Im Seniorenzentrum Breipohls Hof in Bielefeld
14 Coronafälle: Senner Altenheim unter Quarantäne

Senne -

Das Coronavirus hat die Betheler Altenpflege-Einrichtung Breipohls Hof in Senne erreicht: 14 Männer und Frauen, davon neun Bewohner und fünf Betreuer, sind positiv getestet worden. Um die angespannte Lage in den Griff zu bekommen, hat das Bielefelder Gesundheitsamt das Seniorenheim, in dem 80 hilfsbedürftige Menschen von weiteren 80 Pflegern versorgt werden, bis auf weiteres unter Quarantäne gestellt.

Dienstag, 24.11.2020, 05:00 Uhr
In der Altenpflege-Einrichtung Breipohls Hof sind neun Bewohner und fünf Betreuer positiv getestet worden
In der Altenpflege-Einrichtung Breipohls Hof sind neun Bewohner und fünf Betreuer positiv getestet worden

 

Für die Bewohner bedeutet dies: So lange es keine Entwarnung gibt, dürfen sie keinen Besuch empfangen. Für die Angehörigen heißt das folglich: Sie dürfen ihre im Heim lebenden Verwandten vorerst nicht mehr besuchen. Über diese Sachlage seien alle Angehörigen bereits in der vergangenen Woche mündlich oder schriftlich benachrichtigt worden, beteuert Johann Vollmer, Sprecher der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, die das Haus betreiben.

Lediglich in besonderen Ausnahmesituationen, etwa in Sterbefällen, seien noch Besuche möglich. „Das muss dann im Einzelfall mit der Hausleitung vor Ort geklärt werden“, sagt Vollmer. Zu Prognosen, wie lange der Quarantäne-Zustand andauern könnte, will Bethel derzeit keine Angaben machen. Laut Vollmer müssen sich sämtliche Bewohner und Pfleger in dieser Woche einem zweiten Corona-Test unterziehen, und erst nach dessen Auswertung, frühestens jedoch am kommenden Wochenende, rechnet er mit konkreten Aussagen seitens der Unternehmensführung. Dann werde Bethel schriftlich über die weitere Vorgehensweise informieren. „Der Wunsch aller Beteiligten ist, das Haus schnell wieder zu öffnen“, sagt der Bethel-Sprecher.

Der Senner Christoph Kaupmann (62) hatte sich gegenüber dem WESTFALEN-BLATT irritiert darüber geäußert, dass er und seine Geschwister ihre Mutter Anna (92) plötzlich nicht mehr besuchen dürfen. Bis heute seien sie von Bethel nicht über die Corona-Situation im Heim beziehungsweise die Quarantäne-Pläne informiert worden. „Und ich weiß auch von anderen Angehörigen, die weder mündlich noch schriftlich dazu etwas gehört haben“, betont Kaupmann.

Seine Mutter hatte sich eine Muskelverletzung im Oberarm zugezogen und ist seit drei Wochen zur Kurzzeitpflege im Seniorenzentrum Breipohls Hof einquartiert. Täglich bekam sie Besuch von ihren Kindern, die ihr Kleidung brachten, sie zum Wassertrinken motivierten, beim Lüften halfen, oder sie ins Bett begleiteten, damit sie schnell wieder gesund wird. Christoph Kaupmann: „Da macht man sich natürlich Sorgen, wenn man weder von Bethel noch von der Hausleitung Informationen zur Corona-Lage bekommt.“ Telefonisch sei die Hausleitung zuletzt grundsätzlich nicht erreichbar gewesen.

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