Wie der Verkehrsverein die Stadt verändern möchte
Die starke Marke Bielefeld

Bielefeld (WB). Die Neue will’s wissen. Schon bei ihrem ersten großen Auftritt nimmt Ursula Pasch kein Blatt vor den Mund. „Die Innenstädte brauchen mehr Aufenthaltsqualität und Anziehungspunkte als je zuvor.“ Die neue Vorsitzende möchte Bielefeld verändern, besser machen, attraktiver gestalten. Und am liebsten möchte sie den Begriff Verkehrsverein sofort abschaffen.

Donnerstag, 17.09.2020, 06:00 Uhr
Die Spitze des Verkehrsvereins: (von links) Oberbürgermeister Pit Clausen, die neue Vorsitzende Ursula Pasch, Andreas Büscher (Vorsitzender des Gaststättenverbandes), Regine Tönsing (Hauptgeschäftsführerin des Gaststättenverbandes), Johannes Göke (Vorsitzender Werbegemeinschaft City), Frank Wulfmeyer (Kreishandwerksmeister), Mike Bartels (Vorsitzender der Werbegemeinschaft Jöllenbeck), Henner Zimmat (Vorsitzender der Kaufmannschaft Altstadt), Martin Knabenreich (Geschäftsführer), Cornelia Delius (bisherige Vorsitzende) und Jennifer Erdmann (stellv. Vorstandsmitglied der Sparkasse). Es fehlt: Thomas Kunz. Foto: André Best
Die Spitze des Verkehrsvereins: (von links) Oberbürgermeister Pit Clausen, die neue Vorsitzende Ursula Pasch, Andreas Büscher (Vorsitzender des Gaststättenverbandes), Regine Tönsing (Hauptgeschäftsführerin des Gaststättenverbandes), Johannes Göke (Vorsitzender Werbegemeinschaft City), Frank Wulfmeyer (Kreishandwerksmeister), Mike Bartels (Vorsitzender der Werbegemeinschaft Jöllenbeck), Henner Zimmat (Vorsitzender der Kaufmannschaft Altstadt), Martin Knabenreich (Geschäftsführer), Cornelia Delius (bisherige Vorsitzende) und Jennifer Erdmann (stellv. Vorstandsmitglied der Sparkasse). Es fehlt: Thomas Kunz. Foto: André Best

Dieser sei veraltet, sagt Ursula Pasch. Die häufigste Frage, die ihr gestellt wurde, lautet: „Was macht ein Verkehrsverein?” Eine knackige Antwort auf diese Frage hätte sie nicht geben können. Aber das solle sich ändern, wie so einiges in der Stadt. Den coronabedingt nur 150 Gästen bei der Jahresversammlung sagt sie in der Stadthalle: “Lasst uns einen Stadtsparziergang machen und schauen, wo wir etwas verbessern können.“

Wandel in der Stadt

Ursula Pasch ist seit 24 Jahren überzeugte Wahl-Bielefelderin. Geboren wurde sie in Krefeld. Die Architektin betreibt mit ihrem Mann Kai Brüchner-Hüttemann ein Architekturbüro. Stadtentwicklung ist somit zwangsläufig ihr Thema. Sie sagt: „Wir werden in den nächsten Jahren einen deutlichen Wandel in der Innenstadt und den Nebenzentren erleben.“ Während sich der Handel enorm verändere, drängten neue Nutzungsformen in die Stadt, vom zentrumsnahen Wohnen über Kunst und Kultur bis hin zu Wissensvermittlung, die die Bielefelder künftig in der „WissensWerk­Stadt“ erleben würden.

Kritik

Doch bevor Ursula Pasch ihre Visionen skizziert, gilt der Dank ihrer Vorgängerin. Zehn Jahre lang lenkte Cornelia Delius die Geschicke des Vereins, den es seit 1980 gibt. Bereits im Juni wurde der Wechsel vollzogen. Einstimmig hat der Vorstand Ursula Pasch gewählt. „Sie ist meine und unsere Wunschnachfolgerin“, sagt Cornelia Delius. Sie blickte auf eine erfolgreiche Zeit zurück. Aber es gab auch kritische Bemerkungen. Es sei nicht gelungen, den Fernbusbahnhof von einer unansehnlichen Randlage in die Nähe des Hauptbahnhofes zu verlegen, auch, um hier wichtige Verkehrsträger einer Universitätsstadt sinnvoll miteinander verknüpfen zu können. „Leider sind wir hier nicht am Ziel. Obwohl es Beschlüsse gibt, zögert die Stadtverwaltung die Umsetzung hinaus“, kritisiert Cornelia Delius. Hier gebe die Verkehrsplanung kein gutes Bild ab. „Geben Sie Bielefeld doch bitte ein zukunftsweisendes Verkehrskonzept mit einer für alle Verkehrsmittel gut erreichbaren Innenstadt, guten Anbindungen aus dem Umland und – einem zentralen Fernbusbahnhof“, appelliert Delius im Beisein von Oberbürgermeister Pit Clausen.

„Bielefeldmillion“

Bielefeld Marketing-Chef Martin Knabenreich blickt auf 2019 zurück, dem erfolgreichsten Jahr in der 21-jährigen Geschichte. Allen voran die Kampagne „Bielefeldmillion“ hat der Stadt bundesweite Aufmerksamkeit beschert. Aber auch die Nachtansichten (12.500 Besucher), das Open-Air-Konzert der Philharmoniker (6500 Gäste), Leineweber- und Weinmarkt, Run&Roll-Day und Weihnachtsmarkt hätten die Massen begeistert, sagte Knabenreich. 2019 übernachteten fast 385.000 Gäste in der Stadt, so viele wie noch nie zuvor. In der Krise sorgten der Freizeitpark „BieHappy“ oder auch der Burgsommer für Abwechslung.

Ein Leuchtturmprojekt der Zukunft ist die „WissensWerkStadt“, die jetzt an die Umsetzung und Ende 2022 an den Start geht. Die Weiterentwicklung der Stadtmarke Bielefeld hat ebenso Priorität. Hier sollen die Bielefelder stark beteiligt werden.

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