In Bielefeld herrscht nun Maskenpflicht in den Einkaufsstraßen – Schilder weisen Zonen aus
Eine Frage der Solidarität

Bielefeld (WB). Jetzt gilt’s: In weiten Teilen der Innenstadt, in den Einkaufsbereichen von Brackwede und Sennestadt, auf der Promenade und im Tierpark Olderdissen muss eine so genannte Mund-Nase-Bedeckung getragen werden – eine Maßnahme, um die steigenden Infektionszahlen in Bielefeld zu senken . Wer diese Anordnung missachtet, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss zahlen. 150 Euro sind nach dem Bußgeld-Katalog des Landes fällig.

Dienstag, 20.10.2020, 05:00 Uhr
In weiten Teilen der Innenstadt und in den Einkaufsbereichen in Brackwede und Sennestadt gilt jetzt die Maskenpflicht. Hinzu kommen Bereiche an der Promenade und der Sparrenburg sowie das Gelände des Tierparks Olderdissen. Foto: dpa
In weiten Teilen der Innenstadt und in den Einkaufsbereichen in Brackwede und Sennestadt gilt jetzt die Maskenpflicht. Hinzu kommen Bereiche an der Promenade und der Sparrenburg sowie das Gelände des Tierparks Olderdissen. Foto: dpa

Den Bielefeldern wird jedoch eine begrenzte „Eingewöhnungsphase“ gewährt, erklärt Stadt-Pressesprecher Daniel Steinmeier. „Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden unterwegs sein und die Einhaltung der Maskenpflicht kontrollieren, bei Missachtung wird aber erst einmal ermahnt.“ Man müsse schließlich davon ausgehen, dass nicht sofort alle Bürger über die neue Verordnung informiert seien. „Bei renitenten Verweigerern wird aber sofort durchgegriffen.“

In den kommenden Tagen werden in der Stadt Schilder aufgestellt, die die Gebiete mit der Maskenpflicht ausweisen – jeweils am Beginn der Zonen. „Diese Schilder werden gerade hergestellt,“ so Steinmeier, es könne ein paar Tage dauern, bis sie fertig seien.

Die Verpflichtung, künftig auch in den Einkaufsstraßen einen Mund-Nase-Schutz zu tragen, dürfte die Zahl der Innenstadtbesucher weiter reduzieren und sich negativ auf das Shoppingverhalten auswirken, glaubt der Einzelhandel.

Durch die Corona-Pandemie ist die Besucherfrequenz in der Innenstadt bereits deutlich zurückgegangen. So wurden durch das Unternehmen Hystreet, das drei Messstationen in der Bahnhofstraße betreibt, an der Messstelle Bahnhofstraße-Mitte am vergangenen Samstag, ein Tag, nachdem Bielefeld den Inzidenzwert von 50 überschritten hatte, 22 Prozent weniger Besucher gezählt als an einem Oktober-Samstag im Vorjahr.

„Diese Zahlen decken sich mit unseren Beobachtungen,“ erklärt Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes OWL. Es sei zu befürchten, dass eine Maskenpflicht auch im öffentlichen Raum das Einkaufsvergnügen weiter drücken werde. „Ein unbeschwerter Einkaufsbummel sieht sicherlich anders aus.“ Andererseits, so Kunz, führe die Maskenpflicht auch in den Einkaufsstraßen zu mehr Schutz. „Das Einkaufen wird noch ein Stück sicherer,“ glaubt Kunz. Parallel zu dem Besucherrückgang in der City seien auch die Umsätze im Handel rückläufig, ebenfalls um etwa 20 Prozent. Es gebe jedoch von Branche zu Branche erhebliche Unterschiede. „Es gibt nicht mehr DEN Einzelhandel.“ So seien beispielsweise Sport- oder Elektroartikel gut nachgefragt worden, andere Bereiche wie Bekleidung weniger.

Auch Henner Zimmat, Sprecher der Kaufmannschaft Altstadt, befürchtet, dass die Maskenpflicht zunächst den ein oder anderen davon abhalten wird, shoppen zu gehen. „Wir tragen das aber trotzdem mit. Es gilt jetzt, Solidarität zu zeigen. Eine solche Maskenpflicht ist im Sinne aller,“ so Zimmat. Es gehe nun darum, die Pandemie einzugrenzen, „so gut wir das eben können.“ In vielen anderen Großstädten in aller Welt gehöre das Tragen einer Maske schon lange zur Normalität. „Wir hoffen natürlich, dass das bei uns nicht nötig sein wird.“

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