Feiern in Restaurants werden storniert
„Ein richtig brutales Jahr“

Bielefeld (WB). Eigentlich hätten im November in der Hechelei noch zwei große Hochzeiten gefeiert werden sollen. Corona hat dem einen Strich durch die Rechnung gemacht: Die Brautpaare haben ihren großen Tag – oder zumindest die Feier – in das kommende Jahr verschoben.

Samstag, 17.10.2020, 12:30 Uhr
Große Hochzeitsfeiern wird es bis auf Weiteres nicht geben. Viele Heiratswillige verschieben das Fest auf das kommende Jahr. Foto: dpa
Große Hochzeitsfeiern wird es bis auf Weiteres nicht geben. Viele Heiratswillige verschieben das Fest auf das kommende Jahr. Foto: dpa

Die steigende Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus führt zu einer Verschärfung der Regeln. „Feiern mit 130 Personen – und in der Größenordnung lagen die geplanten Feste – sind eben nicht mehr möglich“, sagt Thomas Neugebauer, Betreiber der Hechelei. Natürlich, man könnte den Rahmen drastisch verkleinern, „aber das will man doch auch nicht. Wen sollte man auch ausladen?“ fragt Neugebauer. Und seit Freitag ist ohnehin alles anders.

Dieses Jahr, bilanziert Neugebauer, sei „richtig brutal“. Erst der Lockdown von März bis August, nun erneut steigende Fallzahlen – Gastronomen und Veranstalter sind arg gebeutelt. „Immerhin finden bei uns eine Reihe kleinerer Veranstaltungen und Tagungen statt, weil wir große Räume haben und verteilen können.“

Termine 2021 fast ausgebucht

Vorsichtig optimistisch schaut Neugebauer in das kommende Jahr: Was in diesem Jahr nicht stattfinden konnte, wurde vielfach verschoben. „Ab Wonnemonat Mai haben wir fast keine Termine mehr frei für große Feiern.“ Erstaunt ist der Hechelei-Betreiber allerdings, dass von einem Herforder Gymnasium sogar schon der geplante Abi-Ball abgesagt wurde.

Viele Absagen großer Feiern gab es hingegen auf der Sparrenburg nicht: „Weil es nach den Erfahrungen im März gar nicht erst viele Buchungen gab“, sagt Wirt Michael Niegisch. Das Restaurant ist geöffnet, die Gäste sitzen mit dem gebührenden Abstand, größere Runden allerdings kommen kaum zusammen. „Bei uns in der Burg ist ja auch ein Standesamt. Normalerweise kommen die Brautpaare nach der Trauung mit der Familie zu einem Essen zu uns. Wenn aber nur ganz wenige das Trauzimmer betreten dürfen, unterbleibt auch das“, sagt Niegisch. Auch er hat den Trost, dass viele, die für dieses Jahr abgesagt haben, nun für 2021 planen.

Fragen nach kostenlose Stornierungen

Ganz, ganz schlimm findet auch Hanna Sträter, Juniorchefin des Brackweder Hofs, die Situation. „Gerade war alles wieder angelaufen...“, sagt sie. Die wenigen größeren Veranstaltungen, die geplant waren, werden abgesagt. „Viele Gäste reagieren verhalten. Wer etwas bucht, fragt, bis wann er kostenlos stornieren kann.“

Dafür hat sie durchaus Verständnis, „wir wollen doch auch alle gesund bleiben.“ Wichtig sei jetzt aber, die Situation wieder in den Griff zu bekommen, auch wenn dafür ein teilweises „Herunterfahren“ nötig sei. „Dann kann es wenigstens mit dem Weihnachtsgeschäft klappen“, hofft sie für die Branche.

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