Zwei Teams bringen den „Hotzenplotz“ im Wechsel auf die Bühne
Alles in Doppelbesetzung

Bielefeld (WB). Immer im November und Dezember steht im Stadttheater das „Familienstück zur Weihnachtszeit“ auf dem Spielplan – in diesem Jahr „Der Räuber Hotzenplotz“ nach der Geschichte von Otfried Preußler. (Premiere 14. November). Neu in diesem Jahr: Intendant Michael Heicks als Regisseur probt mit zwei Teams - auch coronabedingt.

Donnerstag, 08.10.2020, 06:00 Uhr
Sicher ist sicher: Intendant Michael Heicks als Regisseur pro für das Familienstück des Bielefelder Theaters „Räuber Hotzenplotz“ mit zwei Schauspiel-Teams. Jedes Team spielt die Hälfte der insgesamt 54 Vorstellungen – oder springt im Notfall ein. Foto: Thomas F. Starke
Sicher ist sicher: Intendant Michael Heicks als Regisseur pro für das Familienstück des Bielefelder Theaters „Räuber Hotzenplotz“ mit zwei Schauspiel-Teams. Jedes Team spielt die Hälfte der insgesamt 54 Vorstellungen – oder springt im Notfall ein. Foto: Thomas F. Starke

Licht, Technik, Maske, Kostüme, die Grundstruktur der Inszenierung – alles identisch. Aber: Es gibt zwei Kasperl, zwei Seppel, zwei Großmütter, zwei Hotzenplotz’ und zwei Zauberer. Und keine Gäste im Ensemble.

Heicks sieht gleich mehrere Vorteile. Die Schauspieler müssen, anders als in den Vorjahren, nicht mehr 54, sondern „nur“ jeweils 26 Vorstellungen spielen. Sollte einer von ihnen aus Krankheitsgründen ausfallen, könnte der Gegenpart aus dem jeweils anderen Team die Rolle unmittelbar übernehmen. Zudem, so Heicks, könnte bereits im Dezember mit Proben für Stücke begonnen werden, die 2021 Premiere haben, früher wegen der starken Belastung der Schauspieler im Weihnachtsmärchen, nicht möglich.

Sieben Wochen Probenzeit

Auf Wunsch der Schauspieler würde jeweils ein Team auch an Tagen, an denen drei „Hotzenplotz“-Vorstellungen angesetzt seien, durchspielen. Heicks: „Anders würde es auch gar nicht gehen. Bei einem Wechsel der Teams an ein und demselben Tag würde die Zeit in der Maske mit den dort herrschenden Hygienevorschriften viel zu knapp.“

Die Gesamtprobenzeit umfasse sieben Wochen, seit zwei Wochen würde die Inszenierung einstudiert. Noch sei offen, welches Team zum Beispiel bei der Premiere auf der Bühne stehe. Sicher aber sei, so Heicks: „Es gibt zwei Generalproben.“

Er betont, dass anders als etwa im Profi-Fußball die strikte Trennung der beiden Besetzungen im Stadttheater nicht möglich sei: „Die Mitwirkenden stehen ja auch in anderen Konstellationen und in anderen Stücke auf der Bühne.“

Für ihn ist die Arbeit mit zwei Ensembles für ein Stück ein Experiment. Heicks: „Wir müssen es einfach ausprobieren.“

Aufführungen ohne Pause

Der Hotzenplotz wird gespielt von Thomas Wolff und Oliver Baierl, der Seppel von Tom Scherer und Cornelius Gebert, der Kasperl von Susanne Schieffer und Carmen Witt, die Großmutter von Nicole Lippold und Doreen Nixdorf, der Zauberer Petrosilius Zwackelmann von Lukas Graser und Georg Böhm. Heicks: „Jeweils unterschiedliche Typen, die dem Stück ihre eigene Farbe geben werden,.“

Unter Coronabedingungen gibt es auch keine Pause, das Stück hat eine Länge von etwa 70 Minuten. Der Einzige, der 54 Mal dabei ist, ist der Musiker, der die Melodien für die Lieder beisteuert.

Stück für alle Generationen

Michael Heicks sagt, dass er zuletzt vor vielen Jahren noch am Hamburger Thalia-Theater ein Märchen inszeniert habe, nämlich „Peterchen Mondfahrt“. Er lege großen Wert darauf, dass das traditionelle Familienstück „hochwertig und qualitätvoll“ auf die Bühne gebracht werde. „Der Räuber Hotzenplotz“ sei ein Klassiker der Kinderliteratur: „Gut gebaut, lustig und auch ein bisschen gruselig.“ Er möge die Figuren, weil sie „Charakter“ hätten und in einer guten Puppentheater-Tradition ständen. Michael Heicks ist überzeugt davon, dass das Stück generationenübergreifend bekannt (und beliebt) ist: „Das sorgt für Gesprächsstoff und ist ja auch ein Sinn der Sache.“

3000 Tickets schon verkauft

Bereits 3000 Tickets für den „Räuber Hotzenplotz“ sind bereits weg – sie gingen schon am ersten Vorverkaufstag an Märchenliebhaber. Das sind 600 Karten mehr als am ersten Vorverkaufstag des Vorjahresstücks „Der Zauberer von Oz“ und 1000 Karten mehr als bei „Aladin“ (2018).

Familienvorstellungen für das Märchen „Der Räuber Hotzenplotz“ sind am 14. November, 17 Uhr (Premiere); 28. November, 11 Uhr; 29. November, 11, 14, 17 Uhr; 6. Dezember, 11, 14, 17 Uhr; 11.Dezember, 17 Uhr; 13. Dezember, 11, 14, 17 Uhr; 16. Dezember, 17 Uhr; 19. Dezember, 11 Uhr; 20. Dezember, 11, 14, 17 Uhr; 21. Dezember, 18 Uhr; 23. Dezember, 12, 15 Uhr; 25. Dezember, 15, 18 Uhr; 27. Dezember, 12 Uhr; 28. Dezember, 12, 15 Uhr; 29. Dezember, 11 Uhr; 2. Januar, 12 Uhr; 3. Januar, 11, 14, 17 Uhr.

Einzel- und Zweierplätze können online gebucht werden unter www.theater-bielefeld.de. Wenn Familien oder Gruppen von drei bis zehn Personen ohne Freiplatz nebeneinander sitzen möchten, ist der Kartenkauf nur n der Theater- und Konzertkasse, Altstädter Kirchstraße 14, Telefon 0521/51-5454 möglich. Geöffnet dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr; telefonische Erreichbarkeit bis 13 Uhr.

 

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