Rund 600 Quarantäne-Schüler durchlaufen am Dienstag die Drive-In-Einrichtung der Stadt Bielefeld
Corona-Tests diesmal ohne Stau

Bielefeld (WB). Jetzt sind es schon elf Bielefelder Schulen, an denen Schüler und Lehrer infolge einer Corona-Infektion in Quarantäne geschickt werden mussten. Am Montagabend informierte das Hans-Ehrenberg-Gymnasium in Sennestadt die Eltern, dass die Klasse 9a und ein Robotik-Kurs betroffen seien.

Mittwoch, 30.09.2020, 06:00 Uhr
Mitarbeiter von Johannitern, DRK und ASB arbeiten die Tests ab, die aus dem Auto heraus per Nase-Rachen-Abstrich genommen werden. Der Abstrich geht schnell, zeitaufwendig ist die Dokumentation der Vorgänge und der Abgleich mit Listen. Foto: Bernhard Pierel
Mitarbeiter von Johannitern, DRK und ASB arbeiten die Tests ab, die aus dem Auto heraus per Nase-Rachen-Abstrich genommen werden. Der Abstrich geht schnell, zeitaufwendig ist die Dokumentation der Vorgänge und der Abgleich mit Listen. Foto: Bernhard Pierel

Nach Angaben der Schule hat das Gesundheitsamt die Kinder der Klasse bis zum 9. Oktober nach Hause geschickt, außerdem die Jugendlichen, die den Robotik-Kurs besuchen. Ebenso gelten für Lehrer, die in der Klasse zwischen dem 21. und 24. September unterrichtet haben, Quarantäneauflagen. „Die Kontaktnachverfolgung im Gesundheitsamt läuft, die betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte werden kontaktiert“, teilte die Stadt mit.

Teilnehmer der Familienfeier trafen sich erneut

Dieser Fall stehe nicht im Zusammenhang mit der Familienfeier vom 15. September, sagte Stadtsprecher Daniel Steinmeier – anders als die übrigen zehn Schulen mit fast 1000 Schülern und Lehrern, die sich in Quarantäne begeben mussten, weil sich auf der Familienfeier mindestens 17 Schüler aus zehn verschiedenen Schulen mit Covid-19 angesteckt haben. Die Feier hat inzwischen weitere Folgen: Die Zahl der Infizierten aus dem Zusammentreffen hat sich um weitere sieben auf jetzt 45 erhöht – nicht zuletzt deswegen, weil Teilnehmer der Feier am 17. und 18. September im Zuge einer Beerdigung erneut zusammenkamen und dabei auch auf andere Menschen trafen, wie jetzt bekannt wurde.

Und auch das Corona-Testzentrum der Stadt auf dem Gelände von Kahmann und Ellerbrock an der Feldstraße hatte infolge der Feier am Dienstag wieder reichlich zu tun. Die Stadt hatte Schülern und Lehrern der von der Quarantäne betroffenen Schulen angeboten, sich dort aus dem Auto heraus testen zu lassen. „Alles läuft koordinierter ab, es gibt nur geringe Wartezeiten“, sagte Nadine Engel-Fratz, Sprecherin des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der das Testzentrum gemeinsam mit Johannitern und Deutschem Roten Kreuz betreibt, am frühen Nachmittag.

Am Montag war es dort zu chaotischen Zuständen gekommen, nachdem über die Schulen am Sonntag versehentlich mitgeteilt worden war, dass sich alle betroffenen Schüler ohne Termin dort testen lassen könnten. Es kam teils zu Wartezeiten von mehr als zwei Stunden und zu Verkehrsbehinderungen durch Rückstaus bis auf die Herforder und die Eckendorfer Straße. Für Dienstag hatte der Krisenstab der Stadt ein geordnetes Verfahren eingerichtet – mit Zeitfenstern, die Schülern alphabetisch nach den Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen zugeordnet wurden.

„Vor der Öffnung um zehn Uhr hat es sich etwas gestaut“, sagte Nadine Engel-Fratz. „Danach ging es zügig vonstatten.“ Eine Mutter sprach von 15 Minuten Wartezeit. Rückstaus auf der Feldstraße soll es nicht gegeben haben, die Stadt hatte aber vorsorglich „Anlieger frei“-Schilder aufgestellt, um zumindest den Durchgangsverkehr aus der Straße herauszuhalten.

ASB, DRK und Johanniter hatten die Kapazitäten am Dienstag verdoppelt, konnten diesmal gleichzeitig vier, insgesamt rund 50 Tests pro Stunde durchführen. Am Ende waren es rund 600 Schüler, die getestet wurden.

Testzentrum schließt wieder

Etwa 20 Helfer waren in mehreren Schichten vor Ort, um die Tests von 10 bis 18 Uhr vorzunehmen. Das Verfahren sei weitestgehend reibungslos verlaufen, so Engel-Fratz. Einige Besucher hätten aber wieder weggeschickt werden müssen, weil sie mit den Quarantäne-Fällen an den Schulen nichts zu tun hatten und dachten, jeder Interessierte könnte am Dienstag vorbeischauen, um sich testen zu lassen. Auch Fußgänger wurden abgewiesen, Radfahrer allerdings durften die Drive-In-Einrichtung nutzen.

Irritiert zeigte sich indes die Mutter einer Helmholtz-Schülerin: Auch sie wurde mit ihrer Tochter abgewiesen. Für die Jahrgangsstufe gebe es keinen Testauftrag seitens der Stadt, hieß es, obwohl das Mädchen die Jahrgangsstufe EF (10. Klasse) des Helmholtz-Gymnasiums besucht. ASB-Sprecherin Nadine Engel-Fratz vermutet einen Irrtum, und auch an der Schule geht man von einem Einzelfall aus. Die Schülerin habe auf der an das Gesundheitsamt übermittelten Namensliste gestanden. Ähnliche Fälle seien der Schule auch nicht mitgeteilt worden.

Nachdem die aktuellen Quarantänefälle abgearbeitet wurden, soll das temporäre Drive-In-Testzentrum jetzt wieder schließen – und erst wieder öffnen, wenn das Gesundheitsamt wieder größere Testkapazitäten benötigt.

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