Auch Unionsfraktionschef Brinkhaus stärkt Ralf Nettelstroth – mit Video
Blitzbesuch von Laschet: Volle Wucht für den politischen Wechsel in Bielefeld

Bielefeld (WB). Eigentlich hat Gastwirt Gürten Amato montags Ruhetag. Doch wenn die CDU-Prominenz kurzfristig ruft, macht er gerne eine Ausnahme. Den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet hat der Chef des Il Monastero am Klosterplatz nicht jeden Tag zu Gast. Am Ende strahlt er und sagt: „Ich kannte ihn zwar vorher nicht, aber Armin Laschet ist ein guter Typ. Ganz klar: Ich wähle am Sonntag den CDU-Kandidaten Ralf Nettelstroth.“

Montag, 21.09.2020, 20:29 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 23:10 Uhr
Auch Unionsfraktionschef Brinkhaus stärkt Ralf Nettelstroth – mit Video: Blitzbesuch von Laschet: Volle Wucht für den politischen Wechsel in Bielefeld
Foto: Bernhard Pierel

13.15 Uhr. Strahlendes Wetter. Klosterplatz. Noch sechs Tage bis zur Stichwahl. Ralf Nettelstroth kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Der OB-Kandidat der CDU empfängt den Ministerpräsidenten. Zum Blitzbesuch ist Armin Laschet extra nach Bielefeld gekommen. Ralf Nettelstroth: „Ich spüre die Wechselstimmung. Die Leute wollen Clausen abwählen.“ Am Nachmittag folgt der zweite Wahlkampfauftritt mit einem weiteren Schwergewicht der Partei. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus begleitet Nettelstroth beim Besuch der Spedition Wahl & Co. Das Logistikunternehmen sucht seit Jahren neue Flächen zur Erweiterung. Bielefeld hat aber derzeit keine.

Armin Laschet und Ralf Nettelstroth versuchen den Schulterschluss. „Im Bund und im Land läuft’s gut – jetzt sollte es auch in Bielefeld voran gehen“, sagt Laschet. Auch Elmar Brok, ehemaliger CDU-Europaabgeordneter, ist gekommen und auch Andreas Rüther, Kreisvorsitzender der Bielefelder CDU. Eine so knappe Mehrheit wie zuletzt, sagt Laschet, könne in Bielefeld nicht über derart wegweisende Dinge wie die Verkehrswende oder auch den Jahnplatz-Umbau entscheiden. „Da braucht es breitere Mehrheiten.“ Die möchte auch Nettelstroth organisieren – im Falle eines Sieges bei der Stichwahl am Sonntag , aber auch, wenn Clausen gewinnen sollte. „Die CDU ist die stärkste Kraft. Das Wahlergebnis sollte sich auch in der künftigen Ratsmehrheit widerspiegeln.“ Das Ziel: ein großes Bündnis mit der SPD.

Bund und Land hätten die Menschen, aber auch die Kommunen in der Coronakrise stark entlastet, sagt Laschet. Für die Stadt Bielefeld bedeute das eine Gesamtentlastung von knapp 90 Millionen Euro.

Starker Bund, starkes Land, starke Kommune – so lautet die gemeinsame Botschaft von Laschet und Nettelstroth. Dieser Dreiklang wäre noch stärker, meint der Ministerpräsident, wenn in Bielefeld der politische Wechsel gelänge. Laschet und auch später Ralph Brinkhaus betonen weitere finanzielle Maßnahmen, die der Stadt und den Menschen zugute kämen: die Sanierung der Uni (eine Milliarde Euro in 20 Jahren), die Schaffung einer medizinischen Fakultät mit 300 Studenten und 100 Professoren nach Fertigstellung (eine halbe Milliarde Euro), der Ausbau der Stadtbahn-Linie 4 usw.

Laschet scheint gut informiert. Er kritisiert die zu langen Wartezeiten in der Kfz-Zulassungsstelle und fordert „null Toleranz gegenüber jeglicher Form von Kriminalität“. Auch hier habe das Oberzentrum Nachholbedarf.

Am Ende seines Besuchs hat Laschet noch zwei Nachrichten im Zusammenhang mit Corona: Erstens möchte er nicht wie in Bayern eine Maskenpflicht im Außenbereich einführen. Zweitens sieht er gute Chancen für den Bielefelder Weihnachtsmarkt, wenn das Konzept mit Abstandsregeln und Hygienevorschriften stimmt.

In Bielefeld gibt es 150.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse. Ein Drittel davon befindet sich in Kurzarbeit. „Wir haben die Möglichkeit der Kurzarbeit verlängert, damit wir Arbeitsplätze retten und den Firmen helfen“, sagt Ralph Brinkhaus beim Besuch der Spedition Wahl & Co. Die Botschaft lautet: In der Krise braucht es stabile Verhältnisse und eine gute Führung.

Die wünschen sich zahlreiche familiengeführte- und mittelständische Unternehmen in und um Bielefeld. Die Spedition Wahl & Co. ist vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. „Obwohl das Jahr nicht toll war“, sagt Geschäftsführer Jörn Wahl-Schwentker. Zehn bis 15 Hektar benötige die Spedition an Fläche zur Erweiterung, „aber Bielefeld hat nichts für uns“. Keine Flächen, keine neuen Arbeitsplätze. Das Unternehmen setzt auf Nachhaltigkeit, hat eine der modernsten Solaranlagen Deutschlands. Gebaut wurde flächensparend über zum Teil mehrere Etagen. Alle Lkw sind nur ein bis eineinhalb Jahre alt, fahren mit Euro-6-Fahrzeugen. 250 Menschen arbeiten bei Wahl & Co., plus 100 Externe. Wahl-Schwentker: „Weitere Arbeitsplätze könnten entstehen. Aber wenn wir hier keine Flächen finden, müssen wir woanders suchen. Dann wäre der Standort geschwächt und würden Mitarbeiter abgezogen.“

 

Bei der Spedition Wahl & Co.: (von links) Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus, Ralf Nettelstroth sowie die Geschäftsführer Dr. Thorsten Steinmann und Jörn Wahl-Schwentker.

Bei der Spedition Wahl & Co.: (von links) Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus, Ralf Nettelstroth sowie die Geschäftsführer Dr. Thorsten Steinmann und Jörn Wahl-Schwentker. Foto: Bernhard Pierel

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