Bielefelder Pilot verunglückt bei Landung: Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung im Einsatz
Ermittlungen nach Absturz auf Borkum

Bielefeld/Borkum (WB/hz). Nach dem Absturz eines Bielefelder Piloten (68) mit einem einmotorigen Flugzeug am Flugplatz Borkum haben Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.

Mittwoch, 16.09.2020, 12:54 Uhr aktualisiert: 22.09.2020, 11:24 Uhr
Vom einmotorigen Flugzeug des 68-jährigen Bielefelders blieb nach dem Absturz auf Borkum nicht viel übrig. Foto: Wilke Specht
Vom einmotorigen Flugzeug des 68-jährigen Bielefelders blieb nach dem Absturz auf Borkum nicht viel übrig. Foto: Wilke Specht

BFU-Sprecher Germout Freitag sagte, dass drei Ermittler aus der Zentrale in Braunschweig bereits seit Montag, dem Tag des Absturzes , vor Ort seien. „Jetzt geht es darum, Infos zu sammeln und Zeugen zu befragen“, bestätigte der Sprecher, dass die Experten für Flugunfälle am Dienstag ihre Arbeit fortgesetzt hätten. Die Absturzstelle werde daher vorerst nicht geräumt.

Zur Unfallursache konnte Germout Freitag noch nichts sagen. Der wichtigste Zeuge des Absturzes, der Bielefelder Pilot, liegt derzeit mit schweren Brandverletzungen in einer Spezialklinik im niederländischen Groningen. Zudem müssten Informationen zur Flugtauglichkeit des Bielefelders, zum technischen Zustand der von ihm gesteuerten Cessna und zu den beim Absturz vorherrschenden Geofaktoren wie Wetter und mögliche Hindernisse beim Landeanflug eingeholt werden. Einen Zwischenbericht zum Flugunfall kündigte der BFU-Sprecher für den Spätherbst an. Bis zur abschließenden Unfallanalyse könne ein Jahr oder mehr vergehen.

Unterdessen bestätigte Polizeisprecherin Heike Rogner von der Polizeiinspektion Leer/Emden die Absturzschilderung eines Borkumer Flugleiters. Demnach wollte der Bielefelder Pilot, vom hiesigen Flugplatz Windelsbleiche kommend, gegen 11 Uhr am Montag auf der ostfriesischen Insel Borkum landen. Die vom 68-Jährigen gesteuerte einmotorige Maschine vom Typ Cessna Turbo-Centurion II habe auf der Landebahn kurz aufgesetzt und nach einer Art Sprung wieder abgehoben. Nach einem Strömungsabriss oder Berührens eines Zauns mit einer Flügelspitze kippte das Flugzeug auf die rechte Tragfläche und stürzte auf eine Weide am Flugplatz. Dort rettete sich der Pilot schwer verletzt aus der brennenden Maschine. Ersthelfer wie der Flugleiter betreuten das Absturzopfer bis zum Eintreffen der Besatzung eines niederländischen Rettungshelikopters.

Das sechssitzige Flugzeug wurde beim Absturz, der offenbar aus relativ geringer Höhe stattfand, komplett zerstört und brannte aus. Durch die Wucht des Aufpralls wurden einzelne Trümmerteile weit weg geschleudert. Die Polizei schätzte den Schaden auf 500.000 Euro.

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