Teutoburger-Wald-Verein sieht sich bei Plänen für „Iron-Trail“ übergangen
Wanderer wollen mitreden

Bielefeld (WB). An diesem Dienstag berät der städtische Umweltausschuss über die geplante Strecke für Mountain-Biker im Teutoburger Wald. Wie berichtet, soll die Strecke mit der Bezeichnung „Iron Trail“ zwischen Osning- und Lämershagener Straße auf knapp vier Kilometern parallel zum Hermannsweg verlaufen – um Bikern eine Alternative zu illegalen Pisten zu bieten und um die zunehmenden Konflikte zwischen Radfahrern und Wanderern zu entschärfen.

Dienstag, 18.08.2020, 06:00 Uhr
Die geplante Strecke soll Bikern legale Möglichkeiten für ihren Sport geben, ohne dass es zu Konflikten mit Wanderern kommt. Foto: dpa
Die geplante Strecke soll Bikern legale Möglichkeiten für ihren Sport geben, ohne dass es zu Konflikten mit Wanderern kommt. Foto: dpa

Der Teutoburger-Wald-Verein (TWV), der die Interessen der Wanderer vertritt, sei an den Beratungen und Planungen zu der Strecke jedoch nicht beteiligt worden, kritisiert Christoph Schneyer, Vorsitzender des Teutoburger-Wald-Vereins Bielefeld. „Dass eine Pilotstrecke für Mountainbike-Fahrer entlang des Hermannsweges geplant wird, habe ich aus der Presse erfahren“, erklärt Schneyer.

Der örtliche Teutoburger-Wald-Verein Bielefeld bringe unter anderem die Wegezeichen für den Hermannsweg („H“) an und überprüft die Kennzeichnungen jährlich.

Strecke quert den Hermannsweg

Dadurch, dass die künftige Mountainbike-Strecke nicht durch Privatwälder, sondern nur auf städtischen Flächen verlaufen soll, muss die geplante Mountainbike-Strecke voraussichtlich mehrmals den Hermannsweg queren. Sowohl der Teutoburger-Wald-Verband, bei dem das Recht zur Kennzeichnung des Hermannsweges liegt und der diese in Bielefeld vom Teutoburger-Wald-Verein Bielefeld ausführen lässt, als auch sein Verein sähen nun schon den Ärger zwischen Wanderern und Mountainbikern voraus, so Christoph Schneyer.

Seit Anfang 2018 hatte es einen Runden Tisch gegeben, um die Möglichkeiten für eine legale Mountain-Bike-Strecke in Bielefeld auszuloten. „Warum ist der Teutoburger-Wald-Verein nicht zu dem Runden Tisch geladen worden?“, fragt Christoph Schneyer die verantwortlichen Politiker. Er sehe insbesondere die Arbeit seines Vereines und der vielen Ehrenamtlichen, die sich für die Bielefelder Wege-Infrastruktur einsetzten, wenig wertgeschätzt. Dabei habe der Teutoburger-Wald-Verein Bielefeld wesentlich zum Aufbau des Bielefelder-Wanderwegnetzes beigetragen.

Schneyer: „Ich erwarte von der Verwaltung und den verantwortlichen Politikern nun, dass ein Beschluss erst gefasst wird, wenn alle Beteiligten, also auch die Wanderer, vertreten durch den Teutoburger-Wald-Verband und den Teutoburger-Wald-Verein Bielefeld, zu diesem Thema gehört werden.“

Viele Fragen offen

Rüdiger Schmidt, Präsident des Teutoburger-Wald-Verbands, betont, dass der Hermannsweg mit enormen Steuermitteln zu dem gemacht worden sei, was er ist, und dass dieser unter der Bezeichnung „Hermannshöhen“ vermarktet werde.

Den Beschluss zu dem Runden Tisch und den Teilnehmern hatte der Umweltausschuss im Januar 2018 gefasst. Genannt sind in dem Beschluss der Radsportverein RC Zugvogel, dessen Rolle inzwischen die Naturfreunde übernommen haben, sowie Vertreter der städtischen Forstverwaltung, des Forstbetriebsbezirks Bielefeld im Regionalforstamt OWL, des Waldbauernverbandes, des Umweltamtes und der Kreisjägerschaft.

„Der Fokus lag damals darauf zu schauen, ob private Waldbesitzer oder die Stadt bereit sind, Flächen für eine Strecke zur Verfügung zu stellen“, erklärt Umweltausschuss-Vorsitzender Jens-Julkowski-Keppler (Grüne) dazu am Montag. Wo diese Strecke sein könnte, sei da noch unklar gewesen.

Da der Verlauf nach dem jetzigen Vorschlag den Hermannsweg an drei Stellen kreuzen werde, so Julkowski-Keppler, könne er nachvollziehen, dass der Teutoburger-Wald-Verein dazu gehört werden möchte. Er könne sich deshalb gut vorstellen, dass mit dem Verein Gespräche geführt würden. „Das würde Sinn ergeben“, so Julkowski-Keppler.

Darüber hinaus gebe es zu dem Projekt noch viele Fragen, die geklärt werden müssten. Dazu zählten unter anderem die Versicherung für die Strecke und wer für die Kosten aufkommt. „All das werden wir noch diskutieren müssen“, erklärte Julkowski-Keppler.

Dass es in der Sitzung im Umweltausschuss an diesem Dienstag (17 Uhr, Neues Rathaus, Großer Saal) zu den Planungen eine abschließende Entscheidung gibt, scheint daher eher fraglich .

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