So viel Präsenz wie möglich, so viele Online-Veranstaltungen wie nötig
NRW-Studenten starten ins „Hybridsemester“

Düsseldorf/Bielefeld (WB). In diesem Jahr starten Studenten in Nordrhein-Westfalen pandemiebedingt in ein hybrides Wintersemester 2020/21.

Dienstag, 13.10.2020, 08:17 Uhr aktualisiert: 13.10.2020, 09:42 Uhr
Symbolbild, Uni vor Corona: volle Hörsäle und keine Masken. Die Pandemie stellt Studenten und Hochschulen vor eine Menge Herausforderungen. Foto: dpa
Symbolbild, Uni vor Corona: volle Hörsäle und keine Masken. Die Pandemie stellt Studenten und Hochschulen vor eine Menge Herausforderungen. Foto: dpa

Die sehr guten Ergebnisse des vergangenen Sommersemesters an den NRW-Hochschulen seien Vorbild dafür, dass es auch im Wintersemester so viel Präsenz wie möglich und so viele Online-Veranstaltungen wie nötig an den Hochschulen geben werde, sagte Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) am Montag in Düsseldorf. Vor allem für Erstsemester solle der Hochschul-Campus wieder geöffnet werden, um sie beim Einstieg ins Studium zu unterstützen.

Ziel der schwarz-gelben Landesregierung sei es, den Campus wieder zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs werden zu lassen, betonte die Ministerin. Pfeiffer-Poensgen lobte ausdrücklich die Hochschulen und die Studierenden für ihr verantwortungsvollen Verhalten im vergangenen Sommersemester: „Es hat trotz Corona so gut funktioniert, dass über 90 Prozent der Veranstaltungen durchgeführt werden konnten.“

Ausbau der Selbstlernbereiche

Konkrete Zahlen über die zu erwartenden Studierenden im anstehenden Wintersemester gibt es laut Pfeiffer-Poensgen frühestens Ende November. Derzeit würden die Anmeldungen noch laufen und auch die verschobenen Abiturprüfungen seien für die Verzögerungen verantwortlich.

Mit der Corona-Epidemie-Hochschulverordnung hat die Landesregierung den Hochschulen bereits für das Sommersemester die notwendigen rechtlichen Regelungen für einen digitalen Lehr- und Prüfungsbetrieb zur Verfügung gestellt. Die Verordnung soll, nach den Erfahrungen des Sommersemesters, nun bis zum Ende des Wintersemesters 2020/2021 verlängert werden, um den Hochschulen Planungssicherheit zu geben. Der stellvertretende Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Gerhard Sagerer, erklärte, die Selbstlernbereiche für die Studierenden sollten ausgebaut werden.

Uni Bielefeld: 60 Quarantäne-Verdachtsfälle im Sommersemester

Laut Sagerer, der auch Rektor der Universität Bielefeld ist, hat seine Hochschule im vergangenen Sommersemester geschafft mit insgesamt knapp 60 Quarantäne-Verdachtsfällen durch die Pandemie zu kommen. Die Abschlüsse im Sommersemester seien „nicht schlechter als sonst“ gewesen, sagte der Wissenschaftler. Auch für das kommende Wintersemester rechne er nicht mit weniger Studierenden als vor der Pandemie. Er hoffe, dass im kommenden Semester keine größeren Fallzahlen kommen und erwarte, dass sich die Universitäten insgesamt daran ausrichten würden, dass es kein Ausbrüche geben werde.

Eine Aufnahme von Ende April: Ein Mitarbeiter der Universität Bielefeld geht durch die leere Aula der Fakultät. Zeitweise durften die Hörsäle, Werkstätten und Labore der Hochschulen - mit wenigen Ausnahmen - wegen der Corona-Pandemie nicht betreten werden.

Eine Aufnahme von Ende April: Ein Mitarbeiter der Universität Bielefeld geht durch die leere Aula der Fakultät. Zeitweise durften die Hörsäle, Werkstätten und Labore der Hochschulen - mit wenigen Ausnahmen - wegen der Corona-Pandemie nicht betreten werden. Foto: dpa

Kunst- und Musikhochschulen planen den Angaben nach mit ihren hohen Praxisanteilen in den Lehrveranstaltungen mehr Präsenzveranstaltungen ein als andere Hochschulen. Dagegen versuchen große Universitäten, bei Vorlesungen mit vielen Studierenden möglichst auf Online-Formate auszuweichen. Gestalterische oder naturwissenschaftliche Fächer werden eher einen hohen Präsenzanteil haben, weil sie auf die besonderen Ausstattungen von Atelier- oder Laborräumen angewiesen sind. Präsenzphasen vor Ort sollen zudem möglichst in Blöcke gefasst werden, um häufige Ortswechsel zu vermeiden.

Enorme Fortschritte in der Digitalisierung

Marcus Baumann, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, erklärte, er rechne damit, dass es auch nach einem Ende der Corona-Pandemie „kein Zurück bei dem Hochschulalltag geben“ werde. Dennoch müsse natürlich alles getan werden, „um Begegnungen zwischen Lehrenden und Lernenden untereinander möglich zu machen.“ In der für die Hochschulen coronabedingten „fürchterlichen Zeit haben wir alle enorme Fortschritte erreicht in der Digitalisierung und bei den Lernerfolgen“, sagte er.

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