemand bei diesem Einsatz verletzt wurde.«

Mit der Evakuierung des Gebäudes waren Feuerwehr und Polizei zufrieden. Direkt nach dem Auslösen der Brandmeldeanlage startete ein Evakuierungsalarm. 15 Minuten vor Schließung der Geschäfte sollen größtenteils alle Besucher das Haus verlassen haben. Die letzten Besucher und die Mitarbeiter verließen das Haus prompt.

Hanna Tenkhoff, Mitarbeiterin eines Bekleidungsgeschäfts berichtete, dass sie gerade dabei war, die Tagesumsätze zu buchen, als der Alarm ertönte. “Sicherheitsleute hatten uns gebeten das Haus schnell zu verlassen. Wir sollten keine Türen mehr schließen, das ging alles sehr schnell.” Die 19-Jährige war sichtlich erschrocken über die schnelle Räumung und musste bis in den späten Abend an der Brandstelle ausharren. „Ich musste das Geschäft noch abschließen und die Umsätze verbuchen. Meine Chefin rief mich glücklicherweise an und kümmerte sich um alles, damit ich nach Hause konnte.“

Das Untergeschoss der Anlieferung war stark verraucht, dichter Qualm stieg stundenlang empor. Bis in den späten Abend heulte die Evakuierungsdurchsage in der City und war weithin darüber hinaus hörbar. Für die Feuerwehr gestalteten sich die Löscharbeiten schwierig. Immer wieder gingen Trupps unter schwerem Atemschutz in das verrauchte Untergeschoss vor und fluteten die etwa 20 Kubikmeter fassende Mulde mit Löschwasser. Ein Feuerwehrmann musste beim Hinausgehen von seinen Kameraden gestützt werden – nach kurzer Pause und kalten Getränken ging es ihm wieder gut, sagte Pieper zum anstrengenden Einsatz.

»Ein Problem war die hohe Temperatur im Tagesverlauf. Glücklicherweise war es im Untergeschoss des Loom nicht all zu heiß, da sich das Feuer auf das innere der Mulde beschränkte. Auch der starke Rauch und die schlechte Sicht machte uns zu Schaffen. Aus diesem Grund wurde die Löschabteilung Jöllenbeck mit dem Verpflegungszug rechtzeitig zur Versorgung der eingesetzten Brandbekämpfer nachalarmiert. Bei diesen Temperaturen müssen die Kräfte mit Pressluftatmer mit ausreichend Flüssigkeit versorgt werden.«

Nach einiger Zeit führte die stetige Entrauchung der Warenannahme zum gewünschten Erfolg. Die immer noch qualmende Papierpressmulde wurde mit einem Wechselladerfahrzeug der Feuerwehr nach draußen gefahren. Der Feuerwehrmann, der den Lkw fuhr, saß mit Atemschutz hinterm Steuer. Große Erleichterung machte sich bei den Feuerwehrkräften breit, als die Mulde gegen 23.30 Uhr in der Zimmerstraße stand. Sie wurde anschließend auf das Gelände der Müllverbrennungsanlage an den Schelpmilser Weg gefahren, berichtete Jan Hendrik Pieper. »Dort haben wir genug Platz, um die Papier- und Pappenreste abzuladen und die Glutnester zu löschen.«

Brand im Einkaufszentrum Loom

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Zum Einsatzende gab es frisch gegrillte Bratwurst für alle eingesetzten Einsatzkräfte. Matthias Lohmann von der Löschabteilung Jöllenbeck bereitete sie vor Ort zu. »Wenn ein Einsatz in die späten Abendstunden geht oder die Feuerwehr früh morgens ausrückt, sind die Kollegen sehr dankbar über unsere Verpflegung und auch über eine Tasse Kaffee. Da sieht man oft in glückliche Gesichter. Neben der eigentlichen Arbeit in den Löschabteilungen machen wir diese Arbeit ehrenamtlich mit. Wenn es etwas mehr Vorlauf gibt, rücken wir auch mit einem großen Verpflegungsanhänger aus. Dann gibt es oft Erbsensuppe oder Bratkartoffeln. «

Brandschutzwände verhinderten, dass die Flammen und der Rauch auf die Ladenzeile des Shoppingcenters Loom übergreifen konnten. Warum das Feuer ausbrach, ist unklar. Die Kriminalpolizei hatte den Brandort nicht besichtigt, da kein Mensch verletzt und das Gebäude nicht beschädigt wurde. Wie hoch der Sachschaden an der Altpapierpresse ist, konnte noch nicht beziffert werden. Am Donnerstagmorgen öffnete das Loom gewohnt um 9.30 Uhr seine Türen für Besucher.

 

 

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