„Stolander“-Wirt Karl Richter im Alter von 71 Jahren verstorben
Abschied von einem Kult-Kneipier

Bielefeld (WB/St). Er war ein Urgestein der Bielefelder Gastro-Szene, ein Original, wie es sie nur noch wenige gibt. Jetzt ist der Gastronom Karl Richter im Alter von 71 Jahren gestorben.

Donnerstag, 29.10.2020, 16:04 Uhr aktualisiert: 29.10.2020, 16:08 Uhr
25 Jahre betrieb Karl Richter das „Stolander“ in Bielefeld. Foto: Arndt Wienböker
25 Jahre betrieb Karl Richter das „Stolander“ in Bielefeld. Foto: Arndt Wienböker

Fast 50 Jahre hat er hinter den Tresen traditionsreicher Kneipen gestanden, im „Tinneff“ und im „Siekerfelde“ ebenso wie im der „Karls-Klause“ oder im „Lindenkeller“, wo in den 70er Jahren seine „Gastro-Karriere“ begann. Dort zapfte Karl Richter nicht nur das Bier, er stand auch in der Küche. Und dort, im „Lindenkeller“, trafen sich die Arminen-Fans vor den Heimspielen des DSC.

Da man damals keinen Alkohol mit auf die Alm nehmen durfte, wurde im „Lindenkeller“ CoKo angesetzt, eine Mischung aus Cola und Korn. Nach diesem Getränkt war auch die Kneipen-Fußballmannschaft des „Lindenkeller“ benannt, bei den „Coko-Rangers“ stand Kultwirt Karl Richter im Tor.

Schon lange hatte Richter seinen Ausstieg geplant

Die Leidenschaft für den Fußball im Allgemeinen und der Arminia im Besonderen nahm Karl Richter, der am Abendgymnasium sein Abitur machte und an der Uni Bielefeld Lehramt studierte, mit auf seine weiteren Stationen durch die Bielefelder Gastroszene. Seit 1995 war das „Stolander“ an der Alfred-Bozi-Straße seine Heimat. Dort standen nicht nur immer wieder Konzerte auf dem Programm, sondern der Fußball war ein fester Bestandteil des „Kneipenlebens“, besonders natürlich die Live-Übertragung „seiner“ Arminia.

Schon lange hatte Karl Richter seinen Ausstieg geplant, wollte sich auf seiner Lieblingsinsel La Palma zur Ruhe setzen. Von seinen Ersparnissen hatte sich der Gastronom dort eine Wohnung gekauft, doch im Zuge der Lehman-Pleite in den Jahren 2008 bis 2010 verlor Karl Richter die Wohnung und seine Ersparnisse.

So blieb das „Stolander“ weiter sein Zuhause und er Teil der Bielefelder Gastro-Szene. Die Einführung des Rauchverbots im Jahre 2013 war ein weiterer Rückschlag für den Kneipier. „Das widerspricht meinem Sinn für Gastronomie“, klagte er seinerzeit. Das Bierchen an der Theke und eine Zigarette gehörten für ihn untrennbar zusammen. Wieder wollte er der Gastronomie den Rücken kehren, das „Stolander“ aufgeben, wieder blieb er.

Nun ist Karl Richter für immer gegangen. Am Dienstag wurde er tot in seiner Wohnung aufgefunden.

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