Vorwurf einer Vergewaltigung am 5. August 1994 im Bürgerpark Bielefeld wird verhandelt
Gerichtsprozess 26 Jahre nach der Tat

Bielefeld (WB). 26 Jahre nach dem Fall einer mutmaßlichen Vergewaltigung kommt es in Kürze zum Prozess vor dem Bielefelder Landgericht. Die Tat soll am Abend des 5. August 1994 passiert sein, einem Freitag.

Dienstag, 20.10.2020, 06:12 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 06:20 Uhr
Im Bürgerpark soll es am 5. August 1994 zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Die Tat ist noch nicht verjährt. Foto: Thomas F. Starke
Im Bürgerpark soll es am 5. August 1994 zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Die Tat ist noch nicht verjährt. Foto: Thomas F. Starke

Unklar ist nach jetzigen Informationen, ob der Beschuldigte und das mutmaßliche Opfer überhaupt erscheinen werden. Der Fall ist kompliziert.

Angeklagt ist ein heute 47 Jahre alter Mann. Er soll damals eine Frau aus Bielefeld im Bürgerpark unweit der Oetker-Halle überfallen und vergewaltigt haben.

Dafür soll er sich am kommenden Montag, 26. Oktober, vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Bereits im Jahr 2008 hätte der Fall verhandelt werden sollen – 13 Jahre nach der möglichen Tat. Aber der Prozess musste verschoben werden. Grund: Das mutmaßliche Opfer möchte keine Aussage machen oder ist aus psychischen Gründen dazu nicht in der Lage. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten wurde zunächst aufgehoben. Damals war es völlig unklar, ob und wann es erneut zum Prozess kommen wird.

Das ist jetzt offenbar der Fall – zwölf Jahre später. Allerdings bleibt der Fall verworren. Bekannt ist, dass der Beschuldigte derzeit nicht in Deutschland lebt. Vor 26 Jahren soll er aus dem damaligen Jugoslawien in Deutschland einen Asylantrag gestellt haben, offenbar aufgrund des dortigen Bürgerkriegs. Dieser wurde abgelehnt. Allerdings wurde einem befristeten Aufenthalt zugestimmt.

In Bielefeld soll es am 5. August 1994 zu der Tat im Bürgerpark gekommen sein. Offenbar kannten sich Täter und Opfer. Beide sollen schon einmal sexuellen Kontakt gehabt haben. Angeblich wollten er und sie sich erneut treffen – im Bürgerpark.

Der Beschuldigte hatte in einer Vernehmung angegeben, dass es zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gekommen sei. Die Frau soll ausgesagt haben, dass sie sich mit ihm treffen wollte – angeblich, um die Bekanntschaft zu beenden.

Warum genau sich das Verfahren so sehr in die Länge gezogen hat, ist noch unklar. Fest steht, dass der Beschuldigte zur Tatzeit am 5. August 1994 in einer Flüchtlingsunterkunft in Hamm-Inkeln wohnte. Zeitweise war aber auch den Behörden später unklar, wo er sich genau aufhielt. 2007 sollte er in einer Flüchtlingsunterkunft in Griechenland festgenommen werden. Als seine Ausreise endlich anstand, war der Mann verschwunden.

Zum Prozess am nächsten Montag soll er aus der Schweiz, wo er derzeit offenbar lebt, nach Bielefeld kommen.

Nicht mehr dabei sind zwei Vorsitzende Richter, die den Fall mehrfach verhandeln sollten. Aber sowohl Wilhelm Brechmann als auch Sybille Beckhaus-Schmidt befinden sich nach Angaben des Landgerichts mittlerweile im Ruhestand.

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