Steueraufkommen sinkt wegen der Corona-Folgen auf 510 Millionen Euro
Corona: Landeskirche nimmt 50 Millionen weniger ein

Bielefeld (WB/as) -

50 Millionen Euro weniger Einnahmen aus der Kirchensteuer in diesem Jahr: Die finanzpolitischen Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen auch die Evangelische Kirche von Westfalen hart. Daran hat Arne Kupke in seiner Haushaltsrede vor der westfälischen Landessynode, die in diesem Jahr pandemiebedingt ausschließlich digital tagt, am Montagabend keinen Zweifel gelassen. Aber der Juristische Vizepräsident der Landeskirche konnte auch gute Neuigkeiten vermelden: „Die Wirtschaft zeigt in vielen Sparten Erholungssignale und unser Kirchensteuerrückgang bleibt wohl unter zehn Prozent.“

Dienstag, 17.11.2020, 19:36 Uhr aktualisiert: 17.11.2020, 19:44 Uhr
Dr. Arne Kupke, Juristischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Dr. Arne Kupke, Juristischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen. Foto: Büscher

Ein Defizit von rund 50 Millionen Euro sei zwar hart, so Kupke, aber „weil wir seit unserer Kirchenfinanzkrise in den Jahren 2004 und 2005 streng konservativ planen, können wir das verkraften“. Und er hofft: „Zu schön, um wahr zu sein, wenn sich 2021 die Wirtschaft allgemein erholte, die Kurzarbeit endete und die Künstler wieder spielten.“ Die tatsächlichen finanzpolitischen Auswirkungen der Corona-Pandemie vermöge derzeit aber niemand vorauszusehen, so Kupke. Der konsequente Sparkurs der Landeskirche gehe also weiter und werde sogar noch verschärft. Und aus der Not solle eine Tugend gemacht werden, denn mittelfristig geplante Strukturveränderungen und Aufgabenklärungen hätten eine Dynamik entwickelt: „Alle Arbeitsbereiche auf der landeskirchlichen Ebene haben umfangreiche und differenzierte Überlegungen im Blick auf strukturelle und organisatorische Weiterentwicklung, Reduktion oder veränderte Zuordnung von Aufwänden und Erzielung zusätzlicher Erträge vorgelegt“, sagte Kupke.

Konkretes Einsparpotenzial ergibt sich vor allem im Bereich der Personalausgaben im Landeskirchenamt und bei Schwerpunktsetzungen im Bereich Weltmission und Ökumene.

Der Planung für das Haushaltsjahr 2021 liegt ein voraussichtliches Kirchensteueraufkommen von 510 Millionen Euro zugrunde: 498,4 Millionen Euro fließen 2021 unter anderem in die Verteilung an die Kirchenkreise, in die Pfarrbesoldung, in den Allgemeinen Haushalt und in gesamtkirchliche Aufgaben. Darunter: Arbeit mit Flüchtlingen, Fundraising und Mitgliederbindung, der Bereich Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung sowie ein Kompetenzzentrum, das die landeskirchenweite Umstellung von der kameralistischen zur doppischen Buchführung begleitet. Die Landessynode verabschiedet den Haushaltsplan voraussichtlich am diesem Mittwochabend.

Die seit 2015 immer wieder bewilligten Sondermittel für Flüchtlingsarbeit werden laut Beschluss der Landessynode 2018 vom kommenden Haushaltsjahr an zwar schrittweise reduziert und im Jahr 2023 planmäßig auslaufen – aber die Förderung geht langfristig (ab 2024 mit 166.000 Euro pro Jahr) weiter. Zusätzlich wird ab 2022 für zunächst fünf Jahre eine Stelle „Assistenz zur Begleitung von Kirchenasylfällen“ errichtet und finanziert.

Die Landessynode, in der die 476 Gemeinden vertreten sind, ist das höchste leitende und gesetzgebende Gremium der Evangelischen Kirche von Westfalen. Unter Leitung der Präses kommen die 191 Mitglieder des „Kirchenparlaments“ einmal jährlich zusammen. 165 Synodale einschließlich Kirchenleitung sind gewählt, 22 berufen oder entsandt. Von den 165 stimmberechtigten Synodalen sind 68 Theologen und 97 Nichttheologen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7682371?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Von Wuhan in die weite Welt
Seit einem Jahr begleitet das Coronavirus die Menschen in Deutschland.
Nachrichten-Ticker