Stadt schafft vier neue Laserblitzer für die beiden kommunalen Radarwagen an
Kampf gegen Raser wird in Bielefeld verschärft

Bielefeld -

Die neuen Laserblitzer des Ordnungsamtes lassen die Stadtkasse klingeln. Und die Stadt setzt die Modernisierung der Technik für die Verkehrsüberwachung fort. Zwei neue Laserkameras werden gekauft, zwei weitere werden gemietet, heißt es vom Ordnungsamt. Die vier Geräte sollen in den beiden kommunalen Radarwagen eingesetzt werden. Inklusive Umbau und Modernisierung der beiden Blitzer-Autos auf die neue Technik soll das 160.000 Euro kosten.

Montag, 23.11.2020, 06:59 Uhr aktualisiert: 23.11.2020, 11:52 Uhr
Im Kampf gegen Raser wird das Ordnungsamt vier neue Laserblitzer anschaffen. Stefan Heiermann von der kommunalen Bußgeldstelle zeigt hier eine der zur Ausmusterung bestimmten Anlagen. Die neuen Geräte messen in beide Fahrtrichtungen und zur Seite.
Im Kampf gegen Raser wird das Ordnungsamt vier neue Laserblitzer anschaffen. Stefan Heiermann von der kommunalen Bußgeldstelle zeigt hier eine der zur Ausmusterung bestimmten Anlagen. Die neuen Geräte messen in beide Fahrtrichtungen und zur Seite. Foto: Thomas F. Starke

Die Kameras sollen so schnell wie möglich geliefert und eingesetzt werden, sagte Stefan Heiermann, Abteilungsleiter der kommunalen Bußgeldstelle. Mit der Inbetriebnahme der vier neuen Kameras ist die gesamte mobile und teilstationäre Radartechnik der Stadt auf Lasertechnik umgestellt.

Der Effekt ist spürbar. Es werden auf den Straßen der Großstadt immer mehr Raser überführt, bestätigt Heiermann auf Anfrage. Er nennt folgende Zahlen: Im Jahr 2017 vor Einführung der Laserkameras gab es nur die beiden städtischen Radarwagen. Deren alte, betagte Kameras lichteten 29.300 Raser ab. Ein Jahr später, als die ersten beiden teilstationären Laserblitzer „Bernd“ und „Esther“ von der Stadt getestet wurden, waren es bereits 35.000 Raserfotos.

Vergangenes Jahr sind 57.600 Raser zur Kasse gebeten worden. Das Ordnungsamt hatte 2019 nach erfolgreicher Testphase den ersten von inzwischen zwei teilstationären Laserblitzern gekauft und ein Laser-Radargerät auf Stativ angemietet. Die Investitionen dürften sich angesichts mehr und mehr geblitzter Raser längst rentiert haben. Laserblitzer „Guntram“, angeschafft im Mai dieses Jahres und bestückt mit einer Kamera, hat 178.500 Euro gekostet. Der baugleiche Blitzer „Bernhard“, der bereits seit April 2019 im Bestand des Ordnungsamtes ist und für Messungen in beide Fahrtrichtungen über zwei Kameras verfügt, war 229.500 Euro teuer. Diese Radaranlage dokumentierte allein in den ersten fünf Monaten nach Inbetriebnahme 20.936 Tempoverstöße auf Bielefelds Straßen. Das waren das um die 600.000 Euro an Verwarn- und Bußgeldern für die Stadtkasse.

Die beiden sogenannten Semistationen in Form eines dunkelgrauen Autoanhängers sind vor Gewaltattacken aller Art geschützte kleine Festungen. Sie lassen sich digital fern überwachen, steuern und orten, können eine Woche lang und mehr völlig autonom rund um die Uhr einen Raser nach dem anderen blitzen und die Daten ans Ordnungsamt übermitteln.

Seit Juli 2019 setzen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes zur Geschwindigkeitsüberwachung auch eine Laserkamera auf Stativ ein. Diese Technik eigne sich für Straßen, wo beispielsweise wegen eines Radfahrstreifens zwischen Gehweg und Fahrbahn weder die Semistationen noch die Radarwagen parken könnten. Dieses Gerät, sagt Stefan Heiermann von der Bußgeldstelle, sei dauerhaft gemietet. Pro Monat zahle die Stadt 1750 Euro für den Stativblitzer.

Dass die Stadt jetzt noch vier weitere neue Laserkameras für die beiden kommunalen Radarwagen bekommt, hat praktische Gründe. Die bisherigen drei Radargeräte – zwei Heckkameras, eine Frontkamera – sind sozusagen Dinosaurier der Radartechnik. „Die Kameras sind seit dem Jahr 1995 im Einsatz. Vom kommenden Jahr an gibt es keine Ersatzteile mehr für die alte Radartechnik. Das war der Grund, Neues anzuschaffen“, sagt Heiermann. Mit den vier neuen Lasergeräten werde gleichzeitig die alte Blitzertechnik in den beiden städtischen VW Caddy-Radarwagen modernisiert.

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