Urlaub im Camper: Bielefelder haben bereits 3500 Kilometer zurückgelegt
„Ein Stück Heimat“ in Italien

Bielefeld (WB). Emily Giesbrecht und Julius Schröder, die in ihrem selbst umgebauten Camping-Van zwei Monate lang durch Europa touren und im WESTFALEN-BLATT von ihren Erlebnissen berichten, sind mittlerweile in Italien gelandet. „Faszinierend und ein Stück Heimat“, fassen die beiden 20-Jährigen ihre Eindrücke, die sie in Kaltern und Venedig gesammelt haben, zusammen.

Freitag, 11.09.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 11.09.2020, 05:01 Uhr
Faszinierend und anstrengend zugleich: Emily Giesbrecht und Julius Schröder in Venedig, der Stadt der Liebe. Foto: Privat
Faszinierend und anstrengend zugleich: Emily Giesbrecht und Julius Schröder in Venedig, der Stadt der Liebe. Foto: Privat

Nach mehreren Stationen in Bayern und Österreich , wo noch ein Abstecher nach Wien unternommen wurde, ging es über die italienische Grenze und dann zunächst nach Kaltern am See, einem der schönsten Weindörfer in Südtirol. „Das war für uns wie nach Hause kommen“, berichtet das junge Paar aus Bielefeld. Heimatgefühle kamen auf, weil Emily Giesbrecht mit ihrer Familie regelmäßig den Sommerurlaub in Kaltern verbringt. „Wir haben so viele neue Orte kennengelernt, da tat es richtig gut, an einem vertrauten Ort zu sein, wo man fast alles kennt.“ Darum haben Emily und Julius am Kalterer See, einem der wärmsten Badeseen in den Alpen, „die Seele baumeln lassen“, die Menschen, das gute Essen, die lauen Sommerabende und die Landschaft voller Berge und Weinstöcke genossen. „Wir haben wieder einen wunderschönen Wasserfall entdeckt, Wasserschildkröten gesehen und auch die Haut einer Ringelnatter.“

Klippenspringen am Montiggler See

Nach fünf Nächten auf einem Stellplatz direkt am Seeufer ging es weiter Richtung Venedig. Auf dem Weg dorthin machte das Paar Station am Montiggler See. „Dort haben wir eine Stelle entdeckt, wo sich Jugendliche treffen und von den Klippen ins Wasser springen. Wir haben uns nach langem Zögern schließlich auch getraut und sind von den etwa sieben Meter hohen Klippen in die Tiefen gesprungen. Ein absolutes Highlight.“

In der Stadt der Liebe erwartete Emily und Julius dann ein völlig anderes Bild. „Venedig ist wirklich beeindruckend, fast an jeder Ecke erwartet einen etwas Besonderes.“ Allerdings müsse man darauf achten, wo man einkehrt. „Uns wurde berichtet, dass ein Cappuccino am Markusplatz 34 Euro kostet. Für das gleiche Geld haben wir ein paar Gassen weiter zu zweit gut gegessen und getrunken.“ Ein Aperol Spritz gehörte zum Pflichtprogramm. „Das ist hier eine Art Nationalgetränk. Super lecker.“

23.000 Schritte am Tag

Ihren Camper stellten die beiden in San Giuliano, der Lagune von Venedig, ab. Von dort aus ging es mit der Fähre oder über die Brücke in die Stadt. „Das meiste haben wir zu Fuß gemacht. Nach 23.000 Schritten waren wir am Abend echt fertig mit der Welt“, schmunzelt Julius Schröder.

Auf dem Campingplatz haben die Bielefelder auch die Geselligkeit unter Gleichgesinnten genossen. „Es sind viele Urlauber aus Deutschland hier. Abends haben wir zusammen gegrillt und gequatscht.“ Der Tourismus in Venedig sei „noch erträglich“ gewesen.

Es sei allerdings auffällig, dass Corona in Italien eine andere Rolle spiele als in Deutschland. „Man merkt schon, dass dieses Land gerade am Anfang stark von der Pandemie betroffen war. Die Menschen haben mehr Respekt vor dem Virus. Auf öffentlichen Plätzen tragen zum Beispiel viele Menschen weiterhin eine Schutzmaske“, berichtet Emily Giesbrecht. Der Hygiene-Standard auf den Campingplätzen sei dagegen nicht so hoch wie in Deutschland oder Österreich.

Vorfreude auf Strand und Meer

Das Leben auf sechs Quadratmetern in dem 14 Jahre alten Bulli, den die beiden in Eigenregie in ein Mobilheim umgebaut haben, genießt das junge Paar unterdessen weiterhin in vollen Zügen. „Wir sind mittlerweile tiefenentspannt und lassen uns treiben.“ 3500 Reisekilometer haben Emily Giesbrecht und Julius Schröder bereits zurückgelegt – ohne Pannen. Das nächste Ziel ist Ancona an der Adriaküste. „Nach so vielen Bergen, Seen und Städten freuen wir uns jetzt auf Strand und Meer.“

Weitere Eindrücke ihrer Reise schildern Emily Giesbrecht und Julius Schröder in ihrem Blog: ouradvanture.de

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