FDP-Bundesvorsitzender spricht vor 270 Zuschauern in der Bielefelder Stadthalle
Zukunftsdialog mit Christian Lindner

Bielefeld (WB). In ihrem Kommunalwahlkampf hat sich die Bielefelder FDP Unterstützung von ganz oben geholt: Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP und Fraktionschef der Liberalen im Bundestag, sprach mit OB-Kandidat Jan Maik Schlifter am Montag in der Stadthalle vor 270 Zuschauern.

Mittwoch, 26.08.2020, 04:00 Uhr
In der mit rund 270 Besuchern ausverkauften Stadthalle traf sich der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner (links) am Montagabend mit dem Bielefelder OB-Kandidaten der Liberalen Jan Maik Schlifter zu einem „Zukunftsdialog“. Foto: Bernhard Pierel
In der mit rund 270 Besuchern ausverkauften Stadthalle traf sich der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner (links) am Montagabend mit dem Bielefelder OB-Kandidaten der Liberalen Jan Maik Schlifter zu einem „Zukunftsdialog“. Foto: Bernhard Pierel

Mit seinem Besuch brachte Lindner etwas Schwung in einen Kommunalwahlkampf, der nach Schlifters Worten und mit Blick auf die Mitbewerber „eher schleppend“ angelaufen ist: „Bisher wird in den Parteien vor allem diskutiert, ob der OB beim DSC-Aufstieg eine Maske hätte tragen müssen, ob die AfD in Bielefeld wirklich eine rechtsextreme Partei ist und wer denn der größere Arminen-Fan ist: Britta Haßelmann oder Kevin Kühnert .“ Dabei treibe die Menschen doch eher Fragen um wie die nach der Qualität der Schulen. Das seien Themen, die die FDP anpacke.

„Politik nicht nur für Autofahrer“

Die Corona-Krise stand im Mittelpunkt des knapp einstündigen Vortrags des Bundesvorsitzenden, der einräumte: „Kommunalpolitische Fragen sind nicht mein Spezialgebiet“ – um dann aber doch eine der Bielefelder Kernfragen zu treffen: die der Verkehrswende. Die FDP wolle den Menschen bei der Mobilität die Auswahl lassen zwischen ÖPNV, Fahrrad oder Auto, wolle Mobilität ermöglichen statt zu erziehen. „Wir machen Politik nicht nur für Autofahrer, es gibt aber Parteien, die machen eine Politik gegen Autofahrer“, stellte der FDP-Chef fest.

Im grauen Sakko, mit Jeans und weißen Turnschuhen bestritt der 40-Jährige den „Zukunftsdialog“, der sich vor allem mit dem Weg aus der Krise befasste und in dem Christian Lindner dafür warb, die Wirtschaftskrise ebenso ernst zu nehmen wie die Gesundheitskrise.

Geld fließt nicht ab

Zur Digitalisierung der Schulen, eines der wesentlichen Themen der FDP im Wahlkampf, brachte WESTFALEN-BLATT-Redakteur Andreas Schnadwinkel, der die Fragerunde moderierte, Bundes- und Kommunalpolitik wieder zusammen: Schon beim Bundestagswahlkampf 2017 habe die FDP den digitalen Ausbau in Aussicht gestellt, werbe dafür drei Jahre später unverändert, stellte er fest. „Das Geld dafür ist da“, vom Bund im Digitalpakt bereitgestellt, sagte Lindner. „Aber es fließt nicht ab“, weil die Anträge, die die Kommunen mit den Schulen stellen müssten, viel zu kompliziert und zu umfangreich seien. Um das Verfahren der Digitalisierung in Bielefeld zu beschleunigen, sagte Jan Maik Schlifter, müsse die Verwaltung „überhaupt erst mal in Bewegung kommen“.

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