Inzidenzwert über 50: Bielefeld ist Corona-Risikogebiet
Was nun?

Bielefeld (WB). Noch nicht unkontrolliert, aber in hohem Tempo verbreitet sich das Coronavirus derzeit in Bielefeld. 43 Neuinfektionen an diesem Freitag und 49 binnen eines Tages am Vortag haben die Situation verschärft. Die Stadt ist in Alarmbereitschaft. Seit Freitag ist Bielefeld Corona-Risikogebiet. Die Frage, die sich jetzt stellt, lautet: Was nun?

Freitag, 16.10.2020, 06:12 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 11:32 Uhr
Die Corona-Entwicklung in Bielefeld. Der Inzidenzwert 50 ist erreicht. Jetzt werden die Regeln weiter verschärft. Foto: dpa
Die Corona-Entwicklung in Bielefeld. Der Inzidenzwert 50 ist erreicht. Jetzt werden die Regeln weiter verschärft. Foto: dpa

Die aktuellen Zahlen

An diesem Freitag ist die nächste Alarmgrenze von 50 Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner erreicht worden. Der Inzidenzwert liegt bei 51,5.

Hier lesen Sie dazu den aktuellen Kommentar.

Die Stadt bereitet sich auf das damit verbundene Szenario vor. Die 49 Neuinfektionen von Donnerstag lassen sich keinen größeren Clustern zuordnen. Die Stadt hat die Nachverfolgungen der Infektionsketten im Griff. Die Lage:

Schulen

Vier Schulen sind aktuell betroffen.

  ● Grundschule Georg-Müller, 3. Klasse (Lipper Hellweg 230) ● Carl-Severing-Berufskolleg Bereich Handwerk & Technik, BFM 81, BFM 91, BTA 91, BBF 01 ● Berufskolleg Bethel, Klassen C20B, C19B und F20B ● Ceciliengymnasium, Klasse EFd, Kurse CH-2 (Chemie), KR-5 (Katholische Religion) und RK-6 (Recht) des Jahrgangs EF

Kitas

Zwei Kitas sind betroffen:● Sozialdienst Katholischer Männer Kita D.O.M. Greifswald, eine Gruppe und die zugehörigen Erzieherinnen und Erzieher● Kita Stadtheider Straße, eine Gruppe und die zugehörigen Erzieherinnen und Erzieher

Inzidenzwert 50 – was nun?

Steigt die Neuinfektionsrate innerhalb von sieben Tagen auf 50 pro 100.000 Einwohner, also 167 Neuinfizierten, werden die Corona-Regeln weiter verschärft. Das ist jetzt der Fall. Es gelten in Kürze folgende Regeln: ●Private Feiern im öffentlichen Raum sind nur mit maximal 25 Menschen zulässig, sofern eine Kontaktliste erstellt und ein Ansprechpartner benannt wird. ● Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien wird empfohlen. In einigen Hotspot-Städten ist das Tragen sogar Pflicht, zum Beispiel auf Wochenmärkten. ●Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern (draußen) oder mit mehr als 250 Teilnehmern (in Innenräumen) sind nicht zulässig. Hier gilt die Maskenpflicht auch am Sitzplatz. Für Krisenmanager Ingo Nürnberger steht fest: Auch einen Weihnachtsmarkt wird es nur geben, „wenn wir von der jetzigen Dynamik wegkommen“.

● Statt bisher zehn dürfen sich nur noch fünf Menschen aus unterschiedlichen Haushalten im öffentlichen Raum aufhalten (drinnen und draußen). ●Die Öffnungszeiten von Kneipen und Restaurants werden beschränkt. ● Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei Theaterveranstaltungen oder im Kino ist auch auf den Sitzplätzen Pflicht (gilt bereits jetzt). Wie viele Besucher bei Veranstaltungen zugelassen werden, muss die Stadt entscheiden und wird nicht zuletzt von dem Hygienekonzept der jeweiligen Veranstalter abhängen.

Das Alter der Erkrankten

Wie alt sind die Infizierten in Bielefeld? Nach laborbestätigten Covid-19-Fällen haben sich vor allem Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren angesteckt (22,4 Prozent). Das sind in absoluten Zahlen 248 Bielefelder, also knapp ein Viertel der gemeldeten Infizierten. Die Zahlen passen zur Vermutung, dass sich die größte Gruppe der Infizierten bei Feiern angesteckt haben könnte.

Aber es „trifft“ nicht nur die jungen Menschen. Auf Platz 2 folgt die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen (17,6 Prozent/195 Fälle). Die dritte Gruppe sind die 40- bis 49-Jährigen (16,7 Prozent/185 Menschen).

Kinder und Ältere sind weniger betroffen. Mädchen und Jungen unter neun Jahren machen nur vier Prozent aus (45 Fälle). Die Zehn- bis 19-Jährigen sind bislang ebenso gering betroffen (10,5 Prozent/116 Fälle). Die Ansteckung unter den 70- bis 79-Jährigen beträgt 4,5 Prozent, was 50 Fällen entspricht.

Bei den 80- bis 89-Jährigen sind es bislang offiziell 20 Fälle (1,8 Prozent) und bei den Bielefeldern, die 90 Jahre und älter sind, waren es bislang lediglich vier Menschen. Die neun Bielefelder, die bislang im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, waren durchschnittlich etwa 80 Jahre alt.

EVKB: Keine Patientenbesuche

Ab Samstag sind in allen Häusern des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) und des Krankenhauses Mara bis auf Weiteres keine Patientenbesuche mehr möglich. Damit reagieren die beiden Betheler Krankenhäuser auf die gestiegenen Infektionszahlen. Von dieser generellen Regelung gibt es einige Ausnahmen: Bei Kindern und Jugendlichen darf neben der Begleitperson eine weitere Person pro Patient pro Tag zu Besuch kommen. Auf der Kinder-Intensivstation sowie der Kinder-Onkologie sind individuelle Absprachen mit der jeweiligen Station zu treffen. Weitere Ausnahmeregelungen gelten für schwerkranke Patientinnen und Patienten sowie für Väter von Neugeborenen.

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