Die schottische Sängerin Iona Fyfe bezaubert bei einem Konzert im Bauernhausmuseum
Erfrischend originelle Folkmusik

Bielefeld (WB). In ihrer weißen Spitzenbluse steht Iona Fyfe auf der Bühne, eine zarte Hochlandelfe mit glockenklarer Stimme. Sie lässt ihren Gesang über das Areal des Bauernhausmuseums wehen und man könnte meinen, sie singt von Blumenwiesen, romantischen Gefühlen und rosaroten Liebeswelten. Doch in den Texten, die die schottische Sängerin bei ihrem Konzert zu Gehör bringt, empfiehlt sich genaues Zuhören, um den Witz und die Ironie nicht zu verpassen.

Dienstag, 18.08.2020, 06:00 Uhr
Mit ihrer Mischung aus traditionellen und modernen Folksongs bezauberten Iona Fyfe und ihre Musiker das Publikum. Foto: Kerstin Panhorst
Mit ihrer Mischung aus traditionellen und modernen Folksongs bezauberten Iona Fyfe und ihre Musiker das Publikum. Foto: Kerstin Panhorst

„Banks of Inverurie“ klingt wie eine liebliche Ballade, doch eigentlich handelt das Stück von einem Mädchen, das einen Heiratsantrag ablehnt und lieber allein am Fluss spazieren geht. Und das traurig schöne „Johnny O’Braidislee“ hat einen beachtlichen Kollateralschaden bei einer Waldjagd mit einem toten Reh, zwei verstorbenen Hunden und acht dahin gerafften Menschen zu verzeichnen.

Romantische Melodien, zynische Texte

Der Kontrast von romantisierenden Melodien, teils zynischen Texten und der zauberhaften Stimme von Iona Fyfe, die in ihren Höhen manchmal an Regina Spector erinnert, sind herrlich erfrischend und originell.

Die 22-Jährige versteht es, selbst angestaubten Folkliedern aus fünf Jahrhunderten neue Facetten abzugewinnen und setzt sich dabei kulturell keine engen Grenzen. Gemeinsam mit ihren Musikern Jack McRobbie und Callum Morton-Teng erkundet sie die Folkwelt ihrer schottischen Heimat, aber unternimmt auch Streifzüge in andere Musikgenres. Bob Dylans „Don’t think twice, it’s alright“ steht deshalb ebenso auf dem Programm wie das wunderbare „If I go, I’m goin“ des Americana-Künstlers Gregory Alan Isakov oder der aus Kentucky stammende Folksong „Swing and Turn“, bei dem die mehr als 100 Besucher gerne mitsingen dürfen.

Ausflug zur Sparrenburg

Das Open Air Konzert am Bauernhausmuseum ist nicht der erste Auftritt von Iona Fyfe in Bielefeld. Vor zwei Jahren war sie mit einer anderen Band schon einmal in der Rudolf-Oetker-Halle zu Gast, damals sei es allerdings sehr kalt und Februar gewesen. Dieses Mal, verrät die Folksängerin aus Aberdeen, hätten sie und ihre Kollegen sogar Zeit gehabt, sich die Stadt anzusehen und seien mit dem E-Scooter bis zur Sparrenburg gefahren.

Auf das Konzert in Bielefeld hat sich Iona Fyfe sehr gefreut, coronabedingt hatte sie seit März keine Auftritte mehr: „Es ist wundervoll, wieder vor einem echten Publikum zu stehen“. Aktuell studiert Iona Fyfe am Royal Conservatoire of Scotland. Sie erhielt die Auszeichnung »Singer of the Year« 2018 und »Band of the Year« 2019 bei den MG ALBA Scots Trad Music Awards.

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