Umfangreiche Einschränkungen in Bielefeld nach Anstieg der Infizierten
Kontakte werden stark reduziert

Bielefeld (WB/St). Die Bielefelder müssen sich von diesem Samstag an auf weitere Einschränkungen einstellen, nachdem in der Kommune der kritische Wert von 50 Corona-Infizierten auf 100.000 Einwohner überschritten wurde.

Freitag, 16.10.2020, 18:08 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 18:10 Uhr
Die Dezernenten Dr. Udo Witthaus und Ingo Nürnberger sowie Stadtpressesprecher Daniel Steinmeier (von rechts) stellten die Einschränkungen vor. Foto: Thomas F. Starke
Die Dezernenten Dr. Udo Witthaus und Ingo Nürnberger sowie Stadtpressesprecher Daniel Steinmeier (von rechts) stellten die Einschränkungen vor. Foto: Thomas F. Starke

Ziel der Beschränkungen ist es, so Dezernent Ingo Nürnberger, die Kontakte der Menschen zu beschränken und so die wichtige Kontaktverfolgung weiterhin aufrecht erhalten zu können. Dazu werden neue Mitarbeiter eingestellt, außerdem werde am Montag geprüft, ob die Stadt weitere Amtshilfe zum Beispiel von der Bundeswehr in Anspruch nehmen wird. Auch seien Mitarbeiter aus anderen Ämtern abgezogen worden, um diese Aufgabe zu übernehmen.

So sehen die Maßnahmen zur Reduzierung der Corona-Ausbreitung in Bielefeld aus:

- Im öffentlichen Raum, also auf Plätzen oder in Parks, dürfen sich nur noch fünf Personen treffen.

- An privaten Feiern im öffentlichen Raum dürfen nur noch maximal zehn Personen teilnehmen. Auf eine Regelung bei Feiern in Privaträumen wird verzichtet.

- Es wird eine Sperrstunde für Gastronomie und Restaurants von 23 bis 6 Uhr geben, in der Zeit darf auch an anderen Stellen kein Alkohol verkauft werden.

- Es wird eine Maskenpflicht eingeführt, und zwar dort, wo der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann. Dies wird besonders die Einkaufsstraßen, aber auch Wochen- oder Flohmärkte betreffen. Ein genaues Konzept arbeitet die Stadt am Wochenende aus, es soll am Montag verkündet werden.

- Die Besucherzahl bei Veranstaltungen wird weiter reduziert, nach der Verfügung des Landes soll sie im Innen- wie Außenbereich 100 nicht überschreiten. Bei einem vorhandenen Hygienekonzept kann sie erhöht werden. Davon ist auch die Partie des DSC Arminia gegen Bayern München an diesem Samstag betroffen.

Diese Beschränkungen gelten solange, bis in Bielefeld über einen Zeitraum von einer Woche die Zahl der Infizierten unter 50 pro 100.000 Einwohner liegt.

Sozialdezernent Ingo Nürnberger geht davon aus, dass es in Bielefeld in den kommenden Tagen jedoch bei einem Wert über 50 bleiben wird. Das Infektionsgeschehen sei „diffus, es streut sehr stark“. Die Einhaltung der Beschränkungen werde kontrolliert, bei weiter steigenden Infektionszahlen seien weitergehende Einschnitte möglich. Eine Dunkelziffer eingerechnet geht der Dezernent derzeit in Bielefeld von 500 bis 600 Infizierten aus.

Um die besonders gefährdeten Personen zu schützen, werden in der nächsten Woche in der Behindertenhilfe und im Pflegebereich Schnelltests durchgeführt. Auch mit den Krankenhäusern wird die Stadt wieder regelmäßige Gespräche aufnehmen, noch sei die Lage dort halbwegs entspannt. Nürnberger: „Wenn die Zahlen weiter steigen, wird es schwere Erkrankungen geben, die viel Leid mit sich bringen.“ Es müsse alles getan werden, den Bildungs- und Kinderbetreuungsbereich sowie die Wirtschaft vor neuen einschneidenden Maßnahmen zu schützen.

Aus diesem Grunde appellieren des Dezernenten Ingo Nürnberger und Dr. Udo Witthaus an die Bevölkerung, bei der Bekämpfung der Pandemie zu helfen und zum Beispiel schon jetzt auch im öffentlichen Raum freiwillig eine Maske zu tragen und die Kontakte zu beschränken.

 

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