Hilfe bei Personalmangel im Handwerk
Digitale Sichtbarkeit

Bielefeld (süs). Soziale Medien und Sonntagsbrötchen haben im ersten Moment wenig miteinander zu tun. Für Geschäftsführer Eyüp Aramaz (31) hingegen ist diese Verbindung sein täglich Brot. Mit seiner Agentur Aramaz Digital will der junge Bielefelder Handwerksbetrieben, Dienstleistern und mittelständischen Unternehmen helfen, ihre digitale Sichtbarkeit zu verbessern.

Mittwoch, 14.10.2020, 08:45 Uhr aktualisiert: 19.10.2020, 08:48 Uhr
Eyüp Aramaz will mit seiner Agentur Handwerksbetrieben und Dienstleistern digitale Hilfestellung geben. Foto: Süsselbeck
Eyüp Aramaz will mit seiner Agentur Handwerksbetrieben und Dienstleistern digitale Hilfestellung geben. Foto: Süsselbeck

Zu Beginn seines Arbeitslebens hatte Aramaz jedoch einen anderen Weg eingeschlagen. 2009 trat er als Polizeikommissar in den Staatsdienst, den er 2017 wieder verließ. Während der Zeit schloss er ein Masterstudium in Wirtschaftswissenschaften ab und gründete 2016 in Münster das Start-Up Food Tracks. Das Ziel des jungen Unternehmens ist es, mit Hilfe von intelligenten Algorithmen unter anderem Umsätze zu heben sowie Müll und Abfall zu verringern. Dafür wurden die Beteiligten 2019 mit dem Bundespreis „Zu gut für die Tonne“ ausgezeichnet.

In den drei Jahren, in denen Aramaz nun mit den Bäckereien zusammenarbeitet, merkt er, dass das größte Problem für die Betriebe an anderer Stelle liegt. „Die Bäckereien finden keine Mitarbeiter“, erzählt Aramaz. Zwar werden Stellen ausgeschrieben. Die Ausschreibungen müssten aber an die Zielgruppe angepasst werden, sagt der Gründer. „Heute müssen die Betriebe auf die jungen Menschen zugehen.“

Damit das auch möglichst erfolgreich geschieht, hat Aramaz Ende 2019 Aramaz Digital in Bielefeld gegründet. Gemeinsam mit den Betrieben entwerfen der 31-jährige und sein Team eine Strategie, die individuell auf die Bedürfnisse der Kunden angepasst ist. Dabei spielen soziale Medien die größte Rolle.

Nur mit Radio und Zeitung wäre es heute schwer, junge Menschen zu erreichen. Diese würden sich eher auf Plattformen wie Facebook oder Instagram bewegen, führt der Bielefelder aus. Das Problem: „Die meisten Betriebe sind zwar in sozialen Kanälen vertreten, können sich dort aber nicht richtig platzieren.“

Um das zu ändern, wird die Sichtbarkeit durch Werbung auf den Plattformen gesteigert. Auch die Kontaktaufnahme für eine Bewerbung soll vereinfacht werden, um mehr Benutzer anzusprechen. Wie schnell die Maßnahmen wirken, zeigt sich beispielsweise bei der Bäckerei Rolf. Bereits in den ersten zwei Wochen nach Beginn der Umstellung haben sich für die gesuchten Stellen als Auslieferungsfahrer und Verkäufer 25 Personen beworben, drei von ihnen wurden eingestellt.

Aramaz will aber nicht nur fertige Lösungen anbieten. Gemeinsam mit anderen digitalen Firmengründern hat er das Projekt Digitalpartnerschaft ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, die Paten anzuleiten, damit diese selbstständig ihre digitale Sichtbarkeit und Kundenbindung stärken können.

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