Kommentar zum Kommunalwahlkampf in Bielefeld
Lauwarm

Von einer heißen Phase ist aktuell noch nicht viel zu spüren. Der Kommunalwahlkampf verläuft in Bielefeld eher lauwarm. Bisher gab es eher ein paar verstolperte Wahlkampf-Starts. Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) hat es mit dem Maske tragen nicht so genau genommen, was ihm einen Shitstorm eingebracht hat. Die Grünen haben sich von ihrer eigenen Landespartei vorführen lassen, weil sie einen Kandidaten mit Milli Görüs-Vergangenheit aufgestellt haben. Die islamistische Bewegung wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

Samstag, 15.08.2020, 22:07 Uhr aktualisiert: 16.08.2020, 08:37 Uhr
Plakate gibt es reichlich im Kommunalwahlkampf. Foto: Thomas F. Starke
Plakate gibt es reichlich im Kommunalwahlkampf. Foto: Thomas F. Starke

Es dümpelt dahin

Die grüne OB-Bewerberin Kerstin Haarmann und ihr CDU-Mitbewerber Ralf Nettelstroth versuchen mit Online-Formaten dem Wahlkampf in Corona-Zeiten ein bisschen Leben einzuhauchen. Im Netz unterwegs ist auch die FDP, wo Stadtrat Schlifter in einem neuen Format aus der Zeitung liest und sich à la Christian Lindner in einem rasant geschnittenen Video präsentiert. Die eher kleinen Liberalen plakatieren zudem aufwendig, müssen wohl über ein paar spendable Gönner verfügen.

Ohne viele Worte kommt die BfB aus, präsentiert ihren OB-Bewerber Rainer Ludwig als den „Mann, der’s kann“, an den Ausfallstraßen auf großen Werbebannern. Verkehrswende, Wohnen, eine bessere Bildungs- und Wirtschaftspolitik waren noch vor wenigen Monaten die großen Konflikthemen. Im Moment scheinen sie eher vor sich hinzudümpeln – vielleicht, weil die meisten ahnen, dass diese Themen in naher Zukunft von einem ganz anderen, nämlich von der Bewältigung der Pandemie-Folgen, abgelöst werden könnten

Mehr Angriffslust

Hoffentlich vergessen die Wählerinnen und Wähler angesichts der leicht lethargischen Stimmung nicht den Gang zu den Urnen oder die Briefwahl. Denn nichts wäre schlimmer, als wenn die Legitimation des neuen Rathaus-Chefs oder der neuen Chefin und auch die des neuen Rates durch eine noch geringere Wahlbeteiligung weiter untergraben würde. Also, Parteien und Wählergemeinschaften: ein bisschen mehr Angriffslust und Wettstreit darf es auch in Zeiten des Virus schon sein.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7536449?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Verdi ruft zu bundesweiten Warnstreiks auf
An einer Straßenbahn der Verkehrsbetriebe Karlsruhe hängt ein Plakat mit der Aufschrift Warnstreik. D.
Nachrichten-Ticker