Emily Giesbrecht und Julius Schröder genießen ihre Europa-Tour im umgebauten Bulli
„Im Camping-Leben angekommen“

Bielefeld (WB). Seit zwei Wochen touren Emily Giesbrecht und ihr Freund Julius Schröder in ihrem selbst umgebauten Camping-Van durch Deutschland und Österreich. „Wir sind schon richtig im Camping-Leben angekommen und genießen das in vollen Zügen“, berichten die beiden 20-jährigen Bielefelder.

Montag, 31.08.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 31.08.2020, 09:26 Uhr
Natur pur: Emily Giesbrecht genießt den Blick auf den Walchensee in Bayern. Foto: Privat
Natur pur: Emily Giesbrecht genießt den Blick auf den Walchensee in Bayern. Foto: Privat

Urlaub auf sechs Quadratmetern

Der Urlaub auf sechs Quadratmetern „Wohnfläche“ habe bereits ganz neue Erkenntnisse hervorgebracht. „Man ist bei dieser Art zu reisen total ungebunden und selbstständig“, betont das junge Paar. Und auch der finanzielle Aspekt sei nicht zu vernachlässigen: „Drei, vier Tage auf dem Campingplatz kosten soviel wie eine Übernachtung im Hotel. Das ist nicht nur ein günstigerer, sondern auch ein schönerer Urlaub.“

Der 14 Jahre alte Bulli, den die beiden in Eigenregie in ein Mobilheim umgebaut haben, sorgt auf den Campingplätzen durchaus für Aufmerksamkeit. „Die meisten anderen Camper staunen, dass wir den Van selbst zusammengebaut haben. Da kommt mal schnell ins Gespräch.“

Und wie klappt das mit der Verpflegung in der kleinen Küchenzeile? „Bestens, wir kochen abends ganz viel Nudeln und Gemüse; versuchen schon, uns gesund zu ernähren.“ Am Achensee in Österreich gab es Knödel mit Parmesan, die ein Einheimischer auf dem Campingplatz verkaufte. „Ein Traum“, schwärmt Julius.

Bayern als erstes Ziel

Die ersten Stationen ihrer zweimonatigen Reise lagen in Bayern: Rothenburg ob der Tauber, Walchensee, Chiemsee, Berchtesgaden. Besonders beeindruckt zeigt sich das junge Paar, das vor dem Start ins Berufsleben „etwas von der Welt sehen will“, von der Natur in den Bergen. „Das ist schon ganz besonders, romantisch und manchmal sogar kitschig.“ So wie am Walchensee, als es mit den Rädern in die Berge ging. „Das waren nur zehn Kilometer, aber wir haben die Höhenmeter mit den vielen Steigungen unterschätzt und waren schon echt fertig. Dann tauchte plötzlich ein kristallklarer Wasserfall vor uns auf. Das hat uns wieder neue Energie gegeben.“ Apropos Fahrräder: Die haben den beiden schon viele gute Dienste erwiesen. „So sind wir noch unabhängiger und bleiben immer aktiv.“ Faulenzen ist sowieso nicht angesagt. Morgens zwischen 7 und 8 Uhr wird aufgestanden, und dann wird etwas unternommen. „Abends sind wir dann ganz schön platt.“

Beeindruckt zeigt sich das Paar auch von den vielen Seen, die Bayern zu bieten hat. „Wunderschön, aber das Wasser ist echt kalt. Wir sind jetzt aber schon abgehärtet. Kopf runter und einfach rein“, lautet die Devise.

Und ihr umgebauter Renault Master, Baujahr 2006, hat das reiselustige Pärchen auch noch nicht im Stich gelassen. „Der Bulli läuft bislang einwandfrei, sogar in den Bergen“, sagt Zimmerer Julius Schröder. 1500 Reise-Kilometer stehen bereits auf dem Tacho. Und ein Platz für das „traute Eigenheim“ wurde bislang auch immer gefunden. „In Bayern war es manchmal nicht einfach, einen Stellplatz auf dem Campingplatz zu bekommen, weil dort ja noch Sommerferien sind. Eine Nacht mussten wir auch auf einem Parkplatz verbringen“, berichten Emily und Julius.

Erst Wien, dann Italien

Die ersten Ziele in Österreich haben sie auch bereits hinter sich: Salzburg und den Achensee. „In Salzburg mussten wir mal wieder unter Leute. Da gab es auch einen ganz tollen Wochenmarkt“, sagt Emily, die nicht tatenlos an den vielen Ständen vorbeischlendern konnte. „Ich habe mir ein paar Ohrringe gegönnt.“ Das gab das Budget her, über das ihr Freund täglich Buch führt. Die erfreuliche, erste Zwischenbilanz: „Wir liegen sogar unter dem, was wir kalkuliert haben.“

Und wie ist der Urlaub in Corona-Zeiten? „Bislang ganz entspannt. Wir halten uns an die Regeln, sind aber schon überrascht, dass die Schutzmaßnahmen in Österreich längst nicht so streng sind wie bei uns. Hier muss man kaum eine Maske tragen.“

Über Wien geht die Road-Tour dann weiter nach Italien, wo der Schwerpunkt der Reise liegen soll. Da aber auch dort die Corona-Zahlen steigen, ist Emily Giesbrecht ein wenig mulmig zu Mute: „Ich habe schon ein paar Bedenken. Wir behalten die Lage natürlich im Auge.“

Das Leben im Camper genießt die 20-Jährige, die beim WESTFALEN-BLATT eine Ausbildung zur Medienkauffrau absolviert hat, genauso wie ihr Freund in vollen Zügen: „Wir planen immer spontan und fühlen uns da, wo wir gerade stehen, zu Hause. Bislang sind wir uns auch noch nicht auf die Nerven gegangen. Selbst, wenn es mal regnet, ist es im Camper gemütlich.“

Eindrücke ihrer Reise schildern Emily Giesbrecht und Julius Schröder in ihrem Blog: ouradvanture.de .

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