Großkontrolle im Bahnhof: Polizei und Ordnungsamt stellen nur wenige Verstöße fest
Bielefeld trägt Maske

Bielefeld (WB). Großeinsatz von Bundespolizei und Ordnungsamt am Bielefelder Hauptbahnhof: Im Rahmen einer NRW-weiten Aktion schauten die Kräfte den Bahnreisenden Montagmittag auf Mund und Nase. Ziel war es, die so genannten Masken-Muffel ausfindig zu machen.

Montag, 24.08.2020, 19:26 Uhr aktualisiert: 24.08.2020, 19:38 Uhr
Bundespolizei und Ordnungsamt haben gestern Mittag Bahnreisende kontrolliert. Foto: Bernhard Pierel
Bundespolizei und Ordnungsamt haben gestern Mittag Bahnreisende kontrolliert. Foto: Bernhard Pierel

Wer in Bussen und Bahnen zum Schutz vor dem Coronavirus keine Mund- und Nasen-Bedeckung trägt, muss damit rechnen, zur Kasse gebeten zu werden. Seit dem 12. August gilt ein Bußgeld von 150 Euro. Die Kontrollaktion am Montag fand sowohl im Bahnhof, auf den Bahnsteigen als auch in den Zügen statt. Dort waren jeweils Kundenbetreuer der Verkehrsunternehmen im Einsatz.

Die Bilanz ist erfreulich: „In den Zügen hatten wir keine Vorfälle. Nahezu 100 Prozent der Fahrgäste haben auch eine Schutzmaske getragen“, berichtet Birgit Pauluschat, Sprecherin der Westfalen-Bahn.

Ähnlich unaufgeregt stellte sich die Situation am Bielefelder Hauptbahnhof dar. Die zahlreichen Einsatzkräfte von Bundespolizei und Ordnungsamt mussten nur vereinzelt eingreifen, der Großteil der Reisenden beherzigte die Maskenpflicht und kam gar nicht erst in die Gefahr, die 150 Euro Bußgeld berappen zu müssen.

176 Verstöße in NRW

NRW-weit vermeldete ein Sprecher des Verkehrsministeriums am späten Nachmittag 176 Verstöße gegen die Maskenpflicht. Für Bielefeld konnten noch keine detaillierten Zahlen genannt werden. Insgesamt waren Bundespolizei und Ordnungsämter an neun nordrhein-westfälischen Hauptbahnhöfen präsent.

Wer „erwischt“ wird, muss noch nicht zwangsläufig ein Bußgeld zahlen. Die Behörden leiten zunächst ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein, und es folgt eine Anhörung. Die Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen selbst haben keine Möglichkeit, ein derartiges Verfahren anzustrengen. Sie können Masken-Muffel in Ausübung des Hausrechts der Züge und Bahnhöfe verweisen. Gegebenenfalls haben sie zudem die Möglichkeit, die Bundespolizei und das Ordnungsamt hinzuzuziehen, damit das Bußgeldverfahren eingeleitet wird.

Für die Zugbegleiter ist es nicht immer leicht, die Maskenpflicht durchzusetzen. „Wenn wir Fahrgäste ansprechen, ist die Resonanz unterschiedlich. Manche ­reagieren unwirsch“, berichtet Birgit Pauluschat von der Westfalen-Bahn.

Weitere Kontrollen sollen in den kommenden Wochen stattfinden. Nach Angaben des Landes finden derzeit hierzu Abstimmungsgespräche statt.

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